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RUB eröffnet PhD-Studiengang in Entwicklungsforschung: Verleihung der Ehrendoktorwürde an Volkmar Köhler

22.01.2008 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Promotion jenseits der Fächergrenzen
RUB eröffnet PhD-Studiengang in Entwicklungsforschung
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Volkmar Köhler

Doppelten Grund zum Feiern hat das Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) der RUB: Am kommenden Montag, 28.1. eröffnet es offiziell den deutschlandweit ersten fakultätsübergreifenden Promotionsstudiengang in Entwicklungsforschung (PhD in International Development Studies) und ehrt zugleich den ersten "Absolventen". Für seine langjährigen Verdienste als Kuratoriumsvorsitzender des IEE erhält Dr. Volkmar Köhler den überfakultativen Grad des PhD in International Development Studies ehrenhalber. Die Eröffnung des Studiengangs und die Ehrenpromotion finden ab 16 Uhr im Euro-Eck statt (Europa-Haus, Spechtsweg 20, 44801 Bochum). Die Medien sind herzlich willkommen. Gelebte Interdisziplinarität

Seit seiner Gründung in den 1960er-Jahren arbeiten am IEE Geographen, Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler eng mit einem fachübergreifenden Forschungsansatz zusammen. Eine Hürde für diese "gelebte Interdisziplinarität" war jedoch, dass es für die Doktoranden am IEE keine einheitliche Studien- und Prüfungsordnung gab. Mehr als 100 Absolventinnen und Absolventen sind bisher nach den Regeln der jeweiligen Fakultät mit ihren entwicklungstheoretischen und -politischen Dissertationen am IEE promoviert worden. Künftig können die Doktoranden im PhD-Studiengang ihre Promotion unter gleichen Bedingungen ablegen.

Gute Erfahrungen

Mit dem neuen, einheitlichen Promotionsstudiengang baut das Institut auf den guten Erfahrungen auf, die es bereits in einem DFG-geförderten Graduiertenkolleg ("Systemeffizienz und Systemdynamik in Entwicklungsländern") und im fachübergreifenden, eher anwendungsbezogenen Masterstudiengang "Development Management" gemacht hat. Der Wissenschaftler und Politiker Dr. Volkmar Köhler stand dem IEE dabei jeweils mit Rat und Tat zur Seite und setzte sich stets dafür ein, Fächergrenzen zu überwinden. Über fast die Hälfte seines seit Gründung zugelegten Weges hat Köhler das Institut als Vorsitzender des Kuratoriums begleitet. Seit den 1980er-Jahren ist Köhler der Ruhr-Universität eng verbunden.

Praktische Entwicklungspolitik

Besonders verdient gemacht hat er sich sowohl in der praktischen Entwicklungspolitik als auch in der Unterstützung der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Entwicklungspolitik der Länder des Südens selbst und der "Geberländer". Als Kulturwissenschaftler und Entwicklungspolitiker hat er zahlreiche wissenschaftliche Beiträge publiziert und mehrere Ehrenämter wahrgenommen. Für seine Verdienste wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem großen Bundesverdienstkreuz und als Ehrenbürger der Städte Wolfsburg und La Paz.

Vita Volkmar Köhler

Volkmar Köhler wurde am 20. Mai 1930 in Hannover geboren. Nach dem Nach dem Besuch des Ratsgymnasiums und dem Abitur begann er 1949 mit dem Studium der Musikwissenschaft, Germanistik, Kunstgeschichte, Wirtschaftsgeschichte und Pädagogik an der Universität Göttingen. Mit einer musikwissenschaftlichen Arbeit wurde Köhler 1956 zum Dr. phil. promoviert. Zwischen 1956 und 1958 als Dozent an verschiedenen Erwachsenenbildungsinstituten tätig, leitete er ab 1959 das firmengeschichtliche Archiv und das Werksmuseum der Volkswagen AG in Wolfsburg - eine Aufgabe, die er 10 Jahre wahrnahm und zu der parallel auch seine politische Laufbahn begann: ab 1964 als Ratsherr im Rat der Stadt Wolfsburg, von 1969 bis 1972 als Bürgermeister und Oberbürgermeister der Stadt. 1972 wurde Köhler in den Deutschen Bundestag gewählt, blieb der Volkswagen AG als Leiter der Führungskräfteausbildung bis 1982 und zwischen 1989 und 1993 als Kulturbeauftragter verbunden. Im Deutschen Bundestag war Köhler von 1976 bis 1980 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit, 1980/81 entwicklungspolitischer Sprecher seiner Partei, der CDU, und von Oktober 1982 bis April 1989 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. In dieser Funktion war er Gouverneur der Interamerican Development Bank (IDB) und der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB). Von 1989 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1994 war Köhler Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des dortigen Unterausschusses für Auswärtige Kulturpolitik.


Weitere Informationen

Dr. Gabriele Bäcker, Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik der RUB (IEE), Tel. 0234/32-27770, E-Mail: gabriele.baecker@rub.de, Internet: http://www.rub.de/iee

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