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Professor Benno Parthier erhält ersten "Hans-Olaf-Henkel-Preis"

09.10.2007 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Der erste "Hans-Olaf-Henkel-Preis - Preis für Wissenschaftspolitik" geht an Prof. Benno Parthier aus Halle. Das entschied eine zehnköpfige Jury unter Vorsitz von Prof. Joachim Treusch, Präsident der Jacobs University Bremen. Parthier wird insbesondere für seine herausragenden Verdienste um einen gesamtdeutschen Forschungsraum und für die erfolgreiche Vereinigung unterschiedlicher Wissenschaftssysteme geehrt. Bonn/Berlin - Die Leibniz-Gemeinschaft vergibt 2007 erstmals den "Hans-Olaf-Henkel-Preis - Preis für Wissenschaftspolitik". Der Preis erinnert an die Amtszeit von Hans-Olaf Henkel, der von 2001 bis 2005 Präsident der Leibniz-Gemeinschaft war, und ehrt Personen, die ein herausragendes Engagement für die Wissenschaft gezeigt haben und deren Wirken zu einer verbesserten Anerkennung der Wissenschaft in der Öffentlichkeit geführt hat. Die unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Vertretern des Öffentlichen Lebens, die kürzlich unter dem Vorsitz von Prof. Joachim Treusch, Präsident der Jacobs University Bremen, in Berlin zusammentrat, entschied einstimmig für Prof. Benno Parthier.

Professor Benno Parthier wird insbesondere für seine herausragenden Verdienste um einen gesamtdeutschen Forschungsraum und die erfolgreiche Vereinigung unterschiedlicher Wissenschaftssysteme geehrt. Dazu gehört die Eingliederung der Forschungsinstitute der Akademie der Wissenschaften der DDR in das gesamtdeutsche Wissenschaftssystem nach der Wiedervereinigung ebenso wie die Reform der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. "Ich bin über diese Entscheidung der Jury sehr glücklich", sagt Prof. Ernst Th. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. "Professor Benno Parthier hat die erfolgreiche Zusammenführung des ost- und des westdeutschen Forschungssystems - wofür die Leibniz-Gemeinschaft steht - maßgeblich mitgestaltet. Erst die Aufnahme der einstigen DDR-Institute hat der Leibniz-Gemeinschaft gesamtdeutsches Gewicht verliehen." Durch die Aufnahme der 34 leistungsfähigsten Akademieinstitute der DDR nach der Wiedervereinigung wuchs die Zahl der damals lose verbundenen "Blaue-Liste-Einrichtungen" stark an, was dann bald zur Gründung der heutigen Leibniz-Gemeinschaft führte. Prof. Benno Parthier war auch Gründungsdirektor und Geschäftsführender Direktor des jetzigen Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) in Halle.

"Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und nehme sie gerne an", sagt Prof. Benno Parthier. "Es war mir ein besonderes Anliegen, dass herausragende Forschungseinrichtungen der DDR mit ihrem hoch qualifizierten Personal eine neue Chance im wiedervereinigten Wissenschaftssystem Deutschlands bekommen." Als Mitglied der deutsch-deutschen Kommission und Vorsitzender der wissenschaftlichen Kommission des Wissenschaftsrates fiel Prof. Benno Parthier eine schwierige Mittlerrolle zwischen den Wissenschaftlern der neuen und der alten Bundesländer, zwischen Politik und Wissenschaft, zu.

Zu Prof. Parthiers großen Verdiensten gehört auch, gemeinsam mit der Politik einen Weg gefunden zu haben, um die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina dauerhaft zu erhalten und zu reformieren. Die Leopoldina ist die älteste naturwissenschaftlich-medizinische Gelehrtengesellschaft in Deutschland und darüber hinaus. Sie wurde 1652 in Schweinfurt gegründet und hat seit 1878 ihren Sitz in Halle/Saale. Zu Mitgliedern der Leopoldina werden hervorragende Gelehrte aus aller Welt gewählt, rund 160 davon erhielten bisher den Nobelpreis. Prof. Benno Parthier war von 1990 bis 2003 Präsident der Leopoldina.

"Die Preisjury hat mit Herrn Professor Parthier eine gute Wahl getroffen", sagt Hans-Olaf-Henkel, dem zu Ehren der Preis benannt und von der Leibniz-Gemeinschaft gestiftet wurde. "Professor Parthier hat sich um das deutsche Wissenschaftssystem äußerst verdient gemacht, was in der breiten Öffentlichkeit nicht immer wahrgenommen wurde. Sein Engagement verdient eine weitere Auszeichnung."

In Erinnerung an die Amtszeit von Hans-Olaf Henkel als Präsident der Leibniz-Gemeinschaft und in Würdigung seines Engagements in anderen Wissenschaftsorganisationen trägt der Preis den Namen "Hans-Olaf-Henkel-Preis - Preis für Wissenschaftspolitik". Henkel war Senator der Max-Planck-Gesellschaft (1990 bis 2005), der Helmholtz-Gemeinschaft (2001 bis 2005) und der Leibniz-Gemeinschaft (1998-2001) sowie im Vorstand des Stifterverbands tätig (1987 bis 2000).

Vorschlagsberechtigt für den Preis sind die Präsidenten bzw. Vorsitzenden der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen, der Präsident der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungseinrichtungen (AiF), der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) sowie die Bundesministerin für Bildung und Forschung und die Wissenschaftsministerinnen und -minister der Länder. Das Preisgeld beträgt 20.000 Euro.

Kontakt

Leibniz-Gemeinschaft
Thomas Vogt
Pressesprecher
Schützenstraße 6a
10117 Berlin
Tel.: 030/20 60 49-42
Fax: 030/20 60 49-55
Mobil: 0173/5135669
E-Mail: vogt@leibniz-gemeinschaft.de

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 83 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.500 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Weitere Informationen: http://www.leibniz-gemeinschaft.de
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