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ZEW-Umfrage bei Finanzmarktexperten: Harter Wettbewerb im Retail-Banking - Banken haben Privatkunden wiederentdeckt

23.01.2008 - (idw) Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Der Wettbewerb um den Privatkunden hat nicht nur innerhalb der vergangenen zwei Jahre stark zugenommen, sondern wird sich auch in Zukunft weiter verschärfen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim unter rund 246 Finanzmarktexperten. Die etablierten deutschen Filialbanken, von denen sich viele in den 1990er Jahren aus dem für sie unattraktiven Massenkundengeschäft zurückzogen, haben die Privatkunden als stabile Ertragsquelle wiederentdeckt. Sie sehen sich in diesem Geschäftsfeld allerdings inzwischen einem deutlich schärferen Wettbewerb gegenüber. So nehmen Direktbanken den Filialbanken zunehmend Marktanteile ab. Hinzu kommen neue Anbieter, die durch innovative Vertriebswege wie beispielsweise Credit Shops Kunden gewinnen. Es überrascht daher nicht, dass knapp 90 Prozent der vom ZEW befragten Experten für die vergangenen zwei Jahre eine Intensivierung des Wettbewerbs im Retail-Banking feststellen und rund drei Viertel von ihnen auch in den kommenden zwei Jahren mit einer Zunahme des Wettbewerbs rechnen.

Der Hauptgrund für den verschärften Wettbewerb ist dabei weniger auf der Angebotsseite als vielmehr auf der Nachfrageseite zu suchen. Fast 80 Prozent der Finanzmarktexperten halten die zunehmende Preissensitivität der Kunden und die abnehmende Kundenloyalität für einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund. Auch im Einsatz neuer Vertriebskanäle zur Kundengewinnung durch die Banken sehen vier von zehn Experten einen wichtigen und ein weiteres Viertel sogar einen sehr wichtigen Grund für die Zunahme des Wettbewerbs. Innovative Vertriebswege auf dem deutschen Markt werden vor allem von ausländischen Banken eingesetzt. Zwei Drittel der Experten sehen daher auch in der Präsenz neuer Wettbewerber wie beispielsweise ausländischer Banken am deutschen Markt einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund für die Intensivierung des Wettbewerbs hierzulande. "Die ausländischen Banken haben die Chance ergriffen und den deutschen Banken durch Preisführerschaft und den konsequenten Einsatz neuer Vertriebswege Marktanteile im lange vernachlässigten Retail-Banking abgenommen", sagt ZEW-Experte Matthias Köhler.

Auch wenn etablierte deutsche Banken, die in den vergangenen Jahren dem Massenkundengeschäft eher skeptisch gegenüber standen, den Retail-Kunden als eine stabile Ertragsquelle wiederentdeckt haben und verstärkt um ihn werben, scheint diese als Renaissance des Retail-Banking bekannte Entwicklung eine eher untergeordnete Rolle bei der Erklärung des gestiegenen Wettbewerbs zu spielen. Nur knapp die Hälfte der Experten sieht in dieser Renaissance einen wichtigen oder sehr wichtigen Grund. Knapp ein Fünftel hält sie hingegen für unwichtig oder eher unwichtig als Grund für die Zunahme des Wettbewerbs im deutschen Retail-Banking.

Ansprechpartner:
Matthias Köhler, Telefon 0621/1235-148, Fax -223, E-Mail koehler@zew.de
Gunnar Lang, Telefon 0621/1235-372, Fax -223, E-Mail lang@zew.de

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