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Palm Beach County möchte Max-Planck-Institut nach Florida holen

13.09.2007 - (idw) Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat das Angebot erhalten, ihr erstes Auslandsinstitut in den USA zu gründen. Am 11. September stellte der Palm Beach County im Bundesstaat Florida einstimmig die Summe von 86,9 Millionen Dollar für die nächsten zehn Jahre bereit. In den nächsten Wochen soll nun durch Mittel des Staates Florida die Finanzierung komplettiert und konkret über eine Institutsgründung verhandelt werden. Nach dem County-Beschluss ist nun der Weg für die ebenfalls notwendige Zustimmung durch den Staat Florida frei, der die vom County zur Verfügung gestellte Summe auf insgesamt 190 Millionen Dollar aufstocken will. Damit könnte auf dem Jupiter Campus der Florida Atlantic University (FAU) ein Max-Planck-Institut im Bereich der Lebenswissenschaften in unmittelbarer Nähe zu dem Scripps-Forschungsinstitut entstehen.

"Die gestrige Entscheidung ist für die Max-Planck-Gesellschaft ein großes Kompliment. Wir freuen uns sehr, dass die Commissioner des Countys uns einen derart großen Vertrauensvorschuss entgegenbringen", sagte MPG-Präsident Gruss nach dem Votum. Mit der Neuansiedlung von Scripps und nun vielleicht auch der Max-Planck-Gesellschaft will der Bundesstaat Florida in kürzester Zeit in der obersten Liga der weltweiten Biotechnologie-Zentren mitspielen. Der Bundesstaat hofft, in das entstehende Biotechnologie-Zentrum noch weitere international renommierte Forschungsinstitute und Biotech-Firmen anzuziehen. Auf diese Weise will Florida die Basis des Wohlstandes ausbauen und so seinen wirtschaftlichen Erfolg langfristig sichern. "Dass die Verantwortlichen in Florida als einzigen ausländischen Partner gerade eine deutsche Forschungsorganisation einladen, ist ein Erfolg für das deutsche Wissenschaftssystem als Ganzes", so Gruss weiter.

Das im Bereich Biomedizin international renommierte Forschungsinstitut Scripps hatte sich erst vor drei Jahren auf dem Campus der Florida Atlantic University angesiedelt. Vor allem die Perspektive einer engen Kooperation auf einem Campus mit Scripps ist für die Max-Planck-Gesellschaft ausschlaggebend für ihr Interesse am Palm Beach County. "Für innovative biomedizinische Grundlagenforschung sind Scripps und Max Planck ein Dream Team" sagte Gruss. Das Angebot an die Max-Planck-Gesellschaft wird auch von der lokalen Florida Atlantic University (FAU) unterstützt. Die FAU, die am schnellsten wachsende Universität in den Vereinigten Staaten, wird ein wichtiger Partner bei der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses sein und stellt das Bauland zur Verfügung.

Erstes Institut auf amerikanischem Boden

"Wir haben in Florida eine unglaubliche Unterstützung und Begeisterung für unsere Forschung erlebt, sowohl in der Wirtschaft und Politik als auch von Privatleuten", sagt MPG-Präsident Peter Gruss. "Florida bietet für exzellente Grundlagenforschung ein besonders dynamisches Umfeld." Sollte nach dem positiven Votum des County nun auch der Bundesstaat Finanzmittel für das Institut bereitstellen, könnten konkrete Vertragsverhandlungen starten und das Institut noch 2008 seine Arbeit beginnen. Später soll das Institut drei Abteilungen besitzen, in denen rund 135 Mitarbeiter aus aller Welt forschen. Gleichzeitig möchte die Max-Planck-Gesellschaft ein Gästeprogramm anbieten und international renommierten Forschern Laborplätze zur Verfügung stellen.

"Mit dem Max-Planck-Florida-Institut können wir mit einem eigenen Institut in der wichtigsten Wissenschaftsnation der Welt Fuß fassen", sagt Peter Gruss, der die Verhandlungen in den USA als Teil einer weiteren Internationalisierung der Max-Planck-Gesellschaft begreift. "Wir wollen das Erfolgsmodell ?Max Planck` exportieren und unsere Auslandsaktivitäten in Europa, Amerika und Asien verstärken." Dabei könne die Zusammenarbeit von Partnerinstituten bis hin zu vollwertigen Max-Planck-Instituten reichen.


Derzeit befinden sich von den 78 Max-Planck-Instituten drei im Ausland: Die Bibliotheca Hertziana in Rom, das Kunsthistorische Institut in Florenz sowie das Max-Planck-Institute für Psycholinguistik in Nijmegen/Niederlande. Außerdem hat die MPG gemeinsam mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaft ein Max-Planck-Partnerinstitut in Shanghai gegründet.
Weitere Informationen: http://goto.mpg.de/mpg/pri/20070913/
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