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Schon Kinder haben das Recht mitzubestimmen - auch in der Schule

12.09.2007 - (idw) Universität Siegen

Demokratie als Lebensform, nicht nur als Lernziel

"Demokratische Grundschule" ist der Titel und das Thema eines internationalen Symposions, das vom 19.- 21.9.2007 am Forschungsinstitut für Geistes- und Sozialwissenschaften der Universität Siegen stattfindet. "Wer an Schulen nur fachliches Wissen bzw. Können betrachtet und punktuell abtestet, dem schrumpft der Blick auf Pädagogik leicht zu PISA", kritisiert Prof. Dr. Hans Brügelmann, einer der Veranstalter. "Aber zu einer guten Schule gehört viel mehr. Viele schauen nur auf fachliche Leistungen, dazu noch beschränkt auf wenige ausgewählte Bereiche. Durch die Testbrille ist kaum zu erfassen, was Schulen zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung demokratischer Haltungen beitragen".
Schule ist die einzige Institution unserer Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche aus allen sozialen Milieus zusammenkommen. Damit ist sie der Ort, an dem eine Gesellschaft zusammenwächst - oder Gruppen voneinander getrennt werden. Und sie ist alltäglicher Lebensraum, in dem Macht ausgeübt, Interessen ausgehandelt, Rechte respektiert oder missachtet werden. "Viele sehen Schule nur als Vorbereitung auf die Zukunft. Aber die UN-Kinderrechtskonvention von 1989 fordert, dass wir die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen bereits heute achten. Und diese Prinzipien hat die Kultusministerkonferenz im vergangenen Jahr ausdrücklich übernommen, ohne dass das in der Öffentlichkeit bemerkt wurde", betont Axel Backhaus, Mitglied der Arbeitsgruppe Primarstufe der Universität Siegen, die die Tagung ausrichtet. Dieses Ziel umzusetzen versuchen immer mehr Alternativschulen - in ganz unterschiedlichen Formen: Summerhill in England, die Sudbury-Schools u. a. in den USA, inzwischen auch in Deutschland, aber auch immer mehr Regelschulen, zum Beispiel im Reformverbund "Blick über den Zaun".
Dabei bleiben Fragen wie:
- Sind es bestimmte Schülergruppen, die von den Freiräumen stärker profitieren als andere?
- Brauchen Kinder verschiedener Altersstufen unterschiedlich strukturierte Umgebungen, um die Freiheit produktiv nutzen zu können?
- Wie lassen sich die aktuellen Bedürfnisse des einzelnen Kindes, die der Gruppe und die Allgemeinbildungsforderungen der Gesellschaft ausbalancieren?

Antworten auf diese und weitere Fragen suchen Lehrer aus verschiedenen Reformschulen und Experten unterschiedlicher Disziplinen während der Siegener Tagung. Zu deren Auftakt verleiht der Fachbereich 2 der Universität Siegen dem Vorsitzenden des Grundschul¬verbandes, Horst Bartnitzky, einem der Protagonisten einer "kindgerechten Grundschule", die Ehrendoktorwürde. Mit seinem Vortrag zum Anspruch einer demokratischen Grundschule sowie einem Überblick "Demokratisches Lernen - der gesellschaftliche Kontext" von Ursula Winklhofer (Deutsches Jugendinstitut, München) als öffentlichem Auftakt beginnt die Tagung.
Weitere Informationen: http://www.demokratische-grundschule.de
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