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Prof. Jörg Fuchs bleibt in Tübingen

14.01.2008 - (idw) Universitätsklinikum Tübingen

Tübinger Kinderchirurg lehnt Ruf nach Berlin ab.
Gleich zwei Ärztliche Direktoren der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin hatten einen Ruf an die renommierte Charité nach Berlin erhalten. Der Klinikumsvorstand des Tübinger Uniklinikums freut sich über die Entscheidung von Herrn Prof. Dr. Jörg Fuchs, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kinderchirurgie und Herrn Prof. Dr. Christian F. Poets, Ärztlicher Direktor der Abteilung Neonatologie, Tübingen den Vorzug zu geben. Prof. Jörg Fuchs leitet auch künftig als Ärztlicher Direktor die Tübinger Kinderchirurgie. Der exzellente Chirurg lehnte einen Ruf an die Berliner Charité ab. Prof. Ingo Autenrieth, Dekan der Medizinischen Fakultät und Prof. Michael Bamberg, Vorstandsvorsitzender des Klinikums: "Wir sind sehr glücklich, dass wir Prof. Fuchs in Tübingen halten konnten. Er ist ein hervorragender Chirurg, der u.a. als deutschlandweit bekannter Referenzchirurg für Leber-, Nieren- und Weichteiltumoren im Kindesalter arbeitet. Er hat in der Kinderchirurgie Tübingen zahlreiche neue Operationsverfahren insbesondere auf dem Gebiet der minimal invasiven Kinderchirurgie etabliert ."
Damit bleibt der wichtigste Lehrstuhl für Kinderchirurgie in Baden-Württemberg erhalten, nachdem an der Universität Heidelberg der Lehrstuhl für Kinderchirurgie in eine Sektion umgewandelt wurde. Das Fachgebiet der Kinderchirurgie ist ein wichtiges Querschnittsfach für die Kinderheilkunde und Geburtsmedizin und damit von eminenter Bedeutung für die Hochleistungsmedizin am Tübinger Uniklinikum.

Prof. Dr. med. Jörg Fuchs wurde 2002 auf die C4-Professur für Kinderchirurgie (Nachfolge Prof. Paul Schweizer) der Universität Tübingen berufen und kam von der Medizinischen Hochschule Hannover nach Tübingen. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören die Tumorchirurgie im Kindesalter, die Kinderurologie, die Fehlbildungschirurgie und die Kinderunfallchirurgie. In den vergangenen fünf Jahren erlangte durch das Engagement von Prof. Fuchs
die Tübinger Kinderchirurgie nationales und internationales Ansehen. Fuchs ist unter anderem Vertreter der deutschen Kinderchirurgen im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, in der World Federation of Pediatric Surgery und im Vorstand der Association of International Pediatric Surgical Oncology.

Prof. Jörg Fuchs ist als Referenzchirurg** für Leber-,Nieren- und Weichteiltumore im Kindesalter in Deutschland maßgeblich daran beteiligt, eine optimale chirurgische Therapie bei fortgeschrittenen Tumoren im Kindesalter zu gewährleisten. Sein politisches Ziel besteht darin diese Kinder in ausgewiesenen Zentren auf der Grundlage der Empfehlungen der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie zu behandeln. Die Tübinger Kinderchirurgie ist mittlerweile eines der führenden Zentren für Kindertumorchirurgie in Deutschland. Prof. Fuchs: "Kinder mit komplexen Tumoren aus ganz Deutschland werden zu Operationen nach Tübingen geschickt." Die enge Zusammenarbeit mit den Tübinger Kinderonkologen (Prof. Rupert Handgretinger) den Thorax- und Gefäßchirurgen (Prof. Gerhard Ziemer) und den Transplantationschirurgen (Prof. Alfred Königsrainer) ermöglicht dabei alle nur denkbaren Therapiemaßnahmen, wie beispielsweise schwierige Tumorentfernungen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine oder auch Organtransplantationen.

Die Kinderurologie bildet einen weiteren Schwerpunkt der Tübinger Abteilung. Hier wird vor allem die operative Korrektur von schweren Fehlbildungen im Säuglingsalter, aber auch die Chirurgie von Urininkontinenz bis hin zur Schaffung von Ersatzblasen verstärkt vorgenommen. Insbesondere in der minimal-invasiven Kinderurologie ("Knopflochchirurgie") konnte sich die Tübinger Kinderchirurgie eine Spitzenposition in Deutschland erarbeiten.
Gemeinsam mit dem Tübinger Perinatalzentrum und durch Kooperationen mit verschiedenen Krankenhäusern in Baden-Württemberg werden ca. 20.000 Geburten kinderchirurgisch betreut und zahlreiche Neugeborene mit angeborenen Fehlbildungen in der Tübinger Kinderchirurgie operiert. Dazu zählen beispielsweise die Nichtdurchgängigkeit der Speiseröhre, die fehlende Analöffnung oder auch Bauchwanddefekte bzw. Defekte im Bereich der Blase.

Ein neu in Tübingen aufgebauter Schwerpunkt ist die minimal-invasive Chirurgie. Die sogenannte Knopflochchirurgie wird sowohl im Brustkorb als auch im Bauchraum bei Kindern in allen Altersgruppen angewandt. Chirurgische Eingriffe, wie Magenoperationen oder auch Nierenentfernungen bzw. Teilentfernungen der Lunge, werden endoskopisch durchgeführt.

Die Tübinger Universitäts-Kinderchirurgie ist in der Fachwelt auch für sehr komplizierte und schwierige Operationen bei kindlichen Tumorpatienten bekannt So konnte der 3-jährige Vladimir Cherpakov aus Chabarovsk / Ostsibirien, der an einem ausgeprägten bösartigen Mittellinientumor des Bauches (Neuroblastom) litt, nach einem als lebensgefährlich eingestuften Eingriff nach 2,5 Monaten geheilt entlassen werden. Prof. Fuchs: "So komplizierte und aufwendige Operationen sind nur an hochspezialisierten Zentren für Kinderchirurgie möglich und", so der erfahrene Kinderchirurg "ohne das Know How unserer universitären Narkoseärzte, Intensivmediziner und Pflegekräfte wäre dieser Eingriff nicht möglich gewesen."

Ansprechpartner für nähere Informationen

Universitätsklinikum Tübingen
Prof. Dr. Michael Bamberg
Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums
Tel. 0 70 71/ 29-8 21 65

Universitätsklinikum Tübingen
Kinderchirurgie
Prof. Dr. med. Jörg Fuchs, Ärztlicher Direktor

Hoppe-Seyler-Str. 3, 72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 66 21 (Sekretariat), Fax 0 70 71 / 29-40 46

** Referenzchirurgie
Für jeden kindlichen Tumor in Deutschland bzw. weltweit gibt es ein Studien- oder Behandlungsprotokoll. Diese Protokolle werden in der Gesellschaft für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie in Deutschland erarbeitet. Da die Chirurgie in der Tumorbehandlung einen wesentlichen Stellenwert einnimmt, werden nur besonders erfahrene Chirurgen damit beauftragt, Ansprechpartner und Berater für Patienten mit schwierigen Tumoren zu sein.

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