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Was die klinische Ethikberatung leisten kann: Klausurtagung mit öffentlichem Vortrag in der RUB

04.02.2008 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Nr. 38

Forscher aus acht europäischen Ländern sind zu Gast

Was soll passieren, wenn der 80-jährige Patient eine Magensonde braucht, die Angehörigen diese aber ablehnen? Klinische Ethikberatung, wie sie in deutschen Krankenhäusern zunehmend durchgeführt wird, kann in dieser und anderen ethischen Konfliktsituationen vermitteln. Die wissenschaftliche Untersuchung der konzeptionellen und methodischen Grundlagen klinischer Ethikberatung und ihrer Auswirkungen auf die klinische Praxis stehen im Mittelpunkt einer interdisziplinären Klausurtagung, zum dem das Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität (Leiter: Prof. Dr. med. Dr. phil. Jochen Vollmann) vom 11. bis zum 15. Februar 2008 einlädt. Forscher aus acht europäischen Ländern stellen dort ihre Untersuchungsergebnisse vor. Fragen rund um die klinische Ethikberatung erörtert Prof. Dr. Guy Widdershoven, Professor für Gesundheitsethik an der Universität Maastricht am 14. Februar (18.30 Uhr, Malakowturm, Markstraße 258a, 44799 Bochum) in seinem öffentlichen Abendvortrag "Clinical Ethics as Moral Deliberation", zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Grundlagen, Implementierung und Bewertung der klinischen Ethikberatung

Ethische Fragen gehören zu den Herausforderungen für Ärzte, Patienten und deren Angehörige im klinischen Alltag. Die klinische Ethikberatung kann helfen, die moralischen Werthaltungen der an der Entscheidungsfindung Beteiligten zu identifizieren und damit einen Grundstein für eine von allen Beteiligten getragene Lösung legen. Themenschwerpunkte der Tagung sind neben philosophisch-ethischen Grundlagen der klinischen Ethikberatung die Implementierung entsprechender Angebote sowie die Evaluation klinischer Ethikberatung mit sozialempirischen Untersuchungsmethoden. Vertreter der Ethik in der Medizin, der klinischen Medizin, der Philosophie und der Sozialwissenschaften präsentieren und diskutieren ihre Forschungsergebnisse. Neben wissenschaftlichen Vorträgen gibt es auch praxisorientierte Workshops, unter anderem zur Durchführung ethischer Falldiskussionen in der Palliativmedizin, die unheilbar Kranken ein Lebensende in Würde und Schmerzfreiheit ermöglichen will. Die Tagung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Öffentlicher Abendvortrag

Ist der Ethikberater Experte für die Beantwortung moralischer Fragen oder eher Moderator, dessen Aufgabe es ist bei Wertekonflikten zwischen den unterschiedlichen Parteien zu vermitteln? Welches Modell klinischer Ethikberatung kann ethisch-konzeptionell und mit Blick auf eine nachhaltige Implementierung in der klinischen Praxis am besten begründet werden? In seinem öffentlichen Abendvortrag Clinical Ethics as Moral Deliberation wird Prof. Dr. Guy Widdershoven, Professor für Gesundheitsethik an der Universität Maastricht, zu diesen und angrenzenden Fragen Stellung nehmen. Prof. Widdershoven ist ausgewiesener Experte für konzeptionelle und praktische Fragestellungen der Ethikberatung und gründete 2005 das European Clinical Ethics Network (ECEN), das im Anschluss an die Tagung ein Arbeitstreffen in Bochum abhalten wird.


Weitere Informationen

Dr. med. Jan Schildmann, M.A.(London), Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Ruhr-Universität Bochum, Malakowturm - Markstr. 258a, 44799 Bochum, Tel: 0234/32-28654, Fax: 0234/32-14205, E-Mail: jan.schildmann@rub.de, Internet: http://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow
Weitere Informationen: http://www.ruhr-uni-bochum.de/malakow
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