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TUB: Strom auf Vorrat

19.11.2007 - (idw) Technische Universität Berlin

Forscher der TU Berlin plädieren für Zwischenprodukte als Energiespeicher - eine mögliche Lösung für das Speicherproblem Seit in Deutschland die Windenergie boomt, sind Speicher für elektrischen Strom besonders gefragt. Denn der Wind weht nicht immer genau dann, wenn die Elektrizität gerade gebraucht wird. Herkömmliche Speicher aber sind entweder Mangelware oder arbeiten nicht sehr effektiv. Prof. Dr. Georg Erdmann vom Fachbereich Energiesysteme der Technischen Universität Berlin (TUB) plädiert daher dafür, nicht Strom zu speichern, sondern gleich Zwischenprodukte zu lagern, die mit Hilfe des Stroms produziert werden sollen.

Ein klassischer Energiespeicher ist ein Pumpspeicherkraftwerk: Liefern Wind- oder Sonnenenergie mehr Elektrizität als zur Zeit gebraucht wird, pumpt der Strom Wasser aus einem See in einen höher gelegenen See. Später lässt der Betreiber Wasser aus dem oberen See durch eine Turbine in den unteren fließen und gewinnt so zusätzlich benötigten Strom. 5500 Megawatt können solche Pumpspeicher bei Flaute in das deutsche Stromnetz speisen. Werden Wind- und Sonnenenergie-Anlagen weiter ausgebaut, bräuchte das Land weitere solcher Pumpspeicher. Es gibt aber allenfalls Platz für Speicher mit tausend weiteren Megawatt. Alternativ könnte mit dem überschüssigen Strom auch Druckluft erzeugt und in unterirdischen Kavernen gespeichert werden. Sonderlich effektiv ist es aber nicht, mit dieser Druckluft wieder Strom zu gewinnen: Mit bestehenden Technologien erhält man so nur dreißig Prozent des ursprünglich eingesetzten Stroms zurück.

Einen Teil dieses Stroms setzen Unternehmen ein, um die in der Industrie häufig benötigte Druckluft zu erzeugen. Sinnvoll wäre es daher, wenn das Unternehmen überschüssige Druckluft produziert, solange der Wind weht, die bei Flaute eingesetzt werden kann. Zwar kostet das Speichern der Druckluft das Unternehmen zu-sätzlich Geld. Aber gleichzeitig spart es auch Strom, der in Spitzenzeiten extrem teuer sein kann, erklärt Georg Erdmann die wirtschaftlichen Aspekte dieses "Speichers beim Kunden".
Neu ist dieses System eigentlich nicht. So gab es schon vor Jahrzehnten so genannte Nachtspeicherheizungen: Während nachts der Stromverbrauch niedrig war, heizte die Elektrizität Wasser auf, das tagsüber die Wohnung wärmte. Der Kunde zahlte dafür einen niedrigeren Nachttarif, während der Versorger tagsüber bei knapper Elektrizität entlastet wurde. Allerdings war die Steuerung dieser Nachtspeicherheizungen zeitlich starr. Heute erlaubt es die moderne Technik dagegen, solche Systeme sehr flexibel einzusetzen. So kann man zum Beispiel direkt auf verfügbare Windenergie reagieren. Sinkt die Nachfrage in Schwachwindzeiten, vermeidet man so auch einen kurzfristigen Anstieg der Strompreise: Kostet die Megawattstunde in Ausnahmefällen heute noch bis zu 2000 Euro, könnte dieser Preis auf 80 bis 90 Euro sinken, wenn diese Technik in großem Stil eingesetzt wird, hat Georg Erdmann ausgerechnet.
kn
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Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Prof. Dr. Georg Erdmann, Institut für Energietechnik, Fachgebiet Energiesysteme, TU Berlin, Tel.: 030/314-22890,-24656, E-Mail: georg.erdmann@tu-berlin.de


Hinweis: Dieser Beitrag ist das "Thema der Woche - EIN-Blicke für Journalisten" auf dem TUB-newsportal. Sie finden dort neben dem Beitrag einen Expertendienst sowie weiterführende Links: www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal
Weitere Informationen: http://www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/ http://www.pressestelle.tu-berlin.de/newsportal
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