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"Im globalen Wettbewerb brauchen Europas Hochschulen exzellente Student Services"

12.06.2007 - (idw) Deutsches Studentenwerk

"Im globalen Wettbewerb brauchen Europas Hochschulen exzellente Student Services"

(Berlin, 12. Juni 2007) Europa kann seine führende Stellung als weltweit attraktivste Studienregion nur ausbauen, wenn die so genannten "Student Services" - Wohnen, Essen, Information, Beratung, Career Services, Kinderbetreuung - stärker ausgebaut werden und insbesondere die Hochschulen neben ihrer Lehre und Forschung die "Student Services" stärker für ihre Profilbildung einsetzen. Zu diesem Schluss kamen die mehr als 100 Expertinnen und Experten von Hochschulen und Studentenwerken aus 20 Ländern und vier Kontinenten, die sich seit gestern zur ersten internationalen "Student Services"-Konferenz dieser Art in Berlin getroffen haben. Eingeladen hatten das Deutsche Studentenwerk (DSW) sowie der "European Council for Student Affairs" (ECStA); das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Konferenz im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. "Im globalen Wettbewerb brauchen Europas Hochschulen exzellente Student Services; sie können den entscheidenden Unterschied ausmachen", sagte DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde, der gleichzeitig den ECStA präsidiert.

Er erinnert an das ambitionierte Ziel, die Europäische Union bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen. "Es reicht nicht, der Hochschulbildung allein eine hohe politische Priorität zu geben. Ebenso wichtig ist eine flankierende soziale und wirtschaftliche Infrastruktur an europäischen Hochschulen, die es jungen Menschen unabhängig von der Herkunft ermöglicht, ein Studium aufzunehmen und in Europa mobil zu sein - und auch für Studierende außerhalb Europas die gewohnten Standards bietet", erklärte Meyer auf der Heyde.

Auch EU-Bildungskommissar Ján Figel betonte in Berlin: "Exzellenz in der Hochschulbildung kann man nicht erreichen, solange der sozioökonomische Hintergrund eines Menschen eine Barriere darstellt." Peter Greisler vom Bundesministerium für Bildung und Forschung nannte die "Student Services" "Garanten für studentische Mobilität". Um die Mobilität der Studierenden in Europa zu verbessern, forderte Dr. Christian Bode, Generalsekretär des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD), unter anderem mehr preisgünstigen Wohnraum; auch müssten die sozialen Kontakte ausländischer Studierender zu ihren deutschen Kommilitoninnen und Kommilitonen verbessert werden. Finanzielle Probleme seien nach wie vor der Hauptgrund, weshalb Studierende in Europa keine Auslandserfahrungen sammeln, bestätigten mehrere Experten.

"Zu wenig Mobilität, zu wenig Wohnraum, zu wenig soziale Kontakte, finanzielle Engpässe: Diese Befunde zeigen, wie wichtig eine starke soziale und wirtschaftliche Infrastruktur allein schon für die europäische Binnenmobilität ist", resümierte ECStA-Präsident Meyer auf der Heyde, "noch wichtiger ist sie, wenn man die Anforderungen außereuropäischer Studierenden berücksichtigt. Sie erwarten nicht nur eine gute Lehre, sondern ebenso intensive Betreuung und Unterstützung, wie sie es in Heimatländern gewohnt sind."

Wie vielfältig und breit die "Student Services" weltweit organisiert sind, zeigten Vortragende aus verschiedenen Ländern. Prof. Dr. Tan Teck-Koon von der National University von Singapur stellte den "Studierenden-zentrierten" Ansatz seiner Hochschule vor, die sich insbesondere um eine starke emotionale Bindung ihrer Studierenden bemüht. Ulla-Mari Karhu von der finnischen "Student Housing"-Organisation berichtete von ihrem Projekt, im russischen St. Petersburg im Rahmen eines finnisch-russischen Kulturaustauschs ein Studierenden-Wohnheim zu bauen. Gert Christens aus Antwerpen stellte ein belgisches Projekt vor, das Studierende mit psychischen Problemen rasche Hilfe bietet. Pierre Richter vom französischen Studentenwerks-Dachverband CNOUS sprach über neueste Trends der Hochschulgastronomie, und Dr. Rudolf Pörtner, Geschäftsführer des Studentenwerks Dresden, berichtete vom neuen Campusbüro "Studieren mit Kind", das man gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden geschaffen hat.

Prof. Dr. Kokichi Shoji, Präsident der japanischen "National Federation of University Co-operative Associations", skizzierte auf der Berliner Konferenz das breite Angebot an Student Services in Japan, die auch Buchhandlungen, Computer und Reisebüros für Studierende umfassen. Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der Alexander von Humboldt-Stiftung, präsentierte die "Welcome Centres", mit denen die Stiftung internationale Forscherinnen und Forscher in Deutschland empfängt.

Wie wichtig international vergleichbare "Student Services" sind, um Europa als Studienstandort beispielsweise gegenüber den USA attraktiver zu machen, zeigten die Ausführungen von Bernd Wächter von der Academic Cooperation Association. In umfangreichen Befragungen außereuropäischer Studierender, insbesondere aus Indien und China, stellte man fest: Europa genießt als Studienstandort einen guten Ruf, etwa wegen seiner reichen Geschichte und kulturellen Vielfalt, auch der Zugang zum Hochschulstudium in Europa wird positiv bewertet. Die USA hingegen liegen bei den außereuropäischen Studierenden bei den "harten" Kriterien" wie Qualität der Ausbildung, Wert der Abschlüsse und Jobchancen deutlich vorne - insbesondere auch bei der Infrastruktur des Studiums. "Hier müssen wir in Europa ansetzen und die Student Services an die internationalen Standards angleichen", schlussfolgert Meyer auf der Heyde.

Hintergrund: ECStA, European Council for Student Affairs
Der unabhängige europäische Dachverband "European Council for Student Affairs" hat das Ziel, die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur an den Hochschulen in Europa zu verbessern. Dem ECStA gehören derzeit 18 Organisationen aus 14 europäischen Ländern an, unter ihnen auch das Deutsche Studentenwerk (DSW) als Dachverband der 58 Studentenwerke in Deutschland oder der französische Studentenwerks-Dachverband CNOUS (Centre National des ¼uvres Universitaires et Scolaires). In jüngster Zeit sind Organisationen aus Griechenland, Estland und der Schweiz dem ECStA beigetreten. Insgesamt betreut der ECStA 10 Millionen Studierende in Europa.


Weitere Infos im Internet: www.ecsta.org/sam/

Kontakt: Stefan Grob, Telefon: 030/29 77 27 20, Mobil: 0163/29 77 27 2, E-Mail: stefan.grob@studentenwerke.de

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