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Was NRW glaubt: RUB-Studie erscheint als Buch

21.11.2007 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Nr. 346

Globalisierung vor der Haustür
Religiöse Vielfalt im größten Bundesland

Wer was in Nordrhein-Westfalen glaubt, haben Religionsforscher der Ruhr-Universität Bochum erhoben und kartiert. Am Beispiel des bevölkerungsreichsten und zugleich migrationsstärksten Bundeslandes liegt damit erstmals eine Gesamtschau der religiösen Vielfalt in einer größeren Region vor. Die Studie zeigt eine enorme Vielfalt: Rund 8.000 lokale Organisationen und Gemeinschaften haben die Forscher ausfindig gemacht, sie lassen sich insgesamt 228 verschiedenen religiösen Strömungen zurechnen. Religion an sich wächst zwar nicht, sie wird jedoch pluraler und ist für Zuwanderer und Aussiedler ein zentraler Identitätsfaktor. Das ist das Ergebnis der Studie, die heute unter dem Titel "Religiöse Vielfalt in Nordrhein-Westfalen: Empirische Befunde und Perspektiven der Globalisierung vor Ort" als Buch erscheint. Ergebnisse im Internet

Die Studie "Religiöse Vielfalt in Nordrhein-Westfalen" wurde vom NRW-Wissenschaftsministerium gefördert. Aus diesem Forschungsprojekt ist auch eine Homepage entstanden, auf der Ergebnisse, Materialien und Karten abrufbar sind: http://www.religion-plural.org

Alte und neue Religiosität

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es im Land weit mehr religiöse Gruppen gibt, als die breite Öffentlichkeit wahrnimmt. Dies gilt nicht nur für den Islam oder andere, "eingewanderte" Religionen, auch innerhalb der christlichen Kirchen herrscht eine große Vielfalt. Bei der Datenerhebung haben die Bochumer Wissenschaftler erstmals auch die "neue" oder "alternative" Religiosität erfasst - dazu gehören zum Beispiel die seit den späten 1960er-Jahren auftretenden "Jugendreligionen", aber auch die sich gegenwärtig formierende "Esoterik-Szene". Das Buch enthält ein Lexikon, das über die Glaubensvorstellungen, die Organisationsstrukturen und die regionale Verbreitung aller in Land ansässigen Strömungen informiert. Gleichzeitig kann sich der Leser die geographische Verteilung der Religionsgemeinschaften auf verschiedenen Landkarten anschauen. Die so dokumentierten Ergebnisse können in ihren Tendenzen stellvertretend für ganz Deutschland stehen.

Religion: integrationsstiftend, integrationshemmend

Die religiöse Vielfalt, die zum größten Teil ein Ergebnis der Zuwanderung ist, hat nicht nur eine Pluralisierung, sondern auch eine Intensivierung der Religion mit sich gebracht. Vor allem für die verschiedenen Migrantenmilieus ist Religion ein zentraler Identitätsfaktor. In der demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ist die "integrationsstiftende" Wirkung der Religion ein entscheidender Punkt für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Studie thematisiert aber auch die teilweise gegenläufigen Entwicklungen der Pluralisierungen: Interreligiöse Konflikte, zum Beispiel zwischen Christen und Muslimen, können das Zusammenleben auch erheblich beeinträchtigen. Religion kann somit auch integrationshemmend wirken.

Titelaufnahme

Markus Hero, Volkhard Krech, Helmut Zander (Hg.): Religiöse Vielfalt in Nordrhein-Westfalen. Empirische Befunde und Perspektiven der Globalisierung vor Ort. Verlag Ferdinand Schöningh, 2007, ca. 400 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 978-3-506-76456-0


Weitere Informationen

Prof. Dr. Volkhard Krech, Markus Hero, Lehrstuhl für Religionswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-22272, -23878, E-Mail: religionswissenschaft@rub.de, markus.hero@rub.de, Internet: http://www.religionsforschung.de
Weitere Informationen: http://www.religion-plural.org - Ergebnisse im Internet
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