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Positive Jahresbilanz des Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft"

22.10.2007 - (idw) Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Stärkung und Profilbildung der Meereswissenschaften in Kiel schon sichtbar

Der Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft", ein interdisziplinärer Forscherverbund zum Thema "Chancen und Risiken des Ozeanwandels", zieht positive Bilanz nach dem ersten von insgesamt fünf Förderjahren. "Der interdisziplinäre Ansatz unseres Clusters ist aufgegangen. Ich bin beeindruckt, dass wir in einem Jahr wesentliche Lücken in der Meeresforschung durch Nachbardisziplinen schließen konnten. Wir haben exzellente Wissenschaftler für unser Netzwerk gewonnen, die neue Aspekte und Impulse in die Forschung bringen", sagt Professor Klaus Wallmann, Sprecher des ersten norddeutschen Exzellenzclusters.

14 Juniorforschergruppen werden bis Anfang 2008 ihre Forschung zu besonderen Fragestellungen aus dem Bereich der Meereswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR) und am Institut für Weltwirtschaft (IfW) aufnehmen. Für die meisten Forschungsgebiete wie zum Beispiel zum Thema "Seerecht" oder im Bereich der "Ozeanversauerung" sowie der "Küstenforschung" konnten bereits hoch qualifizierte junge Wissenschaftler aus dem In- und Ausland gewonnen werden.

So beschäftigt sich Professor Gernot Friedrichs, Institut für Physikalische Chemie, mit der Chemie der Meeresoberfläche. "Zahlreiche chemische Prozesse an der Ozeanoberfläche und ihre Auswirkungen auf das Weltklima sind weit gehend unbekannt. Wir wollen mit modernen Laserverfahren chemische Prozesse identifizieren, deren Untersuchung letztendlich dazu beitragen kann, dass Klimamodelle noch genauer werden", sagt Friedrichs.
Der Frage "Welche marinen Ressourcen wo und wie abgebaut oder ausgebeutet werden dürfen?" stellt sich der Rechtswissenschaftler Professor Alexander Proelß. "Die aktuelle Diskussion um den Abbau von Ressourcen am Nordpol zeigt, dass in Zukunft ein Zusammenspiel aller Akteure auf der internationalen Bühne noch wichtiger werden wird. Die für die Weltmeere geltenden Rechtsregeln müssen befolgt und weiterentwickelt werden", sagt Proelß. Der neu berufene Professor wechselte vor kurzem von Tübingen an die Kieler Uni und verstärkt den Exzellenzcluster im Forschungsbereich Seerecht.

25 neue maritime Forschungsprojekte gestartet
Über die neuen Nachwuchsforschergruppen hinaus fördert der Cluster insgesamt 25 Forschungsprojekte zu neuen Fragestellungen rund um den Ozean- und Klimawandel, darunter zu den Themen Ozeanversauerung, Marine Medizin und Seerecht. Es werden schwerpunktmäßig neue Ideen und Ansätze unterstützt, die in einem kurzen Zeitraum von ein bis zwei Jahren untersucht werden.

Forschungs-Infrastruktur weiter ausgebaut
Weiterhin wurde innerhalb eines Jahres die technische Ausstattung für die Forscher entscheidend verbessert. Erst kürzlich wurde OTIS (Ocean Tracer Injection System), ein Gerät mit dem Spurenstoffe im Ozean ausgebracht werden können, erfolgreich in der Ostsee getestet. Das Gerät wurde zum überwiegenden Teil mit Fördergeldern des Clusters beschafft - unterstützt durch Finanzmitteln des IFM-GEOMAR und des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (IOW). Mit OTIS können so genannte Tracer (Spurenstoffe) im Ozean ausgebracht und ihre Ausbreitung verfolgt werden. Bisher ist weltweit nur ein weiteres solches Gerät im Einsatz.

"Zukünftig wird OTIS in unterschiedlichen Einsätzen Erkenntnisse über den Austausch zwischen tiefem und oberflächennahem Wasser liefern. Wir hoffen unter anderem auf neue Ergebnisse bei der Erforschung des Nährstoffkreislaufes", sagt Cluster-Sprecher Klaus Wallmann.

Darüber hinaus kann der Exzellenzcluster in der Isotopenforschung jetzt auf eine neue Generation hochpräziser und ultrasensitiver Massenspektrometer zugreifen. Mit diesem lassen sich unter Laborbedingungen molekulare Verbindungen aus dem Meer extrem genau und sensitiv nachweisen. Forscher ziehen so beispielsweise wichtige Rückschlüsse auf das Klima vergangener Zeiten.

Industriekooperationen und Technologietransfer
Der Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" fördert die Verbindung zur Wirtschaft und unterstützt den Technologietransfer in gemeinsamen Projekten beispielsweise mit Energieerzeugern. Im Fokus steht die Forschung zur CO2-Deponierung am Meeresboden. "Wir erhoffen uns dadurch entscheidende Erkenntnisse im Kampf gegen den Klimawandel und freuen uns als Partner der Industrie aktiv zu einem sinnvollen Technologietransfer beitragen zu können", so Wallmann.

Wissenschaftliche Nachwuchsförderung des Clusters an der CAU etabliert
Der Exzellenzcluster setzt neben der Forschung auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Seit Mai 2007 unterstützt die Integrated School of Ocean Science (ISOS) zahlreiche Jung-Wissenschaftler durch interdisziplinäre Betreuungsangebote. Die ISOS organisiert Vorlesungen, Lehrveranstaltungen und bietet Doktoranden spezielle Kursangebote. Aufgrund des interdisziplinären Ansatzes des Clusters ist die ISOS als neues Zentrum der Hochschulbildung an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) etabliert.

Ausstellung "Ozean der Zukunft" begeistert Öffentlichkeit
Der Kieler Exzellenzcluster informiert mit der Ausstellung "Ozean der Zukunft: Den Ozean erforschen, heißt die Zukunft gestalten" die breite Öffentlichkeit über das Thema "Ozean- und Klimawandel". Die Ausstellung besuchten in diesem Jahr mehr als 30.000 Besucher, darunter nahezu 150 Schulklassen. Die Wanderausstellung war während und nach der "Kieler Woche" in Kiel und am "Tag der Deutschen Einheit" in Schwerin zu sehen. Noch bis zum 4. November ist sie zu Gast in der Vertretung des Landes Schleswig-Holstein beim Bund im Herzen Berlins.

Über den Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft"
Der Kieler Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" ist ein in Deutschland einmaliger Zusammenschluss von inzwischen rund 140 Kieler Wissenschaftlern an 26 Instituten der Christian-Albrechts-Universität und dem Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR). Ziel des interdisziplinären Forscherverbundes aus Meeres- Geo- und Wirtschaftswissenschaftlern sowie Medizinern, Mathematikern, Juristen und Gesellschaftswissenschaftlern ist es, den Ozean- und Klimawandel gemeinsam zu erforschen, die Risiken und Chancen neu zu bewerten und ein weltweites Management der Ozeane und mariner Ressourcen zu entwickeln. Der Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft" wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 36 Mio. Euro gefördert.


Kontakt
Friederike Balzereit
Öffentlichkeitsarbeit Exzellenzcluster "Ozean der Zukunft",
Tel: 0431-880-3032
E-Mail: fbalzereit@uv.uni-kiel.de; presse@ozean-der-zukunft.de
Weitere Informationen: http://www.ozean-der-zukunft.de http://www.ozean-der-zukunft.de/ausstellung http://isos.uni-kiel.de/index.shtml
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