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Ehrendoktorwürde für Schriftsteller Louis Begley

21.01.2008 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Senat folgte einstimmig dem Antrag der Neuphilologischen Fakultät der Universität Heidelberg - Festvortrag von Louis Begley mit dem Titel "What is the Value of One Man?" - 8. Februar 2008, 18.00 Uhr, Aula der Alten Universität, Grabengasse 1, 69117 Heidelberg - Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen Louis Begley, so heißt es in der Begründung der Neuphilologischen Fakultät, sei nicht nur einer der bedeutendsten zeitgenössischen amerikanischen Schriftsteller, sondern auch ein Intellektueller, der sich mit gewichtigen Beiträgen in öffentlichen literarischen und zeitgeschichtlichen Diskussionen zu Wort melde. Nicht nur im amerikanischen, sondern auch im europäischen und speziell deutschen Kulturleben spiele er als Literaturkritiker und Kommentator des Zeitgeschehens eine weithin sichtbare Rolle. Zudem habe er sich um die Vermittlung deutscher Literatur in den USA außerordentlich verdient gemacht.

Von besonderer Bedeutung für die Entscheidung war nicht zuletzt die Heidelberger Poetik-Dozentur, die Begley im Jahr 2006 als erster nichtdeutscher Autor innehatte. Hier zeigte sich Begley als akademischer Lehrer, der zu dem Thema "Between Facts and Fiction" mit hoch reflektierten Berichten aus der schriftstellerischen Werkstatt zu beeindrucken wusste. Es sei die Reputation der Ruperto Carola gewesen, so Begley in einem Interview, die eine "enorm wichtige Rolle" für seine Entscheidung gespielt habe, die Poetik-Dozentur anzunehmen. Die Universität Heidelberg verbindet mit der Ehrenpromotion nicht zuletzt die Hoffnung, die durch die Dozentur geschaffene Verbindung Begleys zu Heidelberg zu festigen.

Louis Begley wurde 1933 als Sohn polnischer Juden unter dem Namen Ludwik Begleiter in Stryj (Polen, heute Ukraine) geboren. Während der Vater von der sowjetischen Armee zwangsrekrutiert und die Großeltern väterlicherseits verschleppt und ermordet wurden, versteckten sich der Junge und seine Mutter, als katholische Polen getarnt, vor den Deutschen und konnten so dem Holocaust entgehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte die Familie in die USA. Begley studierte in Harvard Jura und Literatur, praktizierte lange Jahre als Anwalt in einer international tätigen New Yorker Großkanzlei und debütierte als Schriftsteller 1991 mit dem mehrfach ausgezeichneten Roman "Lügen in Zeiten des Krieges", dem seine Kindheitserfahrungen auf der Flucht zu Grunde liegen. Neben zahlreichen Essays und literaturkritischen Beiträgen folgten die Romane "Der Mann, der zu spät kam", "Wie Max es sah", "Schmidt", "Mistlers Abschied", "Schmidts Bewährung", "Schiffbruch" und, im vergangenen Jahr, der Roman "Ehrensachen". Noch in diesem Jahr erscheint sein biographischer Großessay über Franz Kafka "A tremendous world I have inside my head" in New York.

Die Veranstaltung zur Verleihung der Ehrendoktorwürde an Louis Begley am 8. Februar wird vom Dekan der Neuphilologischen Fakultät Professor Peter Paul Schnierer sowie vom Prorektor der Universität Professor Thomas Pfeiffer eröffnet. Die Laudatio hält der Heidelberger Germanist Professor Helmuth Kiesel. Seinen Festvortrag hat Louis Begley mit der Frage "What is the Value of One Man?" überschrieben. Die Veranstaltung ist öffentlich.


Weitere Informationen:
Holger Pils
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg
Tel. 06221 543214
holger.pils@gs.uni-heidelberg.de

Allgemeine Rückfragen von Journalisten auch an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Irene Thewalt
presse@rektorat.uni-heidelberg.de

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