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Koch: Wichtiger Impuls für Reform der deutschen Hochschullandschaft

28.09.2007 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Hessischer Landtag schafft gesetzliche Grundlage für Umwandlung der Universität Frankfurt in Stiftungshochschule zum 1. Januar 2008 Frankfurt/Wiesbaden. Der Hessische Landtag hat in seiner Sitzung vom 27. September 2007 am Donnerstagabend den Weg frei gemacht für die Umwandlung der Universität Frankfurt in eine Stiftungsuniversität zum 1. Januar 2008. Das entsprechende Gesetz wurde mit den Stimmen der Regierungsfraktion verabschiedet. Zuvor hatte der Senat der Universität Frankfurt der geplanten Umwandlung mit großer Mehrheit ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung ebenfalls zugestimmt (vgl. Pressemitteilung 161 vom 19.9.). Auch die Oppositionsparteien im hessischen Landtag hatten vor der Abstimmung die Umwandlung der Universität Frankfurt in eine Stiftungshochschule grundsätzlich positiv gewürdigt. Aus Sicht der Universitätsleitung erfolgt daher der Start in die neue Epoche der Universität mit starker Rückendeckung des hessischen Landtags.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch erklärte, die Entscheidung für die Stiftungsuniversität bedeute einen wichtigen Impuls für die Reform der hessischen und deutschen Hochschullandschaft. Anders als in anderen Bundesländern, die Universitäten bei Veränderungen teilweise zu Einheitslösungen verpflichteten, strebe Hessen eine Pluralität der Modelle im Hochschulbereich an. "Es ist Auffassung der Landesregierung, dass nur auf dem Weg der Autonomie wirkliche Exzellenz zu erreichen ist", sagte der Ministerpräsident. "Wie diese auszugestalten ist, sollte Sache der Universitäten sein."

Wissenschaftsminister Udo Corts würdigte die Entscheidung "als historischen Tag für die Universität Frankfurt. Die Landesregierung hat die Bestrebungen der Universität Frankfurt, sich in eine Stiftungsuniversität mit weitgehender Autonomie zu wandeln, von Anfang an unterstützt und den parlamentarischen Weg dafür geebnet." Corts erinnerte in diesem Zusammenhang an das TUD-Gesetz, das 2004 verabschiedet worden war: Nach den guten Erfahrungen mit diesem Modell habe man sich entschieden, der Universität Frankfurt ein bundesweit einmaliges Maß an Autonomie zu gewähren. Der Staat ziehe sich vollständig aus der Detailsteuerung von Deutschlands fünftgrößter Universität zurück.

Der Minister äußerte sich beeindruckt über das Tempo, mit dem der Senat die nahezu einstimmige Entscheidung für die Stiftungsuniversität herbeigeführt habe: "Ich spreche der Universität Frankfurt unter der hervorragenden Leitung von Präsident Steinberg für den professionellen Prozess der Entscheidungsfindung meine Anerkennung aus. Sie hat eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie das Vertrauen, welches die Landesregierung in ihre Leistungsfähigkeit setzt, verdient."

Universitätspräsident Rudolf Steinberg dankte der Landesregierung, den Hochschulgremien und beteiligten Mitgliedern der Universität für ihre konstruktive Mitarbeit an der wichtigsten Reform der Frankfurter Universität in den letzten 50 Jahren. Beeindruckend sei auch die Unterstützung aus vielen Bereichen der Gesellschaft gewesen: "Wir bauen eine neue Universität. Dies gilt nicht nur im baulichen, sondern auch im organisatorischen und geistigen Sinne." Die Realität der neuen Stiftungsuniversität werde bald auch die meisten Kritiker überzeugen, gab sich Steinberg sicher.

Als Hauptziele der Stiftungsuniversität bezeichnete Steinberg die Verwirklichung von Exzellenz in ausgewählten Bereichen bei gleichzeitiger Wahrung der wissenschaftlichen Breite. "Diesen Spagat muss die Universität schaffen." Die Stiftungsuniversität werde in den nächsten Jahrzehnten für die Verwirklichung dieser inhaltlichen Ziele die nötigen Mittel bereitstellen. Als weiteres Ziel nannte Steinberg eine stärkere Öffnung der Universität gegenüber Stadt und Region. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universität versprach Steinberg, "bei der Umwandlung ihre Interessen im Auge zu behalten. Ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass sich die Arbeits- und Studienbedingungen an der Goethe-Universität weiter verbessern."

Weitere Informationen: http://www.stiftungsuni.uni-frankfurt.de/index.html http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2007/0907/161/index.html http://www.muk.uni-frankfurt.de/pm/pm2007/0707/132/index.html
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