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Heine-Gastprofessur: Dürs Grünbein liest im Wintersemester

22.10.2007 - (idw) Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Durs Grünbein ist Heine-Gastprofessor im Wintersemester 2007/08. Der 1962 in Dresden geborene Lyriker, Essayist und Übersetzer hält vier Vorlesungen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Rahmenthema "Der cartesische Taucher", deren Basis sein gerade erschienener Band gleichen Titels sowie sein Vers-Roman über Descartes ("Vom Schnee", 2003) bilden. Termine und Themen:
6. November 2007, 18.00 Uhr: "Kein reines Ich. Descartes und die Dichter"
20. November, 2007 17.00 Uhr: "Schule der Autopsie. Der Maler Rembrandt trifft den Philosophen Descartes"
15. Januar 2008, 17.00 Uhr: "'Thema für ein gut gefügtes Gehirn'. War Descartes im Irrtum?"
29. Januar 2008, 17.00 Uhr: Durs Grünbein liest aus seinen Werken.
Die Vorlesungen finden jeweils im Konrad-Henkel-Hörsaal der Universität statt (Gebäude 23.01); sie sind öffentlich und kostenfrei.

Grünbein, der als der wichtigste deutschsprachige Lyriker der Gegenwart gelten kann, lebt seit 1986 in Berlin. Er erhielt mehrere Auszeichnungen, so 1995 den renommierten Georg-Büchner-Preis, 2004 den Friedrich-Nietzsche-Preis des Landes Sachsen-Anhalt und 2006 den Berliner Literaturpreis, verbunden mit der Heiner-Müller-Professur.

Ein "Cartesischer Taucher" ist ein mit Flüssigkeit und Luft gefüllter Hohlkörper, der als Messgerät für den Druck auf Flüssigkeiten dient. Dieses Instrument, auch "Flaschenteufel" genannt, hat der französische Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes (1596 bis 1650) entdeckt. Descartes, lateinisch "Cartesius, ist der Begründer des

frühneuzeitlichen Rationalismus ("Cogito ergo sum" - "Ich denke, also bin ich.").
Descartes hatte den Traum, sämtliche getrennte Wissensfäden zu einem Universum zusammenzuführen. Was den Dichter Durs Grünbein daran fasziniert, ist nicht der Triumph nüchterner Rationalität. Es sind vielmehr das Phantastische und das Traumhafte, die hinter dieser Vorstellung liegen.
Die vier Düsseldorfer Vorlesungen sollen sich zu einer Verteidigungsrede für den oft missverstandenen und verhassten Philosophen zusammenfügen.
Grünbein wird versuchen, als Poet in das Gedankenlabyrinth von Descartes einzudringen. Welche Chance hat heute das "poetische Ich" in einer Welt, die Subjektivität durch wissenschaftliche, rationale Erklärungen zum Schweigen bringt? Kann der Mensch nur durch das "poetische Ich" sich und sein Selbstinteresse wieder entdecken?

Die Heine-Gastprofessur ist ein Geschenk des Landes Nordrhein-Westfalen an die Universität zur ihrer Namensgebung im Jahre 1988. Vor Durs Grünbein waren Marcel Reich-Ranicki, Wolf Biermann, Richard von Weizsäcker, Helmut Schmidt, Avi Primor, Antje Vollmer, Siegfried Lenz, Robert Gernhardt, Emine Özdamar und Juli Zeh Gastprofessoren.

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