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Gerda Henkel Stiftung unterstützt Forschungsprojekt zur Erhaltung und Präsentation von Medienkunst

24.01.2008 - (idw) Gerda Henkel Stiftung

Medienkünstlerische Arbeiten gehören inzwischen zum Bestand zahlreicher Museen und Sammlungen. Aufgrund technischer Probleme, Dokumentationslücken, aber auch aus sachlicher Unkenntnis werden sie jedoch häufig nicht mehr ausgestellt. Die Stiftung imai - inter media art institute hat nun ein Forschungsvorhaben zum Thema Erhaltung und Präsentation von Medienkunst initiiert. Unter dem Titel "Konkretionen des Flüchtigen: Zur Problematik der Erhaltung und Re-Inszenierung von Medienkunstinstallationen" analysiert Dr. Tiziana Caianiello ausgewählte Werke aus dem Besitz des Instituts und von Kooperationspartnern. Ziel der Studie ist es, Kriterien zu formulieren, die den Umgang von Kunsthistorikern, Kuratoren, Restauratoren und Sammlern mit Medienkunst erleichtern können. Die Gerda Henkel Stiftung gewährt Dr. Tiziana Caianiello dafür ein zweijähriges Forschungsstipendium. Die Herausforderungen installativer Medienkunst ergeben sich zum einen aus ihrer ortsabhängigen Inszenierung: Installationen werden bei jeder neuen Präsentation an die jeweiligen Raumgegebenheiten angepasst und verändern so ihr Erscheinungsbild. Darüber hinaus erweisen sich ihre Materialien als besonders unbeständig, da Technologien rasant veralten: Wiedergabe- und Abspielgeräte sowie Speichermedien, die noch vor wenigen Jahren als innovativ galten, werden in schneller Folge durch neue Generationen ersetzt und so zu technologischen Dinosauriern - Dr. Tiziana Caianiello zufolge ein "akutes und noch ungelöstes Problem". Für die ausstellende und konservatorische Praxis ergeben sich daraus Fragen, die mit den herkömmlichen Restaurierungsmethoden nur bedingt zu beantworten sind: Können die schwer erhältlichen und wartungsintensiven U-Matic-Player einer Installation aus den frühen 1980er Jahren in Zukunft durch DVD-Player ersetzt werden? Welche Folgen hat die Migration der Videos auf neue Trägermedien für die Ästhetik der Werke? Können moderne Flachbildschirme nicht mehr funktionsfähige Röhrenmonitore ersetzen? Welche Aspekte sind für die ästhetische Rezeption einer Arbeit auch bei zukünftigen Inszenierungen unabdingbar? Und wer definiert diese Kriterien?

Als empirische Grundlage dient Dr. Tiziana Caianiello eine Reihe von "Case Studies", die ein Expertenteam am imai - inter media art institute durchführt. Mit der wissenschaftlichen Auswertung von Vorarbeiten zu dem Videoambiente "Il Nuotatore va troppo spesso ad Heidelberg" ("Der Schwimmer fährt zu oft nach Heidelberg", 1984) der italienischen Künstlergruppe Studio Azzurro sowie zu dem Mixed-Media-Installation "In Situ" (1986) des nordamerikanischen Künstlers Gary Hill hat die Kunsthistorikerin bereits begonnen. Drei weitere Fallstudien folgen. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer Fachtagung und einer abschließenden Publikation vorgestellt.

Dr. Tiziana Caianiello (geboren in Neapel) studierte Geisteswissenschaften mit Schwerpunkt Kunstgeschichte an der Universität "Federico II." in Neapel. Nach einem Doktorandenstipendium der Gerda Henkel Stiftung wurde sie an der Universität zu Köln mit der Arbeit "Der Lichtraum (Hommage à Fontana) und das Creamcheese im museum kunst palast: Zur Musealisierung der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er Jahre" (Bielefeld 2005) promoviert. Vom Museum Kurhaus Kleve wechselte sie 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Stiftung imai - inter media art institute.
Weitere Informationen: http://www.imaionline.de
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