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Europa und seine Regionen - 2000 Jahre Rechtsgeschichte - Junge Rechtshistoriker der Universität Osnabrück legen Publika

26.02.2008 - (idw) Universität Osnabrück

In der EU vertreten heute die Nationen und Regionen ihre Interessen eigenständig und sehr selbstbewusst. In der zwei Jahrtausende umfassenden europäischen Rechtsentwicklung hat es stets auch einen lebendigen Austausch zwischen den Regionen und ihren rechtlichen Traditionen gegeben. Der jetzt von den Rechtshistorikern Dr. Andreas Bauer und Dr. Dr. Karl H. L. Welker herausgegebene Sammelband "Europa und seine Regionen" entfaltet in seinen 32 Aufsätzen ein sehr differenziertes Panorama von Eigenständigkeit und wechselseitiger Beeinflussung. Am Montag, 25. Februar, wird dieses Werk in Brüssel um 19 Uhr in der Vertretung des Landes Niedersachsen bei der Europäischen Union vorgestellt. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Dr. Hans-Gert Pöttering, Honorarprofessor an der Universität Osnabrück, wird das Grußwort sprechen. Pöttering betont im Geleitwort des über 700 Seiten umfassenden Bandes jenes Wechselspiel zwischen den Regionen und die Stärke und den Reichtum der regionalen Vielfalt Europas. Der Sammelband zeige, dass in der Geschichte Europas neben den Nationen auch die Regionen eine wichtige, bisweilen überregionale und dominante Stellung eingenommen hatten und sie immer in enger kultureller Verbindung miteinander standen. "Dies ist heute nicht anders, ja, wir erleben sogar eine Renaissance der Regionen. Regionale und föderale Ordnungsprinzipien erlangen in der Europäischen Union zunehmende Wertschätzung - das 'Europa der Regionen' ist zu einem Leitbild geworden", so Pöttering.

Die Sammlung umfasst Beiträge eines Kreises junger Rechtshistoriker aus vielen Teilen Europas, die sich seit 1996 in Berlin, Graz, München, Zürich, Leipzig und Wien wissenschaftlich austauschten und 2002 an der Universität Osnabrück zu der Tagung "Europa und seine Regionen" zusammen kamen, um ein abgerundetes Geschichtsbild Europas zu umreißen. "Dabei traten nicht die Nationen und ihre Grenzen oder die föderalen Strukturen der großen politischen Einheiten in den Vordergrund, sondern die Regionen und wie sie sich in ihrer Vielfalt historisch herausgebildet haben", berichtet Dr. Andreas Bauer. "Nach innen lässt sich ihre rechtliche Gestalt über die jeweils gelebte Verfassung begreifen."

Dazu gehören seit je aber auch solche Kräfte, die über die Region hinaus wirken und die innere Verbundenheit Europas auch rechtlich als Kulturraum ermöglicht haben, so die Herausgeber in ihrem Vorwort. So sei das entstanden, was man als die Identität Europas bezeichnen kann: trotz aller Spannungen und Konflikte ein Raum religiöser Homogenität, befähigt zu wissenschaftlicher Konsensbildung und mit einer durch Verfassungen verbürgten politischen Stabilität.

Prof. Dr. Martin Schmidt-Kessel, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften, wird bei der Veranstaltung in Brüssel in die Thematik einführen, bevor die beiden Herausgeber das im Böhlau-Verlag (Köln/Weimar) erschienene Buch präsentieren. Es überrasche nicht, dass die Herausgeber eng mit Osnabrück und der Universität verbunden seien, so Parlamentspräsident Pöttering. "Die Universität Osnabrück hat sich über die Jahre zunehmend zu einem Zentrum der Erforschung und Lehre europäischer Rechtsgeschichte entwickelt."

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Weitere Informationen:
Dr. Andreas Bauer und Dr. Dr. Karl H. L. Welker,
Universität Osnabrück, Fachbereich Rechtswissenschaften
Heger-Tor-Wall 14, 49069 Osnabrück,
Tel. +49 541 969 6140 oder 6153
E-Mail: abauer@uni-osnabrueck.de

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