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Polarflugzeuge am 30. September in Bremerhaven zu besichtigen

20.09.2007 - (idw) Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung

Forschungsflugzeug Polar 5 kurz vor dem ersten Antarktiseinsatz Bremerhaven, 20. September 2007. Am 30. September können sich Interessierte auf dem Regionalflughafen Luneort in Bremerhaven von 11 bis 15 Uhr rund um den Einsatz von Polarflugzeugen am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren, informieren.

An diesem Tag wird das neue Forschungsflugzeug Polar 5 erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Dieser Termin wird auch vorerst die letzte Möglichkeit einer Besichtigung von Polar 5 sein, da das Flugzeug direkt nach Indienststellung am 1. Oktober zu seiner ersten Antarktismission aufbricht. Neben Polar 5 wird auch das Forschungsflugzeug Polar 2 in Bremerhaven zu sehen sein.

Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Helmholtz-Gemeinschaft unterhält seit 1983 Polarforschungsflugzeuge. Bis Januar 2005 waren zwei Flugzeuge vom Typ Dornier 228-101 im Einsatz: Polar 2 und Polar 4. Da Polar 4 nach einer harten Landung auf der Antarktischen Halbinsel jedoch irreparabel beschädigt wurde, musste Ersatz beschafft werden, um auch weiterhin flugzeuggestützte Forschung in den schwer zugänglichen Polargebieten zu ermöglichen. Die Forschungsflugzeuge des Alfred-Wegener-Instituts werden hauptsächlich für Untersuchungen der Wechselwirkungen zwischen Bodenoberfläche, Eis und Atmosphäre in der Arktis und Antarktis eingesetzt.

Polar 5
Das Flugzeug vom Typ Basler BT-67 basiert auf einer DC3, die neu aufgebaut wurde und, neben einer Rumpfverlängerung und modernen Turboprop-Triebwerken, ebenfalls mit Rad-Skifahrwerken ausgestattet wurde. Flugzeuge dieses Typs werden bereits erfolgreich in der Antarktis eingesetzt. Polar 5 ist im Vergleich zu ihrem Vorgänger Polar 4 größer und leistungsstärker. Es kann an jedem Punkt des grönländischen und antarktischen Eisschildes starten und landen, beispielsweise in der Antarktis auch an der deutschen Kohnen-Station rund 3000 Meter über dem Meeresspiegel, oder an der russischen Station Vostok in einer Höhe von 3477 Metern über dem Meeresspiegel.

Derzeit wird das Flugzeug in Zusammenarbeit mit der Firma OPTIMARE Sensorsysteme AG in Bremerhaven für den ersten wissenschaftlichen Einsatz in der Antarktis vorbereitet. Am 1. Oktober wird das in Kanada registrierte Forschungsflugzeug in Dienst gestellt. Mit Indienststellung übernimmt das kanadische Unternehmen Enterprise Airlines den Betrieb von Polar 5. Neben den geplanten wissenschaftlichen Missionen in der Arktis und der Antarktis, wird Polar 5 auch für logistische Einsätze innerhalb des internationalen Flugnetzwerkes DROMLAN in Dronning Maud Land (Antarktis) eingesetzt.

Polar 2
Die zweimotorige Maschine ist eine Sonderversion des Mehrzweckflugzeuges Dornier 228-101. Sie hat Rad-Skifahrwerke, mit denen sie auf Betonbahnen oder Schneepisten starten und landen kann. Die Maschine ist mit erweiterter flugtechnischer Ausrüstung, verstärkten Generatoren, Zusatztanks, Enteisungsanlagen an Propellern und Tragflächen sowie einer verbesserten Isolierung des Innenraums auf den polaren Einsatz vorbereitet. Moderne Navigations- und Steuersysteme erlauben einen Einsatz unter schwierigsten Wetterbedingungen.

Einsatz im Eis
Aktuelle Forschungsschwerpunkte der Polarflugzeuge in der Geophysik sind die Kartierung der antarktischen Kontinentalplatte sowie die Bestimmung der Geometrie und Dynamik der angrenzenden Kontinentalplatten. Im Norden ist die Kartierung der Öffnungsgeschichte des Nordatlantiks Gegenstand der Forschung. Eisforscher, die so genannten Glaziologen, wollen mit Unterstützung der Flugzeuge die Mächtigkeit des Eises und die interne Struktur des antarktischen und grönländischen Eisschilds mit Hilfe von Radaruntersuchungen erfassen. Im Blickpunkt der Flugzeugeinsätze der Atmosphärenforschung und Meteorologie stehen vor allem die zeitliche und räumliche Variabilität von Ozon, Spurengasen, Kleinstpartikeln in der Luft, so genannte Aerosole und Wolken.

Hinweise für Redaktionen:

Der bereits angekündigte Termin im Programm der Pier der Wissenschaft am 3. Oktober entfällt!

Ihre Ansprechpartner sind Dr. Andreas Herber (Tel. 0471/4831-1489, E-Mail: Andreas.Herber@awi.de ) und Dr. Daniel Steinhage (Tel. 0471/4831-1198, E-Mail: Daniel.Steinhage@awi.de). Ihr Ansprechpartner in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist Dr. Ude Cieluch (Tel: 0471/4831-2008; E-Mail: medien@awi.de). Weitere Informationen sowie druckbare Bilder finden Sie auf unserer Webseite unter: http://www.awi.de/de/infrastruktur/fluggeraete/forschungsflugzeuge/

Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.

Das Alfred-Wegener-Institut forscht in der Arktis, Antarktis und den Ozeanen der mittleren sowie hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die internationale Wissenschaft zur Verfügung. Das Alfred-Wegener-Institut ist eines der fünfzehn Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, der größten Wissenschaftsorganisation Deutschlands.

Das Alfred-Wegener-Institut gehört zur Pier der Wissenschaft in Bremerhaven. Die Pier der Wissenschaft ist das Markenzeichen eines Netzwerkes, das als Forum zur Entwicklung von Kooperationsprojekten im Dialog mit Wirtschaft, Kultur und der breiten Öffentlichkeit dient. Die Pier wird getragen von der Hochschule Bremerhaven, dem Alfred-Wegener-Institut, dem Historischen Museum Bremerhaven, dem Deutschen Schiffahrtsmuseum, dem Zoo am Meer, dem Designlabor, der Phänomenta, dem Deutschen Auswandererhaus und dem Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven. Unterstützt wird das Netzwerk vom Magistrat Bremerhaven, dem Stadttheater Bremerhaven, dem Lehrerfortbildungsinstitut (LFI) und der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung (BIS).


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