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Exzellente Saarbrücker Informatik - Exzellenzcluster und Graduiertenschule bewilligt

19.10.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

International besetzte Jury bewilligt der Saar-Uni Exzellenzcluster und Graduiertenschule Bei der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen wurden der Universität des Saarlandes beide Informatik-Anträge bewilligt. Außer der Universität waren an beiden Anträgen das Max-Planck-Institut für Informatik, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie das neu gegründete Max-Planck-Institut für Softwaresysteme beteiligt.

In einem mehrstufigen Verfahren hat das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft einberufene internationale Gutachtergremium sowohl dem Antrag auf ein Exzellenzcluster zum Thema "Multimodal Computing and Interaction" als auch dem Konzept einer internationalen Graduiertenschule für Informatik den Zuschlag erteilt. Zusammen erhalten die beiden Projekte von Bund und Land in den nächsten fünf Jahren rund 40 Millionen Euro Fördergelder.

Zusätzlich zu diesen Zuwendungen bedeutet der Erfolg in der Exzellenzinitiative einen enormen Prestige-Gewinn. Dies macht Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Linneweber deutlich:
"Saarbrücken zählt bundesweit und international zu den führenden Informatik-Standorten. Dies wird durch die Entscheidung für gleich zwei Anträge aus der Informatik nun eindrucksvoll bestätigt und verstärkt. In der Informatik spielen wir in der Champions League und unter den deutschen Universitäten in der ersten Bundesliga. Außerdem hervorzuheben: Unter den Universitäten der beiden Südwestländer von Rheinland-Pfalz und dem Saarland sind wir, die Universität des Saarlandes, die einzige mit einem Exzellenzcluster - und nicht nur das: in Verbindung mit der Graduiertenschule haben wir sogar einen glatten Doppelsieg eingefahren. Ich bin mir sicher, dass die damit verbundene Vorreiterstellung an der gesamten Universität einen Schub auslösen wird. Den Informatikern, Computerlinguisten und Phonetikern an der Universität und den eng verbundenen Forschungsinstituten danke ich für ihre vorbildliche Zusammenarbeit."

Der geschäftsführende Direktor des Max-Planck-Instituts für Informatik, Prof. Dr. Hans-Peter Seidel, der den Exzellenantrag koordiniert und geleitet hat, kommentiert den positiven Bescheid: "Mehr denn je sind wir hier in Saarbrücken in der Lage, mit hervorragenden Wissenschaftlern aus der ganzen Welt die Grundlagen für die Informatikwelt von morgen zu schaffen. Ihr wesentliches Merkmal wird sein, dass sie uns mit einem hohen Vernetzungsgrad allzeit multimedial und interaktiv zur Verfügung steht." Sein Namensvetter Prof. Raimund Seidel Ph.D., Koordinator der Graduiertenschule, ergänzt: "Es ist uns ein besonderes Anliegen, dass mit unserer Exzellenz in der Forschung eine exzellente Ausbildung und Nachwuchsförderung einhergeht. In diesem Sinne soll die geplante Graduiertenschule zu einem weltweit sichtbaren Leuchtturm werden."

Hinweis für Journalisten:

Ministerpräsident Peter Müller und Universitätspräsident Volker Linneweber laden zur Pressekonferenz ein: heute (19.10.07) 15 Uhr in der Staatskanzlei.

Zur Stunde wird auf dem Campus gebührend gefeiert: Im Foyer des Informatik-Gebäudes E1 3 stößt Universitätspräsident Linneweber mit Wissenschaftlern und Studierenden der Informatik auf den Erfolg an. Für Interviews und Aufnahmen stehen ebenfalls zur Verfügung: Dekan Prof. Dr. Thorsten Herfet, Prof. Dr. Hans-Peter Seidel (Koordinator des Exzellenzantrags), Prof. Raimund Seidel Ph.D. (Koordinator der Graduiertenschule), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Wahlster (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz), Prof. Dr. Kurt Mehlhorn (Max-Planck-Institut für Informatik), Prof. Dr. Peter Druschel Ph.D. (Max-Planck-Institut für Softwaresysteme) und Prof. Dr. Manfred Pinkal (Computerlinguistik).

Detaillierte Darstellungen des Exzellenzclusters und der Graduiertenschule finden sich anbei sowie unter: http://www.uni-saarland.de/de/medien.

- Das Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction"

Das Exzellencluster hat zum Ziel, Computersysteme zu entwickeln, die mit den Menschen auf natürliche Weise kommunizieren können. Sie sollen nicht nur Texte verarbeiten, sondern auch wie Menschen sehen und hören können. Dafür ist es erforderlich, dass die Computer mit ganz unterschiedlichen Arten von Informationen umgehen können: mit Sprache, Bildern, Videos, Grafiken und hochdimensionalen Daten. Die Informationssysteme sollen außerdem den Menschen überall und zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Dabei ist es wichtig, dass sie sich auf die jeweilige Umgebung einstellen können und auf Sprache, Texte und Gesten reagieren. Neben virtuellen Welten sollen auch virtuelle Charaktere zum Einsatz kommen, die möglichst natürlich mit dem Menschen kommunizieren können.

Damit solche Informationssysteme verlässlich funktionieren, müssen noch viele Forschungsfragen geklärt werden. Zum Beispiel müssen große Datenmengen, die auf verschiedene Quellen verteilt sind und möglicherweise verrauscht oder unvollständig ankommen, bearbeitet werden. Erst dann wird der Nutzer, der die Daten vielleicht mobil, aber in hoher Qualität empfangen will, unmittelbar ein scharfes Bild oder Video erhalten. Außerdem wird es darum gehen, ganz unterschiedliche Informationen aus Bildquellen, Datenbanken oder mündlichen Äußerungen zusammenzuführen und ohne Verzögerung - also in Echtzeit - aufzubereiten.

Das Exzellenzcluster gliedert sich dafür in neun Forschungsgebiete. Vier davon werden Grundlagen erforschen und sich folgenden Themen widmen: der Verarbeitung von Text und Sprache, der Verarbeitung visueller Informationen (Visual Computing), den algorithmischen Grundlagen sowie den sicheren und autonomen verteilten Systemen. Fünf Forschungsgebiete werden sich stärker an den Anwendungen orientieren: das offene Wissenschafts-Web (Open Science Web), Informationsverarbeitung in den Lebenswissenschaften, große virtuelle Umgebungen, Erzeugung virtueller Charaktere und multimodale Dialogsysteme.

Das Cluster umfasst die Informatik, Computerlinguistik und Phonetik der Universität des Saarlandes, des Max-Planck-Instituts für Informatik, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz sowie des neu gegründeten Max-Planck-Instituts für Softwaresysteme. Das Cluster hat als ein zentrales Ziel, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu qualifizieren und zu fördern. Der überwiegende Teil der beantragten Mittel ist deshalb für die Einrichtung von 20 Nachwuchsgruppen vorgesehen.

Fragen beantworten Ihnen:
Prof. Hans-Peter Seidel
Max-Planck-Institut für Informatik
Tel. 0681/9325-400
Email: infol@mpi-inf.mpg.de

- Die internationale Graduiertenschule für Informatik in Saarbrücken

Die Saarbrücker Graduiertenschule wird die gesamte Doktorandenausbildung in der Informatik an der Universität des Saarlandes umfassen. Ehrgeiziges Ziel ist es, wissenschaftliche Ausbildung in so hoher Qualität anzubieten, dass man die Graduiertenschule regelmäßig zu den zehn weltbesten wissenschaftlichen Ausbildungsstätten in der Informatik zählen wird. Neben der Informatik an der Universität des Saarlandes werden sich das Max-Planck-Institut für Informatik, das Max-Planck-Institut für Softwaresysteme sowie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz an Forschung und Lehre im Rahmen der Graduiertenschule beteiligen. Koordinator der Graduiertenschule ist Professor Raimund Seidel Ph.D. (Lehrstuhl für Theoretische Informatik).

Die Struktur des Graduiertenprogramms wird sich dem internationalen Wettbewerb anpassen. Studierende, die stark an der Forschung interessiert sind, können direkt in das Doktorandenprogramm einsteigen, also ohne den Umweg über den Masterabschluss. Typischerweise sollen Studierende mit Bachelor-Abschluss aufgenommen und in drei Semestern mit Vorlesungen und Seminaren in wissenschaftlicher Breite ausgebildet werden. Einer Qualifizierungsprüfung folgt dann die Forschungs- und Dissertationsphase. Alternativ werden auch wie bisher Studierende nach dem Masterabschluss aufgenommen, die dann je nach Bedarf auf ihre Forschungsphase vorbereitet werden und vor der Dissertationsphase auch eine Qualifizierungsprüfung bestehen müssen.

Für die Graduiertenschule wird es ein kompetitives Zulassungsverfahren geben. Dafür wird sich die Einrichtung nach außen als eine Einheit darstellen und nicht als lose Ansammlung von Professoren und Instituten. Alle Studierenden werden von den Professoren gemeinsam betreut, und auch ihre Fortschritte werden jedes Semester gemeinsam von allen Professoren bewertet. Daneben werden ihnen so genannte Soft Skills vermittelt, etwa zum Thema "Wissenschaftliches Schreiben und Präsentieren". Durch gemeinsame Büroräume in der Vorbereitungsphase soll der Teamgeist unter den Studierenden gefördert werden. Außerdem erhalten die Studierenden garantiert eine finanzielle Unterstützung. Für Studentinnen ist zudem eine besondere Förderung vorgesehen.


Fragen beantwortet Ihnen:
Prof. Raimund Seidel
Lehrstuhl für Theoretische Informatik
Tel. 0681/302-4513
Email: rseidel@cs.uni-sb.de

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