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Gestochen scharfe Bilder dank hauchdünner Kabel

11.06.2007 - (idw) Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg

POF-AC stellt auf der "LASER 2007" aus Das Wort "Laser" verbindet man immer mit einem dünnen Strahl, der durch die Luft zischt und ganz hell ist. "Das stimmt zwar, doch sperren die Wissenschaftler des POF-AC meist den Laserstrahl in eine optische Faser ein, um ihn gefahrlos auch um Kurven zu bringen", erläutert Prof. Dr. Hans Poisel, der Leiter des Anwendungszentrum für polymer-optische Fasern (POF-AC) der Georg-Simon-Ohm- Fachhochschule Nürnberg. Mit seinem Team stellt er auf der internationalen Lasermesse 2007, die vom 18. bis 21. Juni 2007 in München stattfindet, auf dem Gemeinschaftsstand der Bayerischen Hochschulen (Halle B2 Stand 423) gleich zwei Exponate aus.

Als Ergebnis eines von der Bayerischen Forschungsstiftung (BFS) geförderten Projekts OVAL (= optical video and audio link) zusammen mit der Fraunhofergesellschaft (FhG-IIS) in Erlangen, den Firmen Loewe und SGT präsentiert das POF-AC eine faseroptische Verbindung zwischen einem DVD Player der neuesten Generation (Blue-Ray) und einem hochauflösenden Bildschirm nach der HDTV Norm (High Definition TV). Damit werden nahezu die Grenzen des menschlichen Auges erreicht, was bedeutet, dass das Bild so scharf wie das Original gesehen wird. "Klar, man kann diese Verbindung auch über Kupferkabel herstellen, aber: Die sind wesentlich dicker und nur auf ein paar Meter beschränkt", erklärt Prof. Dr. Poisel den Vorteil dieser Technik. Mit POF bleibt das Kabel hauchdünn und kann trotzdem über 50 m gehen - das sollte auch für ein Haus der gehobenen Klasse reichen.

POF misst Kurven
Ebenfalls von der BFS im Rahmen des Forschungsverbunds "FORPHOTON" gefördert ist ein zweites Projekt, dessen erstes Zwischenergebnis gezeigt wird: Ein faseroptischer Sensor, der die Durchbiegung von Strukturen messen kann. Diese Strukturen können nun ein Flugzeugflügel, das Tragwerk eines Hallendachs, das Chassis eines Autos oder wie auf der "LASER 2007" demonstriert, das Rotorblatt einer Windkraftanlage sein. Durch ein cleveres, aber kostengünstiges System kann die Längenänderung der Faser, die in den Flügel eingeklebt ist, sehr präzise gemessen werden. Aktuell lassen sich Dehnungen bei einem 30 m Blatt messen, die der Dicke von drei (menschlichen) Haaren entsprechen.

Vorzüge der POF werden genutzt
POF haben gegenüber Kupferleitungen einen gewaltigen Vorteil: Sie sind elektromagnetisch nicht störbar, aber auch nicht abhörbar. Zusätzlich zur vorteilhaften elektromagnetischen Immunität verfügen die optischen Fasern noch über weitere Vorzüge wie z.B. geringer Platzbedarf, schnelles Ansprechen und sehr hohe Empfindlichkeit.
Mit im Boot sind die Firmen Schleifring (Fürstenfeldbruck), Rosenberger-OSI (Augsburg) und Luceo (Berlin), sowie das Bayerische Laserzentrum (Erlangen) und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (Berlin).
Das Projekt dauert bis Ende 2009. Bis dahin soll mindestens ein Windkraftwerk mit diesen Sensoren ausgestattet sein und dann hoffentlich mehr Leistung bei mehr Sicherheit bringen können, weil die POF Sensoren Wache halten.
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Hinweis für Redaktionen:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Hans Poisel, E-Mail: hans.poisel@fh-nuernberg.de +++ Gerne hilft auch die Presse und Hochschulkommunikation, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@fh-nuernberg.de

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