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Die Software-Industrie: Ein geheimnisvoller Gigant

23.01.2008 - (idw) Technische Universität Darmstadt

TU Darmstadt und LMU München wollen die Spielregeln des weltweiten Softwaregeschäfts untersuchen Kaum eine andere Industrie hat die Gesellschaft so nachhaltig verändert wie die Sofwareindustrie. Die Ware "Software" unterscheidet sich ökonomisch jedoch grundlegend von "klassischen" Industriegütern. Was aber sind die neuen Spielregeln der Software-Ökonomie? Erstaunlicherweise ist diese Frage bislang kaum beantwortet. Dabei wäre aufgrund der Besonderheiten und Attraktivität dieser Industrie zu erwarten, dass es -- ähnlich wie für den Bankensektor oder für die Versicherungs-, Medien- oder Energiewirtschaft -- eine spezielle Betriebswirtschafslehre oder Spezial-Lehrstühle gibt, die sich hiermit beschäftigen. Dies ist bisher jedoch nicht der Fall. Einzig das Massachusetts Institute of Technology (MIT) verfügt derzeit über eine Forschergruppe, die den Regeln und Besonderheiten der weltweiten Softwareindustrie auf den Grund geht.

Diese Lücke war für Professor Peter Buxmann von der Technischen Universität Darmstadt und Professor Thomas Hess von der Ludwig-Maximilians-Universität München jetzt Anlass, eine neue, weltweit einzigartige Forschungsgruppe zu gründen: Die "Software Economics Group Darmstadt-München soll zukünftig die ökonomischen Prinzipien der Softwareindustrie untersuchen. " Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Dialog zwischen den Beteiligten anzuregen, um so als unabhängiger 'Think Tank' praxistaugliche Handlungsempfehlungen zu entwickeln", so die beiden Wissenschaftler.

Neben Preis- und Lizenzmodelle für Software-Produkte und Wertschöpfungsstrukturen der Branche möchte die neue Forschungsgruppe auch neueste Trends in der Softwareindustrie untersuchen: Hierzu gehören neue Geschäftsmodelle wie Software as a Service, das Outsourcing der Software-Entwicklung in Niedriglohnländer, der Einsatz von sogenannten "Serviceorientierten Architekturen" (SOA), die Ökonomie modularisierter Softwareproduktion sowie die ökonomische Bedeutung von "Open-Source"-Software.

Das bislang eher geringe wissenschaftliche Interesse an den Gesetzmäßigkeiten der "Software-Ökonomie" ist umso erstaunlicher, wenn man ihre wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung betrachtet: Weder aus der Unternehmenswelt noch aus dem Privatleben ist Software heute mehr wegzudenken. Sie ist ähnlich wie Energie oder die Versorgung mit Rohstoffen zu einer Grundvorausetzung für die Funktionsfähigkeit moderner Gesellschaften geworden. Laut International Data Corporation (IDC) erwirtschaftet die Branche weltweit jährlich 230 Milliarden US-Dollar Umsatz und wächst jährlich um sieben Prozent in Europa und bis zu neun Prozent in Asien. Dabei agiert die Softwarebranche wie kaum eine andere weltumspannend. Softwareunternehmen konkurrieren weltweit um Kunden und Mitarbeiter.

Nicht nur aufgrund der Internationalität dieser Märkte, sondern auch wegen der besonderen Eigenschaften des Gutes "Software" gelten für die Softwareindustrie eigene Spielregeln. Praktisch zeitgleich zur Gründung des neuen universitären Projekts ist zu diesem Thema auch das erste Buch über "Die Softwareindustrie" im Springer-Verlag erschienen. Neben Peter Buxmann und Thomas Hess hat auch Heiner Diefenbach, Vorstandsmitglied der TDS AG Neckarsulm, an diesem Buch mitgewirkt. Branchenexperten bescheinigen dem in dieser Form einzigartigen Buch bereits jetzt das Potential, das Standardwerk zur Softwareindustrie zu werden.

Weitere Informationen: http://www.software-economics.org - Die Homepage der neuen Forschungsgruppe
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