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Universitätsprofessor Dr. Dieter Emrich gestorben

28.09.2007 - (idw) Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Emeritus der Göttinger Nuklearmedizin und Pionier der Nuklearmedizin in Deutschland ist im Alter von 77 Jahren gestorben. (umg) Universitätsprofessor (em.) Dr. Dieter Emrich, langjähriger Direktor der Abteilung Nuklearmedizin und Lehrstuhlinhaber für Nuklearmedizin an der Universitätsmedizin Göttingen, ist am vergangenen Sonntag, dem 23. September 2007, im Alter von 77 Jahren in Bielefeld gestorben. Professor Emrich gehörte zu der Gründergeneration des Faches Nuklearmedizin in Deutschland. Die Medizinische Fakultät und die Universitätsmedizin Göttingen trauern um einen engagierten Arzt, Wissenschaftler und Lehrer, der sich in besonderer Weise um die Nuklearmedizin in Göttingen und in Europa verdient gemacht hat.

Professor Dr. Dieter Emrich wurde am 21. Oktober 1929 in Münster/Westfalen geboren und hat in Münster, Heidelberg und Freiburg Medizin studiert. Nach der Promotion 1957 in Freiburg und der Assistentenzeit an der dortigen Medizinischen Klinik sowie im Albert-Schweitzer-Krankenhaus Northeim erlangte er 1965 die Facharztanerkennung für Innere Medizin. Bereits in dieser Zeit befasste er sich klinisch und wissenschaftlich mit dem medizinischen Einsatz von radioaktiven Stoffen am Menschen. Im gleichen Jahr folgte er Professor Dr. Werner Creutzfeldt nach Göttingen, um das bescheidene Isotopenlabor in der Medizinischen Klinik (Innere Medizin) weiter auszubauen. Im Mai 1965 habilitierte er sich an der Universität Göttingen mit einer Arbeit über den Jodstoffwechsel für das Fach Innere Medizin und Nuklearmedizin. Zunächst als wissenschaftlicher Assistent, dann als Oberarzt baute er das Göttinger Isotopenlabor weiter aus.

Im Oktober 1969 folgte die Ernennung zum Professor und Leiter der nuklearmedizinischen Abteilung in Göttingen. Die Möglichkeiten der Nuklearmedizin wurden in dieser Zeit wissenschaftlich weltweit sehr intensiv diskutiert. Als Stipendiat ging Dieter Emrich deshalb 1971 an das renommierte John Hopkins Hospital in Baltimore und erwarb zusätzlich eine amerikanische Facharztanerkennung für Nuklearmedizin. 1974 wurde die Nuklearmedizin in Deutschland ein selbständiges Fach und Dr. Emrich zum ordentlichen Professor und Lehrstuhlinhaber für Nuklearmedizin mit einer eigenen Abteilung im Zentrum Radiologie berufen. Den Umzug in das neue Universitätsklinikum im Jahr 1977 nutzte Professor Emrich, um eine nuklearmedizinische Abteilung mit einer modernen Ausstattung und mit einem eigenen Forschungstrakt für die medizinisch-physikalische Entwicklung aufzubauen. So entstand während seiner Amtszeit eine Station für die Diagnostik und Behandlung mit radioaktiven Substanzen, die bis heute die einzige in Südniedersachsen geblieben ist. Die von ihm etablierte Spezialambulanz für Schilddrüsenerkrankungen der Nuklearmedizin gehört ebenfalls bis heute zu den bedeutenden universitären Einrichtungen ihrer Art. Von 1991 bis 1993 war Prof. Dr. Emrich Ärztlicher Direktor des Klinikums und musste unter anderem den Brand im Bettenhaus Eins und seine Folgen organisatorisch begleiten.

Wissenschaftlich legte Professor Emrich großen Wert auf klinische Forschung. Ein ihm persönlich wichtiger Schwerpunkt lag dabei auf der Erforschung des Jodstoffwechsels und bestimmter Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Daneben befasste er sich mit den Möglichkeiten der nuklearmedizinischen Diagnostik und Behandlung anderer innerer Erkrankungen. Zusammen mit Kardiologen arbeitete er an der Verbesserung nuklearmedizinischer Diagnose-Verfahren bei Herzerkrankungen. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Klärung der Frage, ob und wie nuklearmedizinische Methoden bei der Erkennung und Behandlung von Krebserkrankungen eine Rolle spielen können. Dies führte bereits in den 80iger Jahren zum Einsatz von radioaktiv markierten Antikörpern zur Diagnostik und Therapie am Göttinger Universitätsklinikum. Damit legte Prof. Emrich den Grundstein für eine zukunftsweisende Ausrichtung der Göttinger Nuklearmedizin. Professor Emrich war es, der 1976 eines der ersten nuklearmedizinischen Lehrbücher herausgab. Aus seiner Abteilung sind zahlreiche renommierte Nuklearmediziner hervorgegangen, von denen einige heute Lehrstühle z.B. in Berlin und Köln besetzt haben.

Professor Emrich war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Gremien sowie in akademischen Gremien der Medizinischen Fakultät. Als Präsident der Jahrestagung der Society of Nuclear Medicine Europa gelang es ihm 1986, die beiden großen europäischen nuklearmedizinischen Fachgesellschaften auf einem gemeinsamen Kongress in Goslar zum Zusammenschluss zu führen.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Stefan Weller
Telefon 0551 / 39-9959, E-mail: presse.medizin@med.uni-goettingen.de
Robert-Koch-Straße 42, 37075 Göttingen

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