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Enge Verzahnung von Peer-to-Peer-Forschung mit Industrie

13.09.2007 - (idw) Hessisches Telemedia Technologie Kompetenz-Center e.V.

Immer mehr Interessengemeinschaften organisieren sich im Internet: YouTube, das berufliche Netzwerk Xing und das StudiVZ zählen zu den bekannteren dieser Communities. Schon heute geht ein Großteil des Datenverkehrs auf solche Interessengemeinschaften zurück. Insbesondere dem Video-on-Demand auf Community-Plattformen werden enorme Wachstumsraten vorhergesagt. Peer-to-Peer-Technologien, bei denen die Verteilung der Videos wie im Schneeballsystem funktioniert, erlauben eine Verteilung der Kosten für den Datentransfer auf alle Teilnehmer des Netzwerks. Das als Think Tank in der P2P-Forschung etablierte Fachgebiet Multimedia Kommunikation (KOM) der TU Darmstadt entwickelt neue Mechanismen, um die hohen Kosten der Plattformbetreiber für den Download der Filme auf ein Minimum zu reduzieren. Besonders revolutionär ist, dass die Nutzer durch Rabatte auf Bezahlinhalte für die Verteilung belohnt werden können. Das Düsseldorfer Unternehmen motionet AG will diese Ideen in die Praxis umsetzen und kooperiert mit KOM bei der Entwicklung eines Prototypen. Darmstadt. Immer mehr Interessengemeinschaften organisieren sich im Internet: YouTube, das berufliche Netzwerk Xing und das StudiVZ zählen zu den bekannteren unter den so genannten Communities. "Schon heute geht ein Großteil des Datenverkehrs auf solche Interessengemeinschaften zurück", berichtet Prof. Ralf Steinmetz, Leiter des Fachgebietes Multimedia Kommunikation (KOM) der TU Darmstadt, "doch in Zukunft werden die angebotenen Inhalte exponentiell wachsen", sieht der Darmstädter Internet-Experte voraus. "Insbesondere dem Video-on-Demand werden enorme Wachstumsraten vorhergesagt", ergänzt Nicolas Liebau, Leiter des Forschungsbereichs Peer-to-Peer-Networking am Fachgebiet KOM, "und das ist mit den bislang üblichen Client-/Server-Systemen kaum zu machen. Die Kosten für den enormen Datentransfer vom Server wären zu hoch." Der Darmstädter Wirtschaftsingenieur ist seit März im Aufsichtsrat der Düsseldorfer motionet AG. Das Unternehmen entwickelt eine Software, die es Communities erlaubt, Video-on-Demand-Funktionalitäten basierend auf P2P-Technologien anzubieten.

Erste kommerzielle P2P-Systeme für Video-on-Demand sind bereits in der Testphase. Bei diesen Systemen beteiligt sich jeder Netzwerk-Teilnehmer (Peer) an der Verbreitung der Filme, so dass die Kosten für das Herunterladen der Dateien auf sämtliche Peers verteilt werden.

"Im Rahmen unserer Kooperation mit motionet kooperieren wir mit dem Unternehmen unter anderem bezüglich des Designs der neuen Software. Besonders wichtig für sie ist, wie man in P2P das Beziehen von Bezahlinhalten abrechnen kann und wie man die Nutzer für die Verteilung der Inhalte belohnt, z.B. durch Rabatte. Und genau in diesem Bereich haben wir sehr viel Erfahrung.", berichtet Liebau. "Zudem können wir unseren neuartigen Simulator PeerfactSim.KOM nutzen, um ein Peer-to-Peer-System für die konkrete Anwendung der motionet AG zu testen. Zum Beispiel können wir dadurch ein für die Düsseldorfer geeignetes Overlay-Netzwerk simulieren bevor wir es realisieren." Ein Overlay-Netzwerk ist ein Netzwerk, das auf ein bestehendes Netzwerk, in diesem Fall das Internet, aufgesetzt wird. Es ermöglicht das Auffinden der Kommunikationspartner in einem Peer-to-Peer-System. Das Unternehmen profitiert bei der Entwicklung damit von neuesten Forschungsergebnissen. "Für uns hat die Zusammenarbeit zusätzlich den Vorteil, dass wir unsere Forschungsergebnisse in der Praxis überprüfen können", freut sich der Darmstädter Wirtschaftsingenieur. Einen ersten Prototyp der Software will die motionet AG bereits Ende des Jahres vorstellen.

Weitere Informationen: http://www.multimedia-communications.net/ http://www.motionet.de/typo3/
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