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Archive des Wissenschaftsmagazins Nature als Nationallizenz zugänglich - Stuttgarter Experte maßgeblich beteiligt

11.01.2008 - (idw) Universität Stuttgart

Alle Universitäten und öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen in Deutschland haben nun Zugang zum vollständigen Archiv des Wissenschaftsmagazins Nature von 1869 bis 2007. Die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, die Technische Informationsbibliothek Hannover, und die Nature Publishing Group (NPG) haben kürzlich eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Die Finanzierung der neuen Nationallizenzen läuft über die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Am Zustandekommen dieser Vereinbarung hat Bernd-Christoph Kämper von der Bibliothek der Universität Stuttgart maßgeblichen Anteil. Er koordiniert im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Deutscher, Österreichischer und Schweizer Konsortien (GASCO)*) seit mehreren Jahren ein trinationales Bibliothekskonsortium für den Erwerb und die Bereitstellung von Campuslizenzen für die Wissenschaftlichen Zeitschriften der zum Holtzbrinck-Konzern gehörenden Nature Publishing Group (NPG) und hat die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen in den Verhandlungen mit der NPG beraten. Bernd-Christoph Kämper zeigte sich sehr zufrieden, dass nach drei Jahren schwieriger Verhandlungen diese wichtige Nationallizenz nun doch noch zustande gekommen sei. "Damit haben nun alle deutschen Mitglieder des Konsortiums, und darüber hinaus viele weitere Bibliotheken und Hochschulen freien Zugriff auf dieses herausragende Wissenschaftsarchiv, das auch eine einzigartige Quelle für die Wissenschaftsgeschichte und naturwissenschaftliche Bildung ist", betonte er. Besonders bemerkenswert sei, dass diese Archive nach persönlicher Registrierung auch jedem interessierten Bürger mit ständigem Wohnsitz in Deutschland zugänglich gemacht werden dürfen, also auch dort, wo keine Möglichkeit des kostenlosen Zugangs über zugriffsberechtigte Bibliotheken besteht. (Die Registrierung für die neuen Produkte wird voraussichtlich ab Frühjahr unter der Adresse http://www.nationallizenzen.de möglich sein.

Von den Nationalsozialisten verbotene Archive wieder verfügbar
Das älteste Zeitschriftenarchiv von Nature, die Jahrgänge 1869 bis 1949, sind nach Abschluss der Retrodigitalisierung durch die NPG erst in diesen Tagen online zugänglich geworden, fast genau 70 Jahre, nachdem die Nationalsozialisten den Zugang zur Zeitschrift im November 1937 an allen deutschen wissenschaftlichen Bibliotheken verbieten ließen. Dies war eine Reaktion auf die kritische Berichterstattung der Redaktion des Wissenschaftsmagazins über den Ausschluss jüdischer Wissenschaftler in Deutschland und ihre Vertreibung. Heute dagegen werden diese Archive wieder geöffnet, und Deutschland ist das erste Land, das es seinen Bürgern über eine Nationallizenz zugänglich macht.

Kämper zeigte sich zuversichtlich, dass auch das Österreichische Partnerkonsortium sehr bald einen Folgevertrag für Österreich wird abschließen können. "Nationallizenzen bündeln Ressourcen und verbreitern den Zugang für Bildung und Wissenschaft in einer Weise, wie es lokal zu finanzierende Einzelkäufe, selbst mit attraktiven Konsortialrabatten, niemals könnten", betonte er. Sie helfen somit, die digitale Kluft zwischen den großen, finanziell potenten und kleineren Einrichtungen und ihren Mitgliedern zu überbrücken, die sich solche Archive sonst niemals leisten könnten.

Weitere Informationen bei
Bernd-Christoph Kämper
Universitätsbibliothek Stuttgart

Holzgartenstr. 16, 70174 Stuttgart
Tel.: (0711) 685-64731, 83510, Fax 83502
e-mail: kaemper@ub.uni-stuttgart.de
http://www.nationallizenzen.de

*) Die GASCO (German, Austrian and Swiss Consortia Organisation) ist die Arbeitsgemeinschaft Deutscher, Österreichischer und Schweizer Konsortien: Sie bildet eine Plattform für eine strategische Zusammenarbeit der Bibliotheken zum gemeinsamen Erwerb von elektronischen Zeitschriften, Datenbanken und e-Books und bündelt die regionalen Aktivitäten im deutschsprachigen Raum.

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