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Psychische Störungen adäquat behandeln

22.10.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Weiterbildungsstudiengang "Psychologische Psychotherapie" startet an der Universität Jena Jena (22.10.07) Wer an einer Krankheit leidet, sucht einen Arzt auf und wird dem aktuellen medizinischen Stand entsprechend behandelt. Was sich - zumindest für Deutschland - nach einer Selbstverständlichkeit anhört, trifft jedoch für einen großen Bereich von Krankheiten auch hierzulande noch nicht zu. "Psychische Störungen, wie etwa Angststörungen und Depressionen, werden zu einem hohen Prozentsatz bislang nicht ausreichend behandelt", klagt Prof. Dr. Wolfgang Miltner von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dabei seien diese z. T. schwerwiegenden Krankheiten weit verbreitet, wie der Inhaber des Lehrstuhls für Biologische und Klinische Psychologie weiß.

Der Grund: Es mangelt an ausgebildeten Psychotherapeuten. Bundesweit fehlten jedes Jahr rund 1.500 bis 2.000 Fachleute, so Miltner. Um diesem großen Bedarf an qualifizierten Psychotherapeuten Rechnung zu tragen, hat die Universität Jena zum Wintersemester 2007/08 den Weiterbildungsstudiengang "Psychologische Psychotherapie" eingerichtet. "Der berufsbegleitende Studiengang richtet sich an Psychologen mit Diplom- bzw. Masterabschluss und dauert insgesamt fünf Jahre", erläutert Prof. Miltner, der die Einrichtung des Studiengangs gemeinsam mit seinen Institutskollegen Prof. Dr. Ulrich Stangier und Dr. Barbara Eberhardt maßgeblich vorangetrieben hat. Vor kurzem hat das Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit dieses Ausbildungsangebot anerkannt, so dass im aktuellen Wintersemester die ersten 18 Psychologen ihr Weiterbildungsstudium aufnehmen können. Das Weiterbildungsstudium wird von Prof. Miltner gemeinsam mit Prof. Dr. Ulrich Stangier vom Lehrstuhl für Klinisch-Psychologische Intervention geleitet.

Das Studium umfasst neben theoretischen Kursen und Seminaren eine umfangreiche praktische Ausbildung. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Verhaltenstherapie gelegt. Die Studierenden müssen in dieser Zeit insgesamt 30 Patienten behandeln, wobei ihnen dabei ein erfahrender Therapeut zur Seite steht. Zusätzlich sind Kurse zur Selbsterfahrung vorgeschrieben, "um die Teilnehmer zur Reflexion des eigenen therapeutischen Handelns zu befähigen", wie Prof. Miltner erläutert. Die Weiterbildung schließt mit der Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten ab.

Das Weiterbildungsangebot "Psychologische Psychotherapie" ist jedoch nicht nur eine Bereicherung des Lehrangebots der Jenaer Universität. "Das Angebot ist auch wichtig, um zukünftig exzellente Nachwuchswissenschaftler an die Jenaer Universität zu holen", macht Prof. Miltner deutlich. Für viele aufstrebende Forscher sei die Möglichkeit, sich berufsbegleitend weiterqualifizieren zu können, eines der entscheidenden Kriterien für die Wahl des Arbeitsortes. Das Institut für Psychologie der Jenaer Universität gehört seit Jahren zu den führenden Forschungseinrichtungen in Deutschland, wie zahlreiche Hochschulrankings großer Zeitschriften belegen.

Kontakt:
Prof. Dr. Wolfgang Miltner
Institut für Psychologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Am Steiger 3, Haus 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 945141
E-Mail: Wolfgang.Miltner[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de/zpp_weiterbildung.html http://www.uni-jena.de
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