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TFH Georg Agricola fördert Migranten: Tutorium hilft, fachliche Hürden zu überwinden

31.01.2008 - (idw) Technische Fachhochschule Georg Agricola

Wenn ausländischen Studierenden das Studium schwer fällt, sind nicht nur sprachliche Gründe dafür verantwortlich. Oft unterscheidet sich die Lehr- und Lernkultur deutscher Hochschulen sehr stark von denen anderer Länder. Beispielsweise legen Dozenten hierzulande beim praktischen Unterricht wesentlich mehr Wert auf eine aktive Beteiligung der Studierenden. Ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) mitfinanziertes Tutorium an der TFH Georg Agricola bietet den Migrantinnen und Migranten im Studiengang Elektro- und Informationstechnik wertvolle Unterstützung. Das Tutorium Steuerungstechnik ist speziell auf die Bedürfnisse ausländischer Studierender ausgerichtet. Es bereitet gezielt auf das gleichnamige Labor-Praktikum Steuerungstechnik vor, das für den Elektrotechnik-Studiengang von zentraler Bedeutung ist. Bei der Leitung des Tutoriums werden die wissenschaftlichen Mitarbeiter von den beiden erfahrenen TFH-Studierenden Mohammed Lazar und Abderrahim Heddouch unterstützt, die beide aus Marokko stammen.

Die beiden Tutoren-Stellen werden aus Mitteln des PROFIS-Projekts finanziert, mit dem der DAAD den Studienerfolg ausländischer Studierender unterstützt. PROFIS steht für "Programm zur Förderung der Internationalisierung an den deutschen Hochschulen". Die TFH Georg Agricola hat sich mit dem "Profis Netzwerk" erfolgreich für dieses DAAD-Programm beworben und wurde im vergangenen Wintersemester erstmals in diesem Rahmen gefördert. Daniela Naumann-El Kady, die Leiterin des Akademischen Auslandsamts der TFH, erläutert die Hintergründe dazu: "Im Profis Netzwerk kooperieren wir mit dem AStA der TFH; der Stadt Bochum, der IHK mittleres Ruhrgebiet zu Bochum und der InWEnt gGmbH. Gemeinsam mit diesen Institutionen wollen wir unsere ausländischen Studierenden bei der wissenschaftlichen Arbeit unterstützen, und zugleich die Integration erleichtern. Das Tutorium Steuerungstechnik ist für uns eine Art Pilotprojekt, mit dem wir die Arbeit mit den ausländischen Studierenden erproben und weiter entwickeln möchten. Wird es ein Erfolg, wollen wir ähnliche Lehrveranstaltungen in den kommenden Semestern auch in anderen Studiengängen anbieten." Die Anregung zum Tutorium kam übrigens aus den Reihen der ausländischen Studierenden selbst. Naumann-El Kady schildert den Prozess der Ideenfindung: "Bei einem gemeinsamen Workshop haben wir Lösungsmöglichkeiten für migrantenspezifische Probleme erarbeitet. Die Unterstützung bei der Vorbereitung auf besonders schwierige Praktika war dabei eines der wichtigsten Anliegen der Studierenden."

An der Technischen Fachhochschule Georg Agricola zu Bochum liegt der Anteil ausländischer Studierender zurzeit bei rund 14 Prozent. Durch Maßnahmen wie das "Profis Netzwerk" will die TFH diese gezielt beim Studium unterstützen. Darüber hinaus sollen Migrantinnen und Migranten verstärkt für ein Ingenieurstudium an der Technischen Fachhochschule interessiert werden.

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