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Vortrag über fundamentalistisches Denken

19.09.2007 - (idw) Hanse-Wissenschaftskolleg

Der weltweit renommierte Psychotherapeut Prof. Otto Kernberg (New York), spricht auf Einladung des HWK und der Oldenburgischen Landesbank über fundamentalistisches Denken Das OLB-Stiftungsfellowship am HWK
Seit 2004 besteht zwischen dem Hanse-Wissenschaftskolleg (HWK) und der Oldenburgischen Landesbank (OLB) eine Vereinbarung, bei der auf Einladung beider Partner jährlich eine weltweit herausragende Forscherpersönlichkeit auf kürzere Zeit als Fellow an das HWK kommt und dort für Wissenschaftler aus der Region aus ihrem Fachgebiet ein eintägiges Seminar abhält. Den zweiten Höhepunkt bildet ein von der OLB ausgerichteter halböffentlicher Vortrag.
Ende September bis Anfang Oktober 2004 war Prof. Dr. Eric Kandel (Columbia University New York) als erster OLB-Stiftungsfellow am HWK. Der zweite OLB-Stiftungsfellow im Dezember 2005 war Lord Ralf Dahrendorf (London), und als dritter OLB-Stiftungsfellow kam im September 2006 Professor Wallace C. Broecker von der Columbia Universität in New York nach Delmenhorst.
Der vierte OLB-Stiftungsfellow, der weltweit renommierte Psychoanalytiker und Psychotherapeut Professor Otto F. Kernberg, lebt ebenfalls in New York. Er hat am 18. September 2007 im HWK für geladene Wissenschaftler und Psychotherapeuten ein Seminar zum Thema "Depression: Neurowissenschaftliche and psychoanalytische Perspektiven" veranstaltet und in diesem Rahmen zwei Vorträge über "Die Psychoanalyse der Depression" und "Trauer und Melancholie" halten. Am heutigen Tag hält er in der in der Reihe "OLB-Forum" einen Vortrag vor den Gästen der Oldenburgischen Landesbank (OLB).

Zum Vortrag von Otto F. Kernberg im Kleinen Haus in Delmenhorst
Der Vortrag als OLB-Stiftungsfellow findet am heutigen Mittwoch, dem 19. September 2007, von 19.00 bis 20.30 Uhr im Kleinen Haus in Delmenhorst statt. Der Titel seines Vortrags lautet: "Die Verführung durch Formen fundamentalistischen Denkens. Vorbeugung und Therapie".
Inhaltlich befasst sich der Vortrag mit einigen psychologischen Aspekten der Frage, wie bei bestimmten Menschen eine fundamentalistische Ideologie entstehen kann. Dabei geht es um innerseelische Prozesse, wie sie in Kleingruppen und in Großgruppen gleichermaßen auftreten. Diese Prozesse fördern eine Regression in narzisstische und paranoide Tendenzen und treten dabei in Wechselwirkung mit sozialpsychologischen und historischen Phänomenen. Die gesellschaftlichen Voraussetzungen derartiger regressiver Entwicklungen erlauben es zwar, über Präventionsmaßnahmen nachzudenken, machen aber auch deutlich, welch enge Grenzen solchen Interventionen gesetzt sind.

Zur wissenschaftlichen Arbeit von Otto F. Kernberg
Als praktizierender Psychoanalytiker, als Lehrender und als Forscher hat sich Otto F. Kernberg vor allem mit narzisstischen Störungen, der Frage der Objektbeziehungen und mit Persönlichkeitsstörungen befasst. Sein besonderes Augenmerk gilt seit langem dem Thema der Borderline-Störungen. Die weltweite Diskussion über Borderline-Störungen und die Frage, ob diese als Persönlichkeitsstörung oder als eine Form der Persönlichkeitsorganisation zu verstehen seien, hat er wesentlich beeinflusst. Hervorgetreten ist Kernberg unter anderem mit zwölf von ihm allein und elf gemeinsam mit anderen Autoren verfassten Büchern. In deutscher Sprache erschien zuletzt Körper und Persönlichkeit: Entwicklungspsychologie, Neurobiologie und Therapie von Persönlichkeitsstörungen (mit Andreas Remmel, Wolfgang Vollmöller und Bernhard Strauß), Stuttgart: Schattauer 2006.

Zu seiner Person
1928 am 10. September Geburt in Wien; 1939 Emigration mit der Familie nach Chile, dort Studium der Biologie und Medizin, danach der Psychiatrie und Psychoanalyse; 1959 erster Besuch in den Vereinigten Staaten, um am Johns Hopkins Hospital Psychotherapieforschung zu betreiben; 1961 Übersiedlung in die Vereinigten Staaten; 1974 Ernennung zum Professor der Klinischen Psychiatrie an der Columbia University in New York City; 1976 Ernennung zum Professor für Psychiatrie an der Cornell University in Ithaca, New York; 1995 Distinguished Service Award der American Psychiatric Association; 1997 Präsident der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (bis 2000); 1998 Ehrendoktorwürde der Universität Buenos Aires; 1999 Verleihung des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst; 1999 bis heute Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Lindauer Psychotherapiewochen; Direktor des Instituts für Persönlichkeitsstörungen, The New York Presbyterian Hospital


Ansprechpartner:
Uwe Opolka, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, HWK, Lehmkuhlenbusch 4, 27753 Delmenhorst, Tel.: 0 42 21-91 60-1 09, E-Mail: uopolka@h-w-k.de

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