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Universitätsmedizin Göttingen startet Aufbau des Deutschen Zentrums für Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter

11.06.2007 - (idw) Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Niedersächsischer Ministerpräsident Christian Wulff übernimmt Schirmherrschaft für die Kampagne zur Errichtung des ehrgeizigen Vorhabens. Beirat Carl Graf von Hardenberg fördert das Projekt und ruft zur Spendenbereitschaft auf. (umg) Die Universitätsmedizin Göttingen hat heute, am Montag, 11. Juni 2007, den Aufbau eines "Deutschen Zentrums für Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter" bekannt gegeben. Für das bundesweit einmalige Projektvorhaben haben neben dem Vorstand der Universitätsmedizin Göttingen und den federführenden Ärzten und Forschern auch Carl Graf von Hardenberg, Aufsichtsratsvorsitzender der Hardenberg-Wilthen AG, als Mitglied des Projektbeirates zur Spendenbereitschaft aufgerufen. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff hat die Schirmherrschaft für dieses bundesweit einmalige Projekt übernommen.

Multiple Sklerose (MS)

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 200 Kinder und Jugendliche neu an Multipler Sklerose (MS). Die Tendenz ist steigend. Die möglichen Folgen der Erkrankung sind Behinderungen der Koordination wie Seh- und Gefühlsstörungen sowie Lähmungen der Arme und Beine. Bis heute ist Multiple Sklerose nicht heilbar. Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch weitgehend unbekannt. Je früher eine Behandlung beginnen kann, umso größer sind die Chancen, einer schweren Behinderung vorzubeugen. Da klinische Studien für Kinder und Jugendliche fehlen, orientiert sich die Behandlung MS-kranker Kinder und Jugendlicher an den Therapierichtlinien der Erwachsenenmedizin. Doch gerade die Diagnose von MS bei Kindern mit ihren Besonderheiten bei der körperlichen und psychischen Entwicklung erfordert besondere Behandlungsverfahren.

Errichtung eines MS-Zentrums

Die Universitätsmedizin Göttingen bereitet deshalb die Einrichtung des "Deutsches Zentrum für Multiple Sklerose im Kindes- und Jugendalter" vor. Dieses ehrgeizige Projekt kann nur mit Spenden- und Fördermitteln verwirklicht werden. Insgesamt benötigt das Vorhaben etwa fünf Millionen Euro. Ein hochkarätig besetzter Beirat mit Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur unterstützt aktiv den Aufbau des neuen Zentrums.

UMG führend in der MS-Behandlung

Die Universitätsmedizin Göttingen ist schon heute deutschlandweit richtungsweisend in der Therapie von MS-kranken Patienten und federführend bei der Behandlung von MS-kranken Kindern. Sie ist einer der herausragenden Forschungsstandorte der Neurowissenschaften in Deutschland. Die Multiple Sklerose ist ein Schwerpunkt dieser Forschungsaktivitäten und hat durch das von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung geförderte Institut für Multiple-Sklerose-Forschung eine besondere Bedeutung gewonnen.

Größtes Register für an MS-erkrankte Kinder und Jugendliche in Göttingen
MS-kranke Kinder und Jugendliche kommen aus dem gesamten Bundesgebiet in die Göttinger Kinderklinik. Zurzeit befinden sich dort etwa 130 MS-kranke Kinder in ständiger Behandlung. Die Kinderklinik verfügt zudem über das bundesweit größte Register, das die Daten der an MS erkrankten Kinder und Jugendlichen mit ihren Krankheitsverläufen erfasst.

Das Projekt

Entscheidende Fortschritte in der Behandlung von MS-kranken Kindern und Jugendlichen lassen sich nur erzielen, wenn systematische Forschung, innovative Therapien und aktuelle Informationen zur kindlichen MS eng verzahnt werden. Das "Deutsche Zentrum für MS im Kindes- und Jugendalter" soll als integratives Forschungs- und Behandlungszentrum

* die Ursachenforschung bei der kindlichen MS vorantreiben,
* kontrollierte klinische Studien, speziell für Kinder, durchführen,
* spezielle Therapien für die kindliche MS entwickeln,
* ein auf die Bedürfnisse von betroffenen Kindern und deren Eltern abgestimmtes Informations- und Behandlungsangebot anbieten,
* innovative Fort- und Weiterbildungsprogramme für niedergelassene Neurologen und Kinderärzte und auch Klinikärzte durchführen,
* ein nationales wie europäisches Daten- und Informationsnetzwerk aufbauen.

Unter dem Dach der Universitätsmedizin Göttingen wird das Zentrum eng mit dem hiesigen Institut für Multiple Sklerose Forschung der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, dem Sylvia Lawry Centre for Multiple Sclerosis Research München und der Neurologischen Klinik im St. Josef Hospital der Ruhr Universität Bochum zusammenarbeiten. Der Aufbau weiterer nationaler und internationaler Forschungskooperationen ist beabsichtigt.

Umsetzung und Finanzierung

Geplant ist der Aufbau des "Deutschen Zentrums für MS im Kindes- und Jugendalter" ab dem Jahr 2008. Für einen Zeitraum von 10 Jahren werden insgesamt fünf Millionen Euro Finanzmittel benötigt. In einem ersten Schritt (von 2008 bis 2012) sind die beiden tragenden Säulen, die "Behandlung und Beratung" der MS-kranken Kinder sowie die "Forschung", aufzubauen. In einem zweiten Schritt (ab 2013) soll eine Stiftungsprofessur zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit eingerichtet werden.

Aufbau des Deutschen Zentrums für MS in zwei Schritten
1. Behandlung und Beratung
* Einrichtung einer bundesweiten tagesklinischen Anlaufstelle für innovative Therapien.
* Aufbau eines Informations- und Weiterbildungsangebots für die Betroffenen, deren Angehörige und Fachärzte. MS-kranke Kinder und Jugendliche sollen so früh wie möglich die bestmögliche Therapie erhalten und bei alltäglichen Problemen im Umgang mit ihrer Krankheit unterstützt werden.
Forschung
* Errichtung einer Forschergruppe "Pädiatrische Multiple Sklerose". Hier sollen neue Erkenntnisse zur Entstehung und zum Verlauf von MS im Kindes- und Jugendalter gewonnen werden. Die Ergebnisse liefern die Grundlage für die Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten.
Finanzbedarf (2008 bis 2012): 2.750.000 ¤ für fünf Jahre

2. Stiftungsprofessur
* Die Errichtung einer Stiftungsprofessur "Pädiatrische Multiple Sklerose" trägt entscheidend dazu bei, einen stetigen Fortschritt in Forschung und Behandlung sicherzustellen.
Finanzbedarf (2012 bis 2017): 2.250.000 ¤ für fünf Jahre

Partner und Förderer

Damit das Zentrum wirkungsvoll mit seiner Arbeit beginnen kann, wird in den nächsten zehn Jahren ein Finanzvolumen von 5 Millionen ¤ oder 500.000 ¤ pro Jahr benötigt, über das die Universitätsmedizin derzeit nicht verfügt.

Die Universitätsmedizin Göttingen will mit dem "Deutschen Zentrum für MS im Kindes- und Jugendalter" Meilensteine setzen - mit zukunftsweisender Forschung und Erfolg versprechenden Therapien. Dazu möchte die Universitätsmedizin Göttingen überregionale und regionale Unternehmen als Partner und Förderer gewinnen. Interessierte Unternehmen, die die Chance nutzen wollen
* sich als innovativ und zukunftsweisend zu profilieren,
* sich als sozial verantwortlich zu präsentieren,
* an der Entwicklung eines bundesweit einmaligen Projektes beteiligt zu sein,
* mitzuhelfen, eine längst fällige medizinische Lücke zu schließen
können sich für das MS-Zentrum engagieren. Aber auch Spenden von Privatpersonen und Förderstiftungen sind herzlich willkommen.

Die Idee des "Deutschen Zentrums für MS im Kindes- und Jugendalter" braucht in der Öffentlichkeit Stimmen, die sich für das Vorhaben einsetzen und die für dessen finanzielle Unterstützung werben. Dafür hat die Universitätsmedizin Göttingen einen Beirat ins Leben gerufen:

* Christina Alba Ansorge
Opernsängerin, MS-Betroffene
* Carl Albrecht Jost Graf von Hardenberg
Aufsichtsratsvorsitzender der Hardenberg-Wilthen AG
* Prof. Dr. med. Ralf Gold
Direktor der Neurologischen Klinik im St. Josef Hospital der Ruhr Universität Bochum
* Adam Michel
Geschäftsführer Aktion Multiple Sklerose Erkrankter (AMSEL)
* Dr. Gabriele F. Nägler
Fachärztin AOK-Bayern
* Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock
Präsident der Berlin-Brandenburgschen Akademie der Wissenschaften

Spendenkonto:
Universitätsmedizin Göttingen,
Spendenkonto 14 20, Sparkasse Göttingen, BLZ 260 500 01
Verwendungszweck: MS-Zentrum für Kinder

WEITERE INFORMATIONEN
www.kinder-mszentrum-goettingen.de

Prof. Dr. med. Wolfgang Brück

Vorsitzender des Institutes für MS-Forschung
Direktor der Abteilung Neuropathologie
Telefon 0551/39-27 00, Fax: 0551/39-8471
E-mail: neuropat@med.uni-goettingen.de

Prof. Dr. med. Jutta Gärtner
Direktorin der Abteilung Pädiatrie II mit Schwerpunkt Neuropädiatrie
Telefon 0551/39-80 35, Fax 0551/39-6252
E-Mail: paediatrie2@med.uni-goettingen.de

Dipl.-Kffr. Gabriele Schreiber
Stabsstelle Universitätsförderung - Bereichsleiterin Medizin
Telefon 0551/39-13 278, Fax 0551/39-18 13 278
E-Mail: gabriele.schreiber@med.uni-goettingen.de

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