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Erfolgreiche Berufswahl befördern

11.01.2008 - (idw) Universität Erfurt

Qualifizierung künftiger Lehrkräfte an der Universität Erfurt Im Rahmen der Ausbildung für künftige Regelschullehrer gibt es an der Universität Erfurt seit dem Wintersemester 2006/2007 verstärkte Aktivitäten, das Thema Berufsorientierung in die Lehre zu integrieren. Dies ist unter anderem das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Thüringer Kultusministerium und der Arbeitsgruppe "Berufsorientierungsforschung" im Fachgebiet Psychologie der Universität Erfurt.

Berufsorientierung ist ein sehr komplexer Prozess, dessen Umsetzung nur in der gemeinsamen Arbeit schulischer und außerschulischer Partner gelingen kann. Schon für Studierende in der Lehramtsausbildung ist es daher besonders wichtig, den Praxisbezug zu Akteuren in diesem Prozess herzustellen. Im Rahmen eines Seminars von Diplompädagogin Katja Driesel-Lange (Fachgebiet Psychologie) wurde eine gemeinsame Veranstaltung mit Vertretern des Kultusministeriums, des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM), der Arbeitsagentur und des Bildungswerkes der Thüringer Wirtschaft geplant. Die Studierenden haben hier die Gelegenheit, mit Experten ins Gespräch zu kommen, um das Thema aus der jeweiligen Perspektive zu beleuchten.

"Ausbildungs- und Studienabbrüche zeigen, dass Berufswahl nicht immer erfolgreich ist", so Driesel-Lange. Studien über die Gründe für Ausbildungsabbrüche belegten, dass die vorzeitige Beendigung einer Ausbildung oder eines Studiums häufig mit einer unzureichenden Vorbereitung auf die Berufswahlentscheidung zusammenhänge. "So benennen Jugendliche Gründe wie falsche Berufsvorstellungen oder nicht erfüllte Erwartungen hinsichtlich der Inhalte und der Anforderungen, die in ihrer Ausbildung auf sie zukommen". Dazu komme, dass zu viele Jugendliche sich für nur sehr wenige Berufe interessierten. "Die wenigen bekannten Berufe sind dann so stark nachgefragt, dass eine Bewerbung nicht in jedem Fall erfolgreich ist und sich nach abgeschlossener Ausbildung die Stellensuche schwierig gestaltet".

Berufsorientierung ist nicht an ein einzelnes Unterrichtsfach gebunden. Da die Berufswahl ein sehr individueller Prozess ist, benötigen Lehrkräfte Kenntnisse über zentrale psychologische Prozesse und passgerechte pädagogische Maßnahmen. Diese konnten bislang einzig durch Fortbildungen des ThILLM erworben werden. Um die Berufsorientierung im Schulalltag selbstverständlich zu machen, sollen aber schon Studierende das nötige Handwerkszeug zur Begleitung von Schülerinnen und Schülern im Berufswahlprozess erlernen.

Studierende im Master-Studiengang Lehramt Regelschule, die noch Interesse an der Thematik haben, sind herzlich zu der Veranstaltung, am 15. Januar 2008 willkommen. In vier Arbeitsgruppen werden die Schwerpunkte "Berufsorientierung als Aufgabe der allgemeinbildenden Schule - Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung in Thüringen" (Olaf Haustein/Thüringer Kultusministerium), "Zusammenarbeit von Schule und Arbeitsagentur in der Berufsorientierung und -beratung" (Dr. Gerald Lengyel/ Arbeitsagentur Erfurt), "Berufsorientierung im Unterricht - Lehrplanbezug und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte an Thüringer Schulen (Rainer Rupprecht/ ThILLM) und "Projektangebote zur Berufsorientierung für Thüringer Schulen" (Ines Opolka/ Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft) diskutiert. Die Veranstaltung findet von 12 bis 14 Uhr in der Katholischen Fakultät der Universität Erfurt (Eingang Domstraße 10) statt, Um eine Anmeldung per E-Mail an katja.driesel-lange@uni-erfurt.de wird mit Angabe der gewünschten Arbeitsgruppe gebeten.


Weitere Informationen/Kontakt: Dipl.-Päd. Katja Driesel-Lange
Universität Erfurt, Fachgebiet Psychologie Tel. 0361/737-2234

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