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Helmholtz-Allianz "Physik an der Teraskala" bewilligt - Nachwuchsforschergruppe an der TU Dresden geplant

16.05.2007 - (idw) Technische Universität Dresden

Boost für Teilchenphysik in Deutschland

Physiker aus Deutschland können demnächst eine noch stärkere Rolle im internationalen Streben um die Erforschung der Grundlagen der Natur übernehmen. Heute (15. Mai) hat der Senat der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren 25 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre für den Projektvorschlag "Helmholtz-Allianz - Physik an der Teraskala" bewilligt, der unter Federführung des Deutschen Elektronen-Synchrotrons DESY mit Beteiligung der TU Dresden erstellt wurde.

In dieser Allianz werden das Forschungszentrum DESY zusammen mit dem Forschungszentrum Karlsruhe, 17 Universitäten und dem Max-Planck-Institut für Physik in München die in Deutschland vorhandenen Kompetenzen bündeln, um das Verhalten von Elementarteilchen und die Kräfte zwischen ihnen zu erforschen. Gleichzeitig schafft die Allianz die Voraussetzungen, um technologische Entwicklungen konzentriert voran zu treiben. Die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch völlig neue Einblicke in den Aufbau der Materie und den Ursprung des Weltalls. Diese Forschung findet in einem internationalen Verbund an weltweit einmaligen Teilchenbeschleunigern wie dem "Large Hadron Collider"' (LHC) bei der Europäischen Organisation für Kernforschung CERN in Genf und dem geplanten "Internationalen Linearcollider" (ILC) statt.

"Mit der Allianz führen wir die Stärken von zentralen Forschungseinrichtungen und den Universitäten in Deutschland zusammen und schaffen auf diese Weise eine attraktive Forschungslandschaft. Damit sichern wir dauerhaft das Expertenwissen in Deutschland", so DESY-Forschungsdirektor Prof. Rolf-Dieter Heuer, einer der beiden Koordinatoren der Helmholtz-Allianz. "Die Allianz 'Physik an der Teraskala' ist ein Modellbeispiel für eine zukunftsweisende, nachhaltige Vernetzung von Expertise. Die Partner repräsentieren die gesamte Teilchenphysik-Gemeinschaft Deutschlands mit national und international führenden Experten. Die vorgeschlagenen Strukturen für Nachwuchsgruppen und Zeitprofessuren sind wegen ihres Multiplikationsfaktors sehr überzeugend. Das Auswahlgremium war einhellig von dem Vorschlag begeistert", sagt Prof. Jürgen Mlynek, Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft.

"Eine Zusammenarbeit in der Form und Reichweite der bewilligten Teraskala-Allianz hat es an deutschen Universitäten und Forschungszentren noch nie gegeben", sagt Prof. Peter Mättig (Univ. Wuppertal), Vorsitzender des Komitees für Elementarteilchenphysik KET und ebenfalls Allianz-Koordinator. "Deutschen Wissenschaftlern wird es so möglich gemacht, an der Spitze der weltweit herausragenden Projekte zu forschen."

Während des Förderzeitraums werden aus Allianzmitteln über 50 Stellen für Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker geschaffen. Insbesondere wird Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen mit der Leitung einer Nachwuchs-Forschergruppe und Aussicht auf eine Festanstellung eine interessante Perspektive in der Teilchenphysik geboten. Gemeinsame Nachwuchsstellen bei allen Partnern, eine koordinierte Stellenbesetzung und Lehr-Vertretungen während Auslandsaufenthalten machen so die Mitarbeit an Großforschungseinrichtungen möglich, ohne die Lehre einzuschränken.

Das neue Netzwerk soll die Zusammenarbeit der Universitäten und Forschungseinrichtungen auf den Gebieten der Datenanalyse und der Entwicklung neuer Technologien verbessern. Insbesondere wird die Entwicklung neuer IT-Strukturen, Detektor- und Beschleunigertechnologie gefördert, die für eine nachhaltige Entwicklung der Teilchenphysik von zentraler Bedeutung sind. Die an den Forschungsstandorten vorhandene Infrastruktur wird weiter verbessert und vernetzt und soll allen Partnern der Allianz zur Nutzung zur Verfügung stehen.
Damit wird Deutschland als ein führender Forschungsstandort in der Entwicklung neuer Technologien weiter gestärkt.

Eine der experimentellen Nachwuchs-Forschergruppen der Helmholtz-Allianz soll am Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden eingerichtet werden. "Dies ist eine willkommene und attraktive Verstärkung der Dresdner Forschungsaktivität am neuen "Large Hadron Collider" des CERN. Sie eröffnet uns die Möglichkeit, gemeinsam mit unseren Kollegen noch mehr zur Analyse und Interpretation der ab 2008 zu erwartenden Datenflut beizutragen, in der sich neue fundamentale Erkenntnisse über den Ursprung der Materie verbergen" freut sich Prof. Michael Kobel, der Leiter der Dresdner Arbeitsgruppe von ATLAS, einem der beiden großen Vielzweckdetektoren des LHC. Dabei helfen der Gruppe auch die Ressourcen des Ende März eingeweihten neuen Rechnerkomplexes des Dresdner Zentrums für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen. "Mit einem zusätzlichen Elektronikingenieur und der neuen Forschergruppe können wir außerdem beginnen, Elektronik für die Detektoren am geplanten "International Linear Collider" zu entwickeln, der die Erkenntnisse des LHC noch genauer vermessen soll", plant Kobel bereits weiter.

Physik an der Teraskala
Der Large Hadron Collider LHC am CERN, ein dieses Jahr in Betrieb gehender Teilchenbeschleuniger, und der geplante Internationale Linearcollider ILC, werden mit bisher unerreichten Energien gemeinsam die Physik an der Teraskala erforschen (1 TeV = 1 Tera-Elektronenvolt, der Energiebereich, den die Forschung mit LHC und ILC erschließt). Mit diesen Großgeräten erhoffen sich Wissenschaftler Erkenntnisse über den Ursprung und die Wirkungsweise unserer Welt. Mit den Ergebnissen von LHC und ILC könnten Antworten gefunden werden auf Fragen nach dunkler Materie, dunkler Energie oder dem Ursprung der Masse. Den bereits an den Projekten beteiligten Instituten (DESY, Forschungszentrum Karlsruhe, die Universitäten Aachen (RWTH), Berlin, Bonn, Dortmund, Dresden, Freiburg, Giessen, Göttingen, Hamburg,

Heidelberg, Karlsruhe, Mainz, München (LMU), Rostock, Siegen, Würzburg, Wuppertal und, als assoziierter Partner, das Max-Planck-Institut für Physik (München)) wird mit der Helmholtz-Allianz mehr Sichtbarkeit gegeben.

Informationen für Journalisten: Prof. Michael Kobel, Tel. 0351 463-39880
E-Mail: kobel@physik.tu-dresden.de

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