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Expertenrat aus Jena wird gehört

16.11.2007 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Prof. Dr. Werner Wesch von der Universität Jena in internationales Gremium berufen Jena (16.11.07) Prof. Dr. Werner Wesch von der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in das "Materials Research Program Advisory Committee" bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) Darmstadt berufen worden. Dieses neu gegründete vierköpfige Gremium ist international besetzt und soll Anfang 2008 seine Arbeit aufnehmen. "Wir entscheiden, wer in Darmstadt die neuen Strahlplätze zur Materialforschung nutzen darf", sagt der Jenaer Experte für Ionenstrahlphysik, der seine Berufung in diese ehrenamtliche Tätigkeit als Zeichen der Anerkennung für die hervorragende Arbeit wertet, die in Jena geleistet werde.

Bislang arbeiteten Materialforscher auf diesem Gebiet am Hahn-Meitner-Institut in Berlin. Weil dessen Ionenstrahllabor zum 31. Dezember 2006 geschlossen wurde, steht für die Wissenschaftler künftig der Weg nach Darmstadt an. Der Einsatz des Teilchenbeschleunigers sei sehr teuer, die Kapazität beschränkt, weiß Wesch. Das Gremium müsse nun über die Vergabe der freien Plätze an die Wissenschaftler entscheiden.

Gerade ist Werner Wesch aus Canberra zurückgekehrt. Seit einigen Jahren pflegt er gute Kontakte zur Australian National University, wo er im Rahmen eines gemeinsamen Projektes auch Studenten betreut. Er konnte dort u. a. den Teilchenbeschleuniger nutzen, um Germanium zu beschießen. Den Jenaer Physiker interessiert vor allem der unter den extremen Nichtgleichgewichtsbedingungen der Hochenergie-Ionenbestrahlung auftretende Phasenübergang - jener extrem kurze Moment, in dem der Halbleiter Germanium während des Teilchenbeschusses flüssig wird. Dieser Moment liegt bei 10 (hoch minus ¹º) Sekunden - also eine milliardstel Sekunde nach dem Beschuss erstarrt das Material wieder.

Prof. Wesch hat festgestellt, dass amorphes Germanium viel schneller porös wird als Silizium. Dadurch erhöht sich die Oberfläche des Materials. Zunächst ist das eine Erkenntnis der Grundlagenforschung, doch sie könnte künftig für technische Lösungen beispielsweise in der Solartechnik interessant werden.
Die Verbindung nach Australien ist keine Einbahnstraße. So hat Prof. Wesch bereits Doktoranden von Jena nach Canberra vermittelt, außerdem setzen die Australier auf seine Hilfe, weil sie gern auch eigene Untersuchungen bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung durchführen wollen. Jena könnte, so hofft Wesch, zu einer Schnittstelle zwischen Canberra und Darmstadt werden.

Kontakt:
apl. Prof. Dr. Werner Wesch
Institut für Festkörperphysik der Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947330
E-Mail: werner.wesch[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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