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Bayreuther William James-Gastprofessor: Religion in China - ein vielfältiges und faszinierendes Phänomen

24.01.2008 - (idw) Universität Bayreuth

Um Religion in China nachzuvollziehen, ist es notwendig, nicht allein mit der "europäischen Brille" zu blicken, sondern muss sich bei der Vielfalt religiöser Phänomene auf den fremden Blickwinkel einlassen. Dieses machte der Religionswissenschaftler Professor Joachim Gentz (Universität Edinburgh) am 21. Januar bei seiner Antritttsvorlseung zur William James Gastprofessur an der Universität Bayreuth mit mehreren Beispielen deutlich. Bayreuth (UBT) "Eigentlich könnte ich jetzt bereits mit meiner Vorlesung aufhören." meinte Professor Joachim Gentz 10 Minuten nach dem Beginn seiner Antrittsvorlesung zur William James Gastprofessur am 21. Januar. "Wenn man durch die 'europäische Brille' nach China blickt, dann sieht man zunächst einmal eine Staatsideologie, eine politische Ethik, unterschiedliche philosophische Traditionen oder eine reiches Ensemble von volkstümlichen Ritualen - aber keine Religion. Trotzdem ist es sinnvoll sich als Religionswissenschaftler mit China zu beschäftigen. Dafür muss man sich aber auf einen fremden Blickwinkel einlassen."
In der verbleibenden Stunde seiner Vorlesung gelang es Professor Gentz, der an der schottischen Universität in Edinburgh lehrt und forscht, genau dies zu tun. Mit vielen Beispielen brachte er den Zuhörern im Hörsaal 18 den ganz eigenen Charakter der religiösen Phänomene in China näher. Er machte deutlich, wie 'wir im Westen' uns einen ganz eigenen Blick auf religiöse Phänomene angewöhnt haben und wie sehr dieser unseren Zugang zu China verstellen kann. Gleichzeitig machte Gentz aber auch deutlich, wie Europa China in den vergangenen 200 Jahren geprägt hat und sich 'die Chinesen' quasi selbst die westliche Brille aufgesetzt haben. Religion in China ist ein vielfältiges und faszinierendes Phänomen, das immer mehr Bereiche der chinesischen Gesellschaft prägt.
Auf diesem Wege gelang es Professor Gentz, die Zielsetzung der 'William James-Professur für Religionswissenschaft' umzusetzen. Diese wurde letztes Jahr erstmals eingerichtet, um das Lehrangebot des B.A.-Studiengangs Kulturwissenschaft mit Schwerpunkt Religion in Bayreuth zu erweitern. Professor Christoph Bochinger machte in seiner Begrüßung deutlich, dass es so auch in einer kleinen Hochschule wie Bayreuth möglich sei, den Studierenden die vielfältigen Kenntnisse zu vermitteln, die sie für ihr Studium benötigen. Darüber hinaus gelang es Professor Gentz aber auch Studierende anderer Fakultäten für sein Thema zu begeistern, das nun die ganze Woche über mit Vorlesungen und Kolloquien zum Verhältnis zwischen Religion und Politik in China weiter diskutiert wird.
Dabei scheint das Thema auch über den Bereich der Religionswissenschaft hinaus Interessenten zu finden. Nach der ersten Vorlesung haben sich zumindest nicht nur Studierende der Kulturwissenschaft für die weiteren Veranstaltungen angemeldet. Diese Vorlesungsreihe liefert somit einen guten Beitrag zu interdisziplinären Debatten in Bayreuth. Eine Hörerin der Antrittsvorlesung kommt selbst aus China und meinte: "Schon diese eine Vorlesung hat mir eine ganz andere Perspektive auf die Religionen in China eröffnet. Jetzt möchte ich auch wissen, was Professor Gentz in den anderen Veranstaltungen präsentiert."

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