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StudentInnenfirma will beruflichen Einstieg von GeisteswissenschaftlerInnen fördern

15.11.2007 - (idw) Universität Leipzig

Gefördert vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Sächsischen Aufbaubank (SAB) will eine Projektgruppe an der Universität Leipzig um Professor Ilse Nagelschmidt, Direktorin des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung, Dr. Wolfram Pfeiffer, Projektmanagement und Birgit Bauer, Leiterin des Projektes eine "StudentenInnenfirma" gründen, die den beruflichen Einstieg von Studierenden der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften fördern soll. "Zwischen 2001 und 2005 belegen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit einen sinkenden Bedarf an Absolventinnen und Absolventen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, wobei doch gerade diese Gruppe z. B. für die Realisierung des - gerade in der sich entfaltenden Wissensgesellschaft - an Bedeutung gewinnenden ergebnisorientierten Teamwork-Managements in Firmen und Unternehmernetzwerken besonders prädestiniert erscheint. Am Hochschulstandort Leipzig betrifft dieses erschreckende Ergebnis immerhin 43% der gesamten Studierenden.", sagt Professor Ilse Nagelschmidt, Direktorin des Zentrums für Frauen- und Geschlechterforschung der Universität Leipzig. Als verschärfend komme hinzu, dass Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften vor allem weiblich sind.

Dem will eine Projektgruppe an der Universität Leipzig entgegenwirken, die vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und der Sächsischen Aufbaubank (SAB) mit 163 850 Euro gefördert wird und die seit Februar 2007 arbeitet. Ziel ist, zeitgemäße und praxisorientierte Möglichkeiten für den Einstieg von Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen ins Wirtschafts- und Berufsleben zu schaffen. "Wenn es uns gelingt, auch nur einen kleinen Beitrag zur Entspannung der Situation zu erbringen, haben wir viel erreicht.", so Nagelschmidt.

Interaktionsdefizit zwischen Hochschule und Arbeitswelt

Die Projektgruppe geht von einem Interaktionsdefizit zwischen Hochschule und Berufs- und Arbeitswelt aus. "Viele Unternehmer bzw. Geschäftsführer wissen einfach zu wenig darüber, was z. B. eine Soziologin, eine Germanistin, eine Anglistin überhaupt kann.", bedauert Professor Nagelschmidt. Deshalb soll die Wirtschaft auf die Fähigkeiten von Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen aufmerksam gemacht werden.

Andererseits wissen die Studierenden oft nicht, was die Praxis braucht. Deshalb will die Projektgruppe die Studierenden schon während der Hochschulausbildung mit konkreten gegenwärtigen Praxisanforderungen konfrontiert sehen. Um besser an die Studierenden und die Wirtschaft heranzukommen, entschied sich die Projektgruppe um Professor Ilse Nagelschmidt, Dr.Wolfram Pfeifer und Birgit Bauer eine "StudentenInnenfirma" zu gründen. Die StudentInnenfirma unterstützt die reale Auftragsakquisition/-realisierung und den fachübergreifenden Erwerb von unternehmerischen Fähigkeiten, die für eine Beschäftigung in der Wissensgesellschaft immer wichtiger werden. Dieser Weg der Praxiserkundung zeigt den HochschulabsoventInnen auch, dass es nicht sinnvoll ist, sich auf nur einen Arbeitgeber und ein Berufsfeld zu konzentrieren. Das ist für alle Beteiligten sinnvoll und hilft, die schon üblich gewordene Kette unbezahlter Praktika abzubauen.

Workshop zeigt erfolgreiche Eingliederung

Am 22. November 2007 findet dazu ein Workshop im Neuen Senatssaal der Universität Leipzig zum Thema "Geistes-, Kultur- und SozialwissenschaftlerInnen im Übergang von der Universität in das Berufs- und Wirtschaftsleben" statt. Er dient zum einen dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch und zum anderen zeigt er am Beispiel, wie sich die Studierenden erfolgreich in solchen Tätigkeitsfeldern des Wirtschaftsraumes Mitteldeutschland etablieren können, wie in der Gesundheitswirtschaft, dem Tourismus, der Weiterbildung oder auch dem Schulwesen.

"Der Workshop bietet Einblicke in die selbständige Arbeit der "FirmenbetreiberInnen". VertreterInnen des Statistischen Bundesamtes, der Rentenversicherung, des Max-Planck-Instituts für demographische Forschung und des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung werfen Schlaglichter auf den beruflichen Einstieg und die beruflichen Erfolge von GeisteswissenschaftlerInnen im Kontext der BRD und hinterfragen zugleich die bestehende soziale Ungleichheit dieser Gruppe auf dem Arbeitsmarkt. Konstruktive Vorschläge von WissenschaftlerInnen der TU und FU Berlin und der Universität der Künste Berlin zu zukunftsträchtigen Tätigkeitsfelder für Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler bereichern den Workshop.", resümiert Professor Nagelschmidt.


Zu dem Workshop sind alle interessierten Studentinnen und Studentinnen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herzlich eingeladen: 22. November 2007, 10.30-16.00 Uhr, Neuer Senatssaal, Ritterstraße 26.

weitere Informationen:

Prof. Dr. Ilse Nagelschmidt
Telefon: 0341 97-37406
E-Mail: nagelsch@rz.uni-leipzig.de
http://www.uni-leipzig.de/~germ

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