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Europa auf Schulwandbildern

13.11.2007 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Sie thematisieren die Geschichte der Menschheit und die Vereinigung Europas ebenso wie Bergbau und Industrie in Mitteleuropa: Schulwandbilder haben im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert eine wichtige pädagogisch-didaktische und methodische Rolle im Unterricht gespielt. Die Forschungsstelle Schulwandbilder der Universität Würzburg am Wittelsbacherplatz zeigt nun vom 15. November an die Ausstellung "Eurovisionen" - Schulwandbilder aus vergangenen Jahrzehnten erklären Europas Entwicklung. Mit den bunten, oft wandkartengroßen Bildern sollte der Lernstoff möglichst anschaulich nahe gebracht werden. Entsprechend zeigen sie auch anschaulicher und direkter als Lehrpläne, was aus der weiten Welt ins Klassenzimmer drang, wie die Wahrnehmung der Schüler planvoll gelenkt und wie auch im Dienste von Ideologien das Weltbild der heranwachsenden Jugend manchmal bewusst verengt wurde.

"Europa ist der kleinste, aber der gebildetste Erdteil; die Europäer übertreffen alle übrigen Völker der Erde an Künsten und Wissenschaften, sowie an Macht" - hieß es zum Beispiel in einer Fassung des "Orbis Pictus" aus dem Jahr 1842 in deutscher, lateinischer, französischer, englischer und italienischer Sprache. Und dieses "eurozentristische Weltbild und hybride Selbstverständnis der Europäer gehörte lange Zeit zum Stereotyp der europäischen Identität", wie Dr. Katharina Uphoff, Leiterin der Forschungsstelle Schulwandbilder, betont.

Diese Haltung habe in der zweiten Hälfte des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wesentlich dazu beigetragen, dass nicht die weltbürgerlichen "Euro-Visionen" der Aufklärung politisch vorherrschend wurden, sondern Nationalismus, Imperialismus, Kolonialismus, Chauvinismus und Rassismus: "Jene Erblasten also, die nicht zuletzt bis heute Haupthindernisse einer übergreifenden europäischen Integration sind".

"Eurovisionen" konzentriert sich vor allem auf die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, in der versucht wurde, unter anderem die genannten "Erblasten" durch eine gezielte Europaerziehung zu bewältigen. Die Schau wird vom 15. November bis 15. Februar in der Universität Würzburg gezeigt. Die Bilder sind während der Öffnungszeiten (9 bis 18 Uhr) am Lehrstuhl für Schulpädagogik/Forschungsstelle Schulwandbilder zu sehen - im Universitätsgebäude am Wittelsbacherplatz, zweite Etage.

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