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Realisierungswettbewerb für zweite Ausbaustufe des Campus Westend

17.09.2007 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Wissenschaftsminister Corts übergibt Preise in der Universität Frankfurt / Thomas Müller Ivan Reimann Architekten aus Berlin erneut erfolgreich / Ausstellung bis 28. September Wiesbaden/Frankfurt. Insgesamt fünf Preise und vier Ankäufe hat das Preisgericht unter Vorsitz von Prof. Klaus Humpert, Stuttgart, nach der zweitägigen Sitzung für den Realisierungswettbewerb der zweiten Ausbaustufe Campus Westend am 13. und 14. September 2007 vergeben.

Der erste Preis wurde dem Architekturbüro Thomas Müller Ivan Reimann Architekten (Berlin) zugesprochen. Nach Planungen des Büros wird bereits das Gebäude für die Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaften im Rahmen der ersten Ausbausstufe realisiert. An die Architekturbüros Auer + Weber (Stuttgart), Gerber Architekten (Dortmund) und Weinmiller Architekten (Berlin) wurde jeweils ein dritter Preis vergeben. Den fünften Preis erhielt das Generalplanungsbüro Prof. Kollhoff (Berlin). Darüber hinaus wurden die Entwürfe der Büros Bez + Kock (Stuttgart), Eggert und Partner (Stuttgart), Ermel / Horinek / Weber (Kaiserslautern) und Prof. Walter Noebel (Berlin) angekauft.

Im Rahmen des Wettbewerbs für einen aus zwei Teilen bestehenden Gebäudekomplex war es Ziel der Jury, architektonische Lösungen zu auszuwählen, die den angestrebten Ensemblecharakter aufgreifen und weiterentwickeln und somit angemessen mit den Bauten der ersten Ausbaustufe und dem historischen IG Hochhaus korrespondieren. Als eigenständige Gebäude sollen ein Verwaltungsbau, in dem auch das Präsidium und das Hochschulrechenzentrum untergebracht werden, und ein Gebäude für die Disziplinen Gesellschaftswissenschaften, Erziehungswissenschaften, Psychologie und Humangeographie sowie weitere Infrastruktureinrichtungen errichtet werden. Eine gemeinsame Tiefgarage ergänzt die Hochbauten. Der Baubeginn ist für Anfang 2009 vorgesehen; die Fertigstellung für das erste Quartal 2011 terminiert. Der Finanzbedarf für das neue Großprojekt umfasst insgesamt 120 Millionen Euro und entspricht damit in etwa dem Investitionsvolumen für die erste Ausbaustufe.

Der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, dankte dem Preisgericht für die engagierte, konstruktive und intensive Auseinandersetzung mit den eingereichten 33 qualitätvollen Wettbewerbsarbeiten und würdigte das Ergebnis als einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung des Campus Westend und der Universität Frankfurt: "Ich begrüße ausdrücklich die Auswahl der Jury und beglückwünsche die Preisträger." Corts übergab anschließend die symbolischen Schecks an die Architekten.

Preisgerichtsvorsitzender Prof. Klaus Humpert hob hervor, dass die im Wettbewerb vorgegebene Aufgabe von den Preisträgern eindrucksvoll und überzeugend im Sinne des Auslobers gelöst worden sei. Mit den ausgewählten Entwürfen würden Campusgedanke und Ensemblecharakter konsequent weiterentwickelt. Das gelte gleichermaßen für die städtebauliche Figur als auch für die architektonische Gestaltung. Die Ergebnisse der Preisträger nähmen in allen Belangen die hohen Qualitäten des ersten Ausbauabschnitts auf und führten diese angemessen fort. Prof. Humpert wünschte Land und Universität im Namen des Preisgerichts viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung der einmaligen Aufgabe einer Neugestaltung eines Campus'.

Der von Müller Reimann vorgelegte Entwurf erfüllt die Vorgaben des Rahmenplans, insbesondere wird die Hauptkante zum Grünzug mit beiden Gebäuden klar aufgenommen. Darüber hinaus korrespondieren die zum Campus gerichteten Gebäudefronten gut mit der gegenüberliegenden ersten Ausbaustufe. Das Baufeld wird an drei Stellen sinnvoll geöffnet: Eine zentrale Eingangsterrasse gliedert beide Gebäude zum Campus hin, ein eingeschossiger Gebäudeteil markiert die Einfahrt zur Lübecker Straße und ein Binnenplatz vermittelt räumlich und funktional zwischen Präsidium und Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte. Das Gebäude, das Verwaltung und Präsidium aufnimmt, erfährt durch diese Höhenstaffelung eine dezente Betonung als besonderer Bau.

Der Frankfurter Dezernent für Kultur und Wissenschaft, Prof. Dr. Felix Semmelroth, bezeichnete den weiteren Ausbau des Campus Westend als Gewinn und Aufwertung für den Stadtteil: "Die Stadt verfolgt mit großem Interesse und Sympathie die konsequent positive Entwicklung der Universität, die ein großer Gewinn für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Frankfurt ist."

Prof. Dr. Rudolf Steinberg, Präsident der Universität Frankfurt, zeigte sich außerordentlich zufrieden über das Wettbewerbsergebnis: "Die Arbeiten der Preisträger werden wesentlich dazu beitragen, die Idee einer Campusuniversität mit einprägsamer Identität und Gestalt durch die überzeugende Einbindung in ein architektonisches und städtebauliches Ensemble sichtbar und nachhaltig zum Ausdruck zu bringen." Steinberg wies ausdrücklich darauf hin, dass nun endlich auch die Nutzer des ungeliebten AfE-Turms eine motivierende und zeitnahe Perspektive für den Umzug in ein hochwertiges, funktionales und modernes Gebäude hätten. Dies gelte aber auch für Verwaltung und Präsidium.

Dem Preisgericht unter Vorsitz des Stuttgarter Architekten Prof. Klaus Humpert gehörten folgende Fachpreisrichterinnen und Fachpreisrichter an: Prof. Roland Burgard (Wien), Prof. Alfram Edler von Hoessle (Wiesbaden), Prof. Jörg Friedrich (Hamburg), Prof. Barbara Jakubeit (Frankfurt), Jürgen Minkus (Köln) und Prof. Thomas Will (Dresden). Sachpreisrichter waren Universitätspräsident Prof. Dr. Rudolf Steinberg, Stadtrat Prof. Dr. Felix Semmelroth, Prof. Dr. Andreas Gold, Vizepräsident der Universität Frankfurt sowie Vertreterinnen und Vertreter des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst und des Hessischen Ministeriums der Finanzen.

Die Entwürfe werden vom 17. bis 28. September im Labsaal der Universität, Bockenheimer Landstr. 133, 60325 Frankfurt präsentiert. Die Ausstellung ist Montag bis Freitag jeweils von 13 bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 12 bis 16 Uhr geöffnet.

Kontakt: Peter Rost, Bevollmächtigter des Präsidiums für die Standortneuordnung Tel: 069 / 798 23836;

E-Mail: rost@pvw.uni-frankfurt.de

Preisträger und Preisgelder

1. Preis Thomas Müller Ivan Reimann GmbH 68.000 Euro
3. Preis Auer + Weber + Assoziierte 43.000 Euro
3. Preis Gerber Architekten 43.000 Euro
3. Preis Weinmiller Architekten 43.000 Euro
5. Preis Prof. Kollhof Generalplanungs-GmbH 22.000 Euro

Ankauf Ermel / Horinek / Weber ASPLAN 13.750 Euro
Ankauf AEP Architektengruppe Eggert & Partner 13.750 Euro
Ankauf Architekturbüro Prof. Walter A. Noebel 13.750 Euro
Ankauf Bez + Kock Architekten Generalplaner GmbH 13.750 Euro

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