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Hochkarätiges Festkolloquium für den Tübinger Mediävisten Walter Haug

20.11.2007 - (idw) Eberhard Karls Universität Tübingen

Der berühmte Tübinger Mediävist Prof. Dr. Walter Haug wird am 23. November 2007 80 Jahre alt. Aus Anlass dieses Geburtstags veranstaltet das Deutsche Seminar am 23. November ein Festkolloquium, zu dem die bekanntesten Mediävisten Deutschlands nach Tübingen kommen. Darunter befinden sich Prof. Dr. Peter Strohschneider, Universität München und Vorsitzender des Wissenschaftsrates, und Prof. Dr. Ursula Peters, Universität Köln und frühere Vizepräsidentin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, die jeweils Diskussionsleitungen übernehmen. Das Kolloquium unter dem Titel "Positivierung von Negativität: Felix culpa und die Frucht des Scheiterns" findet ab 11 Uhr in Hörsaal 036, Neuphilologicum, Wilhelmstr. 50 statt und ist öffentlich.

Walter Haug hat als international herausragende Forscherpersönlichkeit nach Stationen in München und Regensburg von 1973 bis 1995 das Tübinger Profil des Faches und sein hohes Renommee geprägt. In zahlreichen Publikationen wirkte er weit über die Fachgrenzen hinaus als Anreger und immer wieder als Stein des Anstoßes für die Forschung, besonders durch Arbeiten zur Literarästhetik des Mittelalters. 1987 wurde er zusammen mit seinem Kollegen Burghart Wachinger für seine wissenschaftliche Leistung mit dem wichtigsten deutschen Wissenschaftspreis, dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft geehrt. Der Preis ermöglichte eine Reihe von Tagungen, deren Erträge in der 15-bändigen Reihe "Fortuna Vitrea" veröffentlicht wurden. Um die Verbreitung mittelalterlicher Literatur bei einem nicht nur fachlich interessierten Publikum machte sich Haug als Herausgeber der Bibliothek des Mittelalters verdient, in der 24 Bände im Deutschen Klassikerverlag erschienen. Deutsche mittelalterliche Literatur wird hier in revidierten Ausgaben mit Übersetzung und Kommentar auf dem neuesten Stand einem breiten Lesepublikum zugänglich gemacht.

Programm:

Rektor Bernd Engler: Grußworte 11.00 Uhr
Klaus Ridder: Eröffnung
Georg Wieland: Felix Culpa: die philosophisch-theologische Sicht.
Diskussionsleitung: Benedikt K. Vollmann 11.30 Uhr

Jan-Dirk Müller: Klagen, um Freude zu stiften. Zum Verhältnis von Sänger und Hofgesellschaft
Diskussionsleitung: Peter Strohschneider 12.30 Uhr

Walter Haug: Die Geburt des höfischen Romans aus dem Scheitern am Absoluten: 'Tristan' und 'Titurel'
Diskussionsleitung: Rainer Warning 14.15 Uhr
Christoph Huber: Galaad als Erlöser. Zur heilsgeschichtlichen Struktur im 'Prosalancelot '
Diskussionsleitung: Michael Curschmann 15.15 Uhr
Susanne Köbele Vom Lob der Hölle. Grenzen des felix culpa-Modells in der Mystik
Diskussionsleitung: Ursula Peters 16.45 Uhr

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