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Einstieg in die Hörforschung für Naturwissenschaftler

23.01.2008 - (idw) Universitätsmedizin Göttingen - Georg-August-Universität

Methodenkurs und Symposium mit internationalen Experten bringen Dokto-randen auf den aktuellen Stand zur Hörforschung und vermitteln erstmals Praxis und Methodik. (umg) Kann die Maus hören? Warum ist diese Maus schwerhörig? Antworten auf solche und andere Fragen zu finden, gehört zu den Grundlagen der Hörforschung, die einmal den Patienten zugute kommen soll. Die Methoden und Verfahren dafür müssen angehende Hörforscher erlernen. Erstmals findet jetzt an der Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften und molekulare Biowissenschaften (GGNB) vom 22. bis 26. Januar 2008 ein Methoden-Kurs für junge Nachwuchsfor-scher statt, die sich auf die Hörforschung spezialisieren möchten.

Mit dem Kurs "Advanced theoretical an practical training course on Hearing in Mammals" startet das Promotionsprogramm "Sensory and Motor Neuroscience" an der Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften und molekulare Biowis-senschaften (GGNB) seinen ersten Fortgeschrittenen-Hörforschungskurs für Na-turwissenschaftler. Die anspruchsvolle Trainingswoche für Doktoranden, die in naturwissenschaftlichen Fächern promovieren, schließt mit einem international besetzten Symposium am Samstag, dem 26. Januar 2008, im Hörsaal 04 des Universitätsklinikums Göttingen. Unter dem Motto "Neural Coding in the Audito-ry System" informieren international renommierte Hörforscher über den aktuellen Stand "zur Kodierung akustischer Information im Hörsystem" und über weitere neue Erkenntnisse aus der Hörforschung. Organisiert wurde das Symposium in Zusammenarbeit vom Bernstein Center for Computational Neuroscience Göttingen (BCCN), der Göttinger Graduiertenschule für Neurowissenschaften und molekulare Biowissenschaften (GGNB) und dem EU-Projekt EuroHear.

Methodenkurs
"Das Niveau des Methodenkurses ist bewusst hoch angesetzt", sagt Prof. Dr. To-bias Moser, der Sprecher des GGNB-Programms "Sensory and Motor Neuroscien-ce". Moser ist Professor für auditorische Neurobiologie und Leiter des InnenOhrLa-bors an der Abteilung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttin-gen. Die beteiligten Dozenten des GGNB-Programms, Wissenschaftler des EU-Konsortiums Eurohear und aus dem InnenOhrLabor bringen viel Know How aus der Forschung in den Kurs. Für die Teilnahme an dem Kurs war eine Vorauswahl notwendig: 15 Doktoranden der Universität Göttingen und anderen Forschungsein-richtungen aus ganz Europa wurden für den Kurs ausgewählt.

"Vormittags bieten wir die Theorie für das, was nachmittags in praktischen Übun-gen vertieft und geübt wird", erläutert Tobias Moser das Konzept des Kurses. Zum Einstieg lernen die Nachwuchsforscher, einen Hörtest bei einer Maus durchzufüh-ren. Dann kommen Untersuchungen und Methoden dazu, um taube oder schwer-hörige Mäuse genauer zu untersuchen und so die Ursachen für Schwerhörigkeit zellulär und molekular zu erforschen. Professor Moser: "Auf dem Programm stehen die Physiologie der Sinneszellen und Nervenzellen, molekulare Grundlagen und Methoden sowie verschiedene spezifische mikroskopische Verfahren zur Untersu-chung des Hörsystems." Am Ende des Kurses sollen die Nachwuchsforscher die Schritte einer wissenschaftlich gesicherten Erforschung von Fragen zum Hören und Nicht-Hören kennengelernt haben. "Warum ist die Maus taub?" - mit Fragen wie dieser sollen sie sich am Ende des Kurses methodisch und wissenschaftlich auseinandersetzen können.

Symposium "Neural Coding in the Auditory System"
Samstag. 26. Januar 2008
09:00 bis 18:00 Uhr, Hörsaal 04
Universitätsklinikum Göttingen, Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
Medienvertreter sind herzlich eingeladen! Auch der Kurs kann nach Voran-meldung unter Telefon 0551/39 8968 besucht werden.

Im Mittelpunkt des international besetzten Symposiums am Samstag stehen Fra-gen zur Kodierung akustischer Information im Hörsystem. Dabei geht es um die Frage, wie Schall in ein vom Nervensystem verstandenes Signal übersetzt wird. Die Vorträge befassen sich mit der strukturellen und funktionellen Spezialisierung der Nervenkontakte (Synapsen) in der Hörschnecke, sowie der Kodierung akusti-scher Information wie etwa der Sprache oder des Orts der Schallquelle an ver-schiedenen Orten der Hörbahn. Zur Eröffnung und zum Abschluss des Symposi-ums sprechen weltweit führende Hörforscher: Prof. Dr. M. Charles Liberman von der Harvard University hält den Einführungsvortrag "Feedback control of the audi-tory nerve". Der Abschlussvortrag des Münchner Hörforschers Prof. Dr. Benedikt Grothe befasst sich mit "Binaural processing - unexpected dynamics". Alle Vorträ-ge werden in englischer Sprache gehalten.


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Abt. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
Prof. Dr. Tobias Moser, Telefon 0551 / 39-8968, tmoser@gwdg.de
Robert-Koch-Straße 40, 37075 Göttingen
www.ggnb.uni-goettingen.de

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