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Krebsprävention durch Impfung

13.11.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Krebs-Spezialist Professor Harald zur Hausen am 14. November beim Ernst-Abbe-Kolloquium in Jena Jena (13.11.07) Noch vor wenigen Jahrzehnten schien die Diagnose "Krebs" gleichbedeutend mit kaum heilbarer oder zumindest langwieriger Krankheit. Doch der medizinische Fortschritt gibt Hoffnung: Viele Krebsarten sind inzwischen behandelbar. Noch sind allerdings zahlreiche Fragen seiner Entstehung ungeklärt. "Zurzeit lassen sich etwa 21 Prozent der global auftretenden Krebserkrankungen mit Infektionen in Verbindung bringen", weiß Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Infektionen wie Grippe oder Mittelohrentzündungen können vorgebeugt werden. Aber kann man auch den Krebs mit einer Impfung bekämpfen?

Diese Frage wird Prof. zur Hausen am 14. November in Jena klären. Dann spricht er im Rahmen der Ernst-Abbe-Kolloquien, die die Friedrich-Schiller-Universität Jena gemeinsam mit der Ernst-Abbe-Stiftung veranstalten, über "Infektionen und Krebs: Möglichkeiten der Krebsprävention durch Impfung". Der allgemeinverständliche Vortrag mit anschließender Diskussion findet um 17.00 Uhr im Zeiss-Planetarium (Am Planetarium 5) statt, der Eintritt ist frei.

Viren und Bakterien spielen bei Infektionen eine besondere Rolle. Bei einzelnen Krebsarten sind inzwischen die Verursacher entdeckt worden. "Die Identifizierung krebsauslösender Infektionen ermöglicht erstmals vorbeugende Impfungen gegen zwei häufige Krebsarten des Menschen", sagt Prof. zur Hausen: "Gebärmutterhalskrebs und durch Hepatitis B ausgelöste Leberkrebserkrankungen".

Als Ursache des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom), der zweithäufigsten Krebserkrankung vor allem bei jungen Frauen, sind die Humanen Papillomviren (HPV) erkannt worden. Zur Hausen und seinen Mitarbeitern gelang es 1983, die Papillomviren vom Typ HPV 16 und HPV 18 zu isolieren und ihr Erbmaterial in Tumorgewebe nachzuweisen. Damit gab es erstmals stichhaltige Hinweise für den Zusammenhang zwischen Papillomviren und Gebärmutterhalskrebs.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen entwickelte das Krebsforschungszentrum gemeinsam mit der Industrie einen Impfstoff zur Verhütung von Gebärmutterhalskrebs. Körpereigene Killerzellen sollen auf ein HPV-Eiweiß aufmerksam gemacht werden und daraufhin die infizierte Zelle abtöten. Darüber hinaus sollen die Hüll-Eiweiße des Virus Schutz gegen Infektionen verleihen. Im Jahr 2000 ist der Impfstoff erstmals in einer klinischen Studie an der Universität Jena getestet worden, aber erst 2006 kam der Impfstoff auf den deutschen Markt. Auch das Jenaer Uniklinikum bietet seitdem die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs an. Sie ist bei jungen Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, auf alle Fälle aber vor dem ersten Geschlechtsverkehr, besonders sinnvoll.

Was sich in den letzten 25 Jahren bei der Prävention von Krebserkrankungen getan hat, welche Chancen die Impfungen gegen Krebs mit sich bringen und welche Hürden in der Forschung noch zu überwinden sind, das wird der Heidelberger Krebs-Spezialist im aktuellen Ernst-Abbe-Kolloquium in Jena erläutern.

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