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Polizei-Befragung ergibt: Bei Gewalthandlungen ist häufig Alkohol im Spiel

14.11.2007 - (idw) Universität Bern

Bei Körperverletzung, Ruhestörung und Streit, Tätlichkeiten, Raub und häuslicher Gewalt ist in bis zu zwei Dritteln der Fälle Alkohol im Spiel. Dies hat eine Befragung von Polizeiangestellten des Kantons und der Stadt Bern ergeben. Die vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Auftrag gegebene Befragung wurde am Institut für Psychologie der Universität Bern durchgeführt. Die Polizeiangestellten gaben über Gewaltvorkommnisse Auskunft, die während einer konkreten Woche ihrer Dienstzeit vorgefallen waren. Dabei zeigte sich: In Verbindung mit Alkoholkonsum werden häufig Gewalthandlungen begangen. "Über alle Kategorien hinweg betrachtet, scheinen die an Gewalthandlungen beteiligten Personen in über 40 Prozent leicht bis sehr betrunken zu sein", stellt Prof. Margit Oswald vom Institut für Psychologie fest.

Die höchsten Anteile mit rund 60 Prozent weisen Ruhestörungen oder Streit, Körperverletzung, Nötigung, Tätlichkeiten sowie Raub und häusliche Gewalt auf. Hingegen spielt bei Einbrüchen und aussergewöhnlichen Todesfällen der Alkohol mit einem Anteil von unter 5 Prozent kaum eine Rolle. Aber auch zwischen Stadt und Land lassen sich Unterschiede ausmachen: Auf dem Land und der Agglomeration sind die Gewaltvorkommnisse nicht nur absolut betrachtet seltener, sondern auch der Anteil der mit dem Alkohol in Verbindung stehenden Vorkommnisse. In den Städten war Alkohol bei der Hälfte der Gewaltvorfälle im Spiel, auf dem Land lag der Anteil bei knapp 30 Prozent und in der Agglomeration bei 20 Prozent.

Beteiligung von Frauen und Jugendlichen an Gewalthandlungen

Bei Grossanlässen sind in mehr als der Hälfte der "alkoholisierten" Gewalttätigkeiten Jugendliche unter 16 Jahren beteiligt, so die Angaben von etwa 80 Prozent der Befragten. Bei alkoholisierten Gewalttaten im Allgemeinen sind Jugendliche unter 16 Jahren jedoch kaum vertreten. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die 16-18jährigen an etwa einem Viertel der Gewaltvorfälle zumindest beteiligt sind.

"Generell gilt: Vorfälle mit Personen unter 24 Jahren zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich eher in Kleingruppen abspielen, nachts und während den Wochenenden stattfinden und oft Gewalt gegen Objekte beinhalten. Im Gegensatz hierzu finden Gewalttaten Erwachsener unter Alkoholeinfluss eher unter der Woche, in privaten Räumen und am häufigsten zwischen zwei Personen statt", so Oswald. Im Grad der Betrunkenheit scheinen sich die jüngeren und älteren Täter hingegen nicht zu unterscheiden. Obwohl Frauen kaum allein Gewalthandlungen im Zusammenhang mit Alkohol begehen, waren doch in einem Viertel der Fälle Frauen und Männer gleichermassen beteiligt.

Gewalt und Alkohol bei Grossanlässen

Bei Grossanlässen sind es vor allem die Sportveranstaltungen und die Fasnacht, bei denen Gewaltvorfälle mit Alkohol im Zusammenhang stehen. Speziell zu den Sportanlässen wird von den meisten Polizeiangestellten angegeben, dass in mindestens der Hälfte aller Gewaltvorfälle davon auszugehen ist, dass die Personen bereits vor dem Ereignis alkoholisiert waren. Die Gewalt bei Sportanlässen spielt sich fast immer nach dem eigentlichen Anlass, meist noch in unmittelbarer Nähe zum Stadion ab.
Weitere Informationen: http://www.kommunikation.unibe.ch/medien/mitteilungen/news/2007/polizeibefragung.html http://www.soz.psy.unibe.ch/forschung/bag.html

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