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Wirbel-Implantat zur Patentreife entwickelt

11.01.2008 - (idw) Fachhochschule Gießen-Friedberg

Verletzungen oder Tumore können die Halswirbelsäule so schädigen, dass ein operativer Eingriff notwendig wird. Aus medizinischer Sicht kann es angezeigt sein, zur Stabilisierung ein Implantat einzusetzen. Ein neues Modell einer solchen Endoprothese hat Dr. Andreas Geck entwickelt. Der Wissenschaftliche Mitarbeiter der Fachhochschule Gießen-Friedberg hat sich dieser Aufgabe im Rahmen seiner Dissertation an der Justus-Liebig-Universität Gießen gewidmet. Sein Studium der Biomedizintechnik hat der 38-jährige Diplom-Ingenieur aus Ober-Mörlen 1998 an der FH in Gießen abgeschlossen und anschließend einige Jahre für einen Hersteller orthopädietechnischer Produkte in Niedersachsen gearbeitet. Er kehrte 2002 an die Fachhochschule zurück, wo er am Fachbereich Krankenhaus- und Medizintechnik, Umwelt- und Biotechnologie Lehr- und Forschungsaufgaben in Prof. Dr. Manfred Nieterts Labor für Werkstofftechnologie übernahm. In dessen Team war er in vielfältige Kooperationen mit Partnern aus Industrie und Universitäten eingebunden. Sein Interesse, sich wissenschaftlich weiterzuqualifizieren, führte Andreas Geck als Doktoranden an den Fachbereich Medizin der JLU.

Mit Privatdozent Dr. Petros Christophis (Zentrum für Neurologie und Neurochirurgie) und Prof. Dr. Dr. Reinhard Schnettler (Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie) fand er engagierte Betreuer seines Promotionsvorhabens. Zunächst galt es jedoch, berufsbegleitend Lehrveranstaltungen z.B. in Anatomie, Orthopädie und Chirurgie zu belegen, Leistungsnachweise zu erbringen und in einer Zulassungsprüfung, die FH-Absolventen vorbehalten ist, seine Tauglichkeit als Doktorand unter Beweis zu stellen. Nachdem Andreas Geck diesen universitären Hürdenparcours gemeistert hatte, konnte er 2005 mit seiner Dissertation beginnen.

"Bei der Entwicklung des Implantats stellten sich mir vor allem drei Fragen: Was gibt es? Wo sind die Schwachstellen? Was kann man besser machen?", so beschreibt er seine Ausgangsposition. Es ging ihm darum, einen neuen Prothesentyp zu konzipieren, der im Langzeiteinsatz den bestmöglichen Therapieerfolg ermöglicht. Dazu analysierte er bestehende technische Lösungen, wertete vorhandene Messdaten aus und ergänzte sie durch eigene Untersuchungen zur Biomechanik und zu den Belastungen der Halswirbelsäule. Auf dieser Grundlage berechnete und konstruierte er sein eigenes Lösungsmodell, das im Unterschied zu bisherigen Produkten innerhalb des Wirbelkörpers eingesetzt wird und dadurch einen deutlich höheren Stabilisierungseffekt erzielt.

Das Resultat seiner Entwicklungsarbeit überzeugte nicht nur seine Doktorväter. Auch das Patentamt erkannte sein "Implantat zur axialen multikortikalen Verschraubung bei der mehrsegmentalen Spondylodese der Halswirbelsäule" als Neuheit an, so dass der Diplom-Ingenieur nun das entsprechende Patent hält. Beim Wirbelsäulenkongress im München konnte sich die Fachwelt schon im letzten Jahr mit der Innovation vertraut machen. Auch in einer internationalen Fachzeitschrift hat Andreas Geck sein Dissertationsprojekt schon vorgestellt. Und im Dezember 2006 folgte der offizielle Abschluss seiner Promotion. Beim Festakt des Fachbereichs Medizin konnte er die Urkunde entgegennehmen, die ihm das Recht verleiht, den akademischen Grad eines Doktors der Humanbiologie (Dr. biol. hom.) zu führen.

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