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20 Millionen Euro für MHH-Forscher und Partner

27.06.2007 - (idw) Medizinische Hochschule Hannover

DFG fördert Sonderforschungsbereiche zu Transplantation und regenerativer Medizin Großer Erfolg für die Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat zwei neue Sonderforschungsbereiche zu den Themen Transplantation und Medizintechnik genehmigt, bei denen die MHH Sprecherhochschule ist. Bis zum Jahr 2011 wird die Wissenschaft dadurch mit mehr als 20 Millionen Euro gefördert. "Das ist zunächst ein außerordentlicher Erfolg für die beteiligen Forschergruppen und die Sprecher der beiden Sonderforschungsbereiche", betont Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Präsident der MHH. "Zudem zeigt es, dass die Strategie der Hochschule, sich auf Schwerpunktfelder zu konzentrieren, erfolgreich ist." Die mit dem Erfolg in der Exzellenzinitiative im vergangenen Jahr geschaffene Infrastruktur wird dank der beiden Bereiche mit national einzigartigen und international exzellenten Forschungsprojekten genutzt. Im Sonderforschungsbereich (SFB) 738 "Optimierung konventioneller und innovativer Transplantate" arbeiten elf Abteilungen der MHH zusammen, Sprecher ist Professor Dr. Michael Manns, Direktor der Abteilung Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Am SFB/Transregio 37 "Mikro- und Nanosysteme in der Medizin - Rekonstruktion biologischer Funktionen" sind die MHH, die Leibniz Universität Hannover, die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, das Laserzentrum Hannover und die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen sowie die Universität Rostock beteiligt; Sprecher ist Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der MHH-Abteilung Thorax-, Herz-, Gefäßchirurgie. Allein an der MHH werden mit den beiden Sonderforschungsbereichen 90 Arbeitsplätze geschaffen.

SFB 738: 19 Teilprojekte rund um Transplantate in der MHH

Die MHH ist eines der größten Zentren für Organ- und Zelltransplantation in Deutschland. Der SFB 738 ist ein Verbundprojekt, mit dem die Wissenschaftler der MHH und des Twincore - dem Infektionsforschungszentrum von MHH und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig - offene Fragen auf dem Gebiet der Transplantationsmedizin erforschen, sowie neue Methoden der Zelltransplantation entwickeln. "Das Versagen von Transplantaten und die Knappheit an zu transplantierenden Spenderorganen stellen uns vor riesige Herausforderungen", sagt Professor Michael Manns, "ebenso wie die Tatsache, dass die Lebensdauer der transplantierten Organe begrenzt ist." Genau diesen Problematiken widmet sich der SFB. Im Bereich der Knochenmarktransplantation sollen die Nebenwirkungen der Transplantation minimiert und gleichzeitig eine Immunantwort gegen verbleibende Tumorzellen entwickelt werden. "Auf dem Gebiet der soliden Organtransplantation wollen wir Methoden zur Immuntoleranz erforschen, die die Abstoßungsreaktionen verhindern können", erläutert Professor Manns. Die Nebenwirkungen von Medikamenten, die das Immunsystem (und damit die Abstoßungsreaktion) unterdrücken, aber damit die Infektionsgefahr steigern, sollen verringert werden. "Wir zielen darauf ab, eines Tages ganz auf die Therapie mit Immunsuppressiva verzichten zu können", erläutert Professor Manns. "Außerdem entwickeln einige Forschergruppen die Alternativen zu Transplantationen weiter." Dazu gehören die Leberzelltherapie und die Pankreasinseltherpie, die bei Lebeversagen beziehungsweise Diabetes mellitus zum Einsatz kommen sollen, aber auch der Einsatz von Gentherapien. Sie sollen Alternativen zur klassischen Übertragung eines ganzen Organs darstellen. Die Förderung des SFB 738 "Optimierung konventioneller und innovativer Transplantate" mit 9,2 Millionen Euro ist zunächst für vier Jahre bewilligt. Die DFG kann die Förderung dieses SFB 738 zweimal um je weitere vier Jahre verlängern. Es entstehen 62 neue Stellen an der MHH - so viele Arbeitsplätze wie in einem neuen mittelständigen Unternehmen.

SFB/Transregio 37: Technik trifft Biologie in Hannover, Aachen und Rostock

"Es geht darum, Methoden und Anwendungen im Bereich der Mikro-, Nano- und Lasertechnik für hochmoderne Bioimplantate zu erforschen - ein ganz junges Feld im Bereich der Medizintechnik", sagt Professor Dr. Axel Haverich. Dabei arbeiten Wissenschaftler der Human- und Veterinärmedizin sowie der Material- und Naturwissenschaften zusammen. Die Teilprojekte sind drei Bereichen zugeordnet, die unterschiedliche Methoden und Ziele verfolgen, sich aber untereinander fördern und ergänzen. Der Bereich A fasst alle Projekte der optischen Technologien zusammen, die sich mit der Manipulation von Zellen und Zellverbünden auseinandersetzen. Besonders der Lasertechnologie wird in der Mikro- und Nanosystemtechnologie ein herausragendes Potenzial zugesprochen. Der Bereich B befasst sich mit Methoden der Biointerfaces, also der Verbindungsstellen von Technik und Zellen. Dabei werden die bioaktiven Oberflächen und Partikel zunächst hergestellt, analysiert, dann messtechnisch charakterisiert. Ziel ist, ihre Effizienz in der Wechselwirkung mit dem biologischem Gewebe zu optimieren. Im Bereich C werden die zentralen Fragen an hochfunktionalen, intelligenten Bauteilen und Systemen und konkreten Anwendungen erörtert. Der Querschnittsbereich Q steht als "Klammer" für die anderen drei Bereiche zur Verfügung und befasst sich mit der Erschließung neuer, innovativer Untersuchungsmethoden auf den Gebieten der Mikroskopie und der Biokompatibilitätstestung. Die 14 Teilprojekte des neuen SFB/Transregio 37 werden von der DFG in den nächsten vier Jahren mit 10,6 Millionen Euro gefördert mit der Option auf zweimalige Verlängerung um jeweils vier Jahre. Von den 62 neuen Stellen im Transregio werden 28 an der MHH geschaffen.



Weitere Informationen erhalten Sie zum SFB 738 bei Professor Dr. Michael Manns, Telefon (0511)532-3306, manns.michael@mh-hannover.de, sowie zum SFB/Transregio 37 bei Professor Dr. Axel Haverich, Telefon (0511 532-6580, haverich.axel@mh-hannover.de.

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