Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 10. Dezember 2019 

Neues Modell für den Sozialstaat

04.02.2008 - (idw) Fachhochschule Jena

Prof. Dr. Michael Opielka im Interview über das Grundeinkommen (04. Februar 2008) Für ein allgemeines Grundrecht hält Dr. Michael Opielka, Professor für Sozialpolitik an der Fachhochschule Jena, das bedingungslose Grundeinkommen. Der Soziologe und Erziehungswissenschaftler diskutiert im Februarheft der Zeitschrift "a tempo" mit Ralf Lilienthal über sein mehr als 20jähriges Engagement zum Thema.

Für Prof. Opielka äußert sich das Soziale einer Gesellschaft in den Maßnahmen für Schwächergestellte. Oft entscheidet Sozialpolitik über menschliche Schicksale und Hartz IV ist für ihn kein Beispiel einer wohlwollenden Förderung. Dass mit der Einführung eines vorleistungs- und rückzahlungsfreien Grundeinkommens das allgemeine Verständnis von Gesellschaft auf völlig neue Füße gestellt würde, sieht Opielka positiv, allerdings auch die Gefahr einer möglichen Lockerung der moralischen Bindung an die Arbeit. Dies müssten auch die Befürworter des Grundeinkommens bedenken.

Für Michael Opielka überwiegen trotzdem die positiven Folgen: "Grundeinkommen bedeutet vor allem das Recht auf Teilhabe", so der Sozialwissenschaftler. Es würde einen Ausgleich bei gesellschaftlicher Ungleichheit schaffen. "Wir sind in vielen Phasen unseres Lebens materiell von der Gesellschaft abhängig", so Opielka weiter, "Unser Hauptvermögen ist unsere Arbeitskraft und wir wissen, dass wir in Risikofällen aufeinander angewiesen sind." Das Grundeinkommen würde darüber hinaus dem gemeinnützigen und familiären Engagement endlich die notwendige öffentliche Anerkennung zollen.

Fruchtbare Ansätze für ein Finanzierungsmodell gibt es für ihn mehrere: beispielsweise in dem vom Thüringer Ministerpräsidenten Dieter Althaus angedachten "Solidarischen Bürgergeld" oder in einer Finanzierung über die Mehrwertsteuer, nach Götz Werner. Er selbst plädiert für eine "Grundeinkommensversicherung" nach dem Modell der Schweizer Rentenversicherung. Für Prof. Dr. Michael Opielka drängt die Zeit, ein neues Modell für den Sozialstaat zu realisieren.

Sigrid Neef
Tel. 03641 - 205 130

Interview zum Download:

http://www.sw.fh-jena.de/people/michael.opielka/download/Opielka_Wie_sozial_kann_eine_Gesellschaft_sein_Interview_in_a_tempo_2-2008_S_6-9.pdf
Weitere Informationen: http://www.fh-jena.de
uniprotokolle > Nachrichten > Neues Modell für den Sozialstaat
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/150846/">Neues Modell für den Sozialstaat </a>