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SaarLB- Wissenschaftspreis sorgt für sichere Flughäfen

14.11.2007 - (idw) Universität des Saarlandes

Der zum achten Mal verliehene Wissenschaftspreis der Landesbank Saar (SaarLB) geht an Dr. Haibin Gao (Universität des Saarlandes, Fachrichtung Experimentalphysik). Er wurde für seine Arbeit "Magnetosensorische Erfassung von Verkehrsströmen" ausgezeichnet. Dr. Haibin Gao hat auf der Basis des magnetischen "Fingerabdrucks" jedes Fahrzeugs ein System der Erfassung von Verkehrsdaten entwickelt. Darüber lassen sich nicht nur die Position, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit etwa von Autos oder Flugzeugen erfassen, sondern auch ihr jeweiliger Typ. Dadurch kann etwa die sichere Verkehrssteuerung auf Flughäfen gewährleistet und ihre Auslastung gesteigert werden.

Die Jury zeichnete die Arbeit von Dr. Gao nicht nur wegen der großen wissenschaftlichen Leistung, sondern auch wegen ihrer hohen wirtschaftlichen Bedeutung aus. Das auf der Grundlage von Dr. Gaos wissenschaftlicher Arbeit entwickelte und von saarländischen Firmen gebaute System ist bereits auf drei Flughäfen (Frankfurt, Saarbrücken-Ensheim und Thessaloniki) erfolgreich in der Erprobung. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wurde am 12.11. im Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Innovationskongress "Empower Deutschland" in Saarbrücken verliehen.

Der Preisträger beweise nicht nur, wie leistungsfähig die Forschung im Saarland sei, sondern auch wie durch diese Innovationen auch Arbeitsplätze geschaffen werden könnten, betonte der SaarLB-Vorstandsvorsitzende Thomas Christian Buchbinder in seiner Begrüßung. Er sagte weiter, wie erfolgreich dabei gerade die SaarLB-Preisträger seien, beweise eine gerade durchgeführte Erhebung der renommierten Fachzeitschrift "Wirtschaftswoche". Diese habe die Arbeit von zwei früheren Trägern des Preises, Dr. Daniel Kästner und Prof. Ingo Wald, in die "Reihe der 50 Innovationen, um die uns die Welt beneidet", aufgenommen. Kästner sorge mit einer Saarbrücker Spin-Off-Firma heute dafür, dass die Steuerung im Airbus A 380 sicher funktioniere.

Die Arbeit von Dr. Gao weise einen direkten Bezug zu den diesjährigen Physik-Nobelpreisträgern Peter Grünberg und Albert Fert auf, sagte Prof. Uwe Hartmann (Universität des Saarlandes, Fachrichtung Experimentalphysik) in seiner Laudatio. Beide hatten 1988 den "Riesenmagneto-Widerstand" (GMREffekt) entdeckt. Danach ändert sich der elektrische Widerstand von dünnen magnetischen Schichten unter dem Einfluss schwacher äußerer Magnetfelder stark - ideal für Sensoren. Schwache Magnetfelder werden auch durch Fahrzeuge und Flugzeuge erzeugt - da sie das Erdmagnetfeld gewissermaßen "deformieren". In der
Erfassung dieser Magnetfelder liege der entscheidende Beitrag von Dr. Gao darin, dass er komplexe Algorithmen der Signalaufbereitung und Mustererkennung entwickelt habe, um die sehr schwachen Signale zuverlässig in Realzeit zu interpretieren, so Hartmann.

Nach Ansicht von Fachleuten ist das darauf basierende System der Saarbrücker Wissenschaftler um Dr. Gao sicher, kostengünstig, robust und hat hervorragende Chancen auf dem Weltmarkt. Neben der Anwendung auf Flughäfen erforschen die Saarbrücker Wissenschaftler weitere Anwendungsmöglichkeiten etwa in Parkhäusern.
Eine besondere Anerkennung sprach die Jury des Wissenschaftspreises daneben für die eingereichte Arbeit von Dr. Christian Zenner (Universität des Saarlandes) aus. Er hat in seiner Promotion an der Naturwiss.-Techn. Fakultät III ein Variantenmanagementsystem entwickelt. Es bietet Lösungsmöglichkeiten für die Hersteller von Serienprodukten, wie sie etwa ihre Produktionsstraßen möglichst effizient für die Herstellung vieler verschiedener Produkte einrichten können.
Diese Verbindung von Innovation und wirtschaftlicher Bedeutung werde die SaarLB auch weiterhin gerne fördern, betonte Thomas Christian Buchbinder, um den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Saarland zu stärken. Der Wissenschaftspreis sei dabei ein zentrales Element und werde deshalb auch für 2007 selbstverständlich wieder ausgeschrieben.


Hintergrund
Die SaarLB hat ihren mit 25.000 ¤ dotierten Wissenschaftspreis erstmals 1999 zusammen mit dem saarländischen Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft ausgeschrieben.
Gewürdigt wird eine wissenschaftliche Arbeit, die neue Erkenntnisse und Ergebnisse beinhaltet, deren Anwendung zu einer wirtschaftlichen Stärkung des Standortes Saarland beitragen kann. Die Beurteilung der eingereichten Arbeiten erfolgt durch eine unabhängige Jury.

Kontakt:

Dieter Gläsener
Tel.: 0681 383-1362
Mobil: 0171-5535240

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