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"Was sich liebt, das nervt sich"

23.01.2008 - (idw) Universität Erfurt

Am Mittwoch, dem 6. Februar 2008 wird der renommierte französische Soziologe Jean-Claude Kaufmann von der Pariser Sorbonne einen Vortrag mit dem Titel "Was sich liebt, das nervt sich" an der Universität Erfurt halten. Kaufmann wird sich darin mit dem Thema Paarbeziehungen und Alltagskonflikte auseinandersetzen. Der öffentliche Vortrag mit anschließender Diskussion beginnt um 18.15 Uhr im Hörsaal 4 des Lehrgebäudes 1 in der Nordhäuser Straße 63. Der in Berlin lebende Philosoph und Romanist Vincent von Wroblewsky wird dolmetschen. "Wer verliebt ist, möchte am liebsten mit dem anderen auf einer rosaroten Wolke der Realität entschweben. Dass dieses Gefühl der Leichtigkeit des Seins in der Regel nicht lange anhält, wird spätestens offensichtlich, wenn morgens die Zahnpasta nicht aus der Tube kommen will, weil die Herzallerliebste sie zerknautscht hat, oder wenn plötzlich ein ausgestopfter Fischkopf das Wohnzimmer ziert, weil der geliebte Hobbyangler seinen ersten Hecht gefangen hat. Die eigenartigen Vorstellungen und Verhaltensweisen unserer Partner können uns gewaltig auf die Nerven gehen. Dieser Ärger ist jedoch keineswegs zufällig und bedeutungslos, sondern läuft stets nach präzisen Mechanismen ab, die Aufschluss darüber geben, wie Beziehungen insgesamt funktionieren", so Jean-Claude Kaufmann in seinem neuen Buch, das morgen (24. Januar 2008) in Deutschland im UVK Verlag erscheint.

Der spitzfindige Beobachter menschlicher Beziehungen hat seit vielen Jahren zu der Thematik geforscht. In Veröffentlichungen wie "Schmutzige Wäsche. Zur ehelichen Konstruktion von Alltag", "Singlefrau und Märchenprinz. Warum viele Frauen lieber allein leben" und aktuell "Was sich liebt, das nervt sich" zeigt Kaufmann mit viel Sinn für Humor und einem treffenden Blick für die Besonderheiten des Alltäglichen, worum es eigentlich geht, wenn Paare streiten. Kaufmann interessiert, wie Paare in den kleinen Dingen des Lebens ihre Beziehung gestalten, oder auch wie sich das Selbst- und Rollenverständnis der Geschlechter gewandelt hat.

Am Aschermittwoch ist die Gelegenheit, Jean-Claude Kaufmann im Rahmen seines Vortrages kennen zu lernen und sich von seinen zahlreichen ebenso verzweifelten wie unwiderstehlich komischen Aussagen über den Beziehungsärger von Frauen und Männern faszinieren zu lassen. Das französische Büro Thüringen und der Lehrstuhl für Geschlechtersoziologie der Erfurter Universität laden hierzu herzlich ein.

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