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Mit Studium der Elektro- und Informationstechnik die Zukunft bewahren

22.10.2007 - (idw) Hochschule Esslingen

Zukunft bewahren! Mit diesem provokanten Veranstaltungsmotto tagte der Fachbereichstag Elektrotechnik und Informationstechnik (FBTEI) am Freitag, 19. Oktober, an der Hochschule Esslingen. Dekane aus allen Fachhochschulen Deutschlands treibt die große Sorge der Weiterentwicklung in Lehre und Studium um, damit die Zukunft deutscher Unternehmen gesichert bleibt. (Esslingen) Alle zwei Jahre treffen sich die Dekane der elektrotechnischen und informationstechnischen Studiengänge an deutschen Fachhochschulen. Drei Themenfelder beschäftigen die 70 aus allen Teilen Deutschlands angereisten Teilnehmer auf dem diesjährigen Fachbereichstag: Wie sieht die Zukunft der Lehre im Zeitalter von Bachelor und Master aus? Was bedeuten die neuen Abschlüsse für die Beschäftigung der Absolventen? Wie verändert sich in Zukunft das Tätigkeitsprofil der Professoren in Lehre und Forschung? Diese zentralen Fragen, so Prof. Dr.-Ing. Ralph Hansen, Vorsitzender des FBTEI, sind die Aufgaben an die Lehrenden in den nächsten Jahren.

Auch für Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Dietrich Birk ist der wachsende Bedarf an hochqualifizierten Nachwuchskräften insbesondere im Ingenieurbereich eine zentrale Herausforderung für Hochschulen und Wirtschaft. "Die baden-württembergischen Fachhochschulen", so Birk, "sind im Wettbewerb stark aufgestellt. Allerdings fehlen nach einer Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Deutschland derzeit 48.000 Ingenieure. In Baden-Württemberg ist das Defizit mit rund 12.000 Ingenieure am höchsten, vor allem auf dem Gebiet des Maschinenbaus und der Elektrotechnik." Seine Sorge ist die Kopplung der demografischen Entwicklung mit der stark steigenden Nachfrage nach Studienanfängerplätzen. Die baden-württembergische Landesregierung habe deshalb im Ausbauprogramm Hochschule 2012 ein geeignetes Instrument geschaffen, um der Nachfrage nach Fachkräften zu begegnen. Bis zum Jahr 2012 werden insgesamt 16.000 zusätzliche Studienanfängerplätze an den Hochschulen des Landes geschaffen, 3.500 entstanden bereits im laufenden Studienjahr 2007/08.

"Bachelorstudiengänge ermöglichen den Studierenden schneller als zuvor den Einstieg in das Erwerbsleben", so Birk. Mit Blick auf die jüngste Diskussion ist die Vergabe eines "Bachelor professional" für Handwerksmeister jedoch der falsche Schritt. "Ich habe grundsätzlich Verständnis dafür, die Abschlüsse international verständlich zu machen." Die Vergabe eines "Bachelor professional" für Absolventen der beruflichen Weiterbildung, so Birk weiter, lehne jedoch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst wie auch der Arbeitgeberverband ab. "Der Titel des Handwerksmeisters kann nicht mit einem akademischen Grad gleichgesetzt werden."

Als wichtige Komponente eines wettbewerblichen Hochschulsystems sieht der Staatssekretär die Qualitätssicherung und die Qualitätsentwicklung. "Für das gute Abschneiden der Hochschulen im internationalen Wettbewerb ist Qualität in Forschung und Lehre entscheidend", sagte Birk. Dass die Fachhochschulen dabei einen gleichberechtigten Platz neben anderen Hochschulen einnehmen sollen, wurde vom Publikum wohlwollend honoriert.

Prof. Hansen zieht eine positive Bilanz der Vollversammlung: "Wir wenden uns an die Kultusministerkonferenz wegen der Verbesserung des Mathematik-Unterrichts. Wir haben ein Curriculum für unsere Fächer beraten, das die Qualität bundesweit sicherstellen wird. Gegenüber den Tarifvertragsparteien konnten wir noch einmal die Bedeutung der Eingruppierung der Bachelor deutlich machen. Die Kolleginnen und Kollegen nehmen eine Menge wichtiger Informationen und Anregungen für die tägliche Arbeit mit in ihre Hochschulen. Wir haben unser Ziel erreicht."

Der Fachbereichstag Elektrotechnik und Informationstechnik wurde 1973 als freiwilliger Zusammenschluss von Fachbereichen und Studiengängen mit elektro- und informationstechnischer Ausrichtung an Fachhochschulen gegründet. Er vertritt mehr als hundert Fachhochschulen mit insgesamt 35.000 Studierenden und mehr als 1.500 Hochschullehrern und ist der größte Hochschul-Fachverband in Deutschland. Zwei Drittel der in Deutschland tätigen Ingenieurinnen und Ingenieure der Elektro- und Informationstechnik haben an einer der Mitgliedshochschulen des FBTEI studiert. Die diesjährige Tagung fand am 18. und 19. Oktober an der Hochschule Esslingen statt.

Weitere Informationen: http://www.hs-esslingen.de
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