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TU Clausthal und Orthopädie-Unternehmen Otto Bock bieten praxisnahe Studentenausbildung

27.02.2008 - (idw) Technische Universität Clausthal

Clausthal-Zellerfeld/Duderstadt. Jung sollen sie sein, gleichzeitig aber viel Praxiserfahrung mitbringen. So wünscht sich die Ingenieurbranche die idealen Berufseinsteiger. Wie beides zu vereinbaren ist, zeigt ein Projekt des Instituts für Maschinenwesen der Technischen Universität Clausthal mit dem Medizintechnik-Hersteller Otto Bock HealthCare, Weltmarktführer im Bereich Prothetik und Ausrüster bei den Paralympics in Peking. Die Begeisterung der Studierenden wurde geweckt, indem eine Lehrveranstaltung zu einem industrienahen Wettbewerb ausgebaut wurde. Felix Hausdorf, Maschinenbaustudent im fünften Semester, strahlt über das ganze Gesicht. "Diese Vorlesung war viel interessanter und nachhaltiger als die normalen Veranstaltungen. Endlich haben wir unser Wissen praktisch anwenden können", sagt der 23-Jährige. Gerade hat er im Fach "Konstruktionslehre I" die Note "Sehr Gut" eingeheimst - und dafür musste er nicht einmal tagelang büffeln. An die Stelle der üblichen Klausur war als Leistungsnachweis ein praxisnaher Wettbewerb getreten. Die Aufgabe hieß: Entwickeln Sie für das Kniegelenk einer Oberschenkelprothese eine lastenabhängige Bremse. In neun Gruppen mit jeweils vier Studierenden forschten die Clausthaler in Daniel-Düsentrieb-Manier nach der kreativsten Lösung.

Die Jury, Produktentwickler des Unternehmens Otto Bock, honorierte aber nicht nur den pfiffigsten Einfall. Sie achtete auch darauf, ob sich das Ergebnis gut in die Praxis umsetzen lässt. Platz eins belegte das Team um Felix Hausdorf. Als Belohnung dürfen er und seine Kommilitonen Jens Fischer, André Heine und Alejandra Segarra Ibánez ihre Kniebremsen-Idee mit modernster Technik in die Tat umsetzen. Und zwar in einem bezahlten Praktikum über drei Monate am Duderstädter Sitz des global aufgestellten Medizintechnik-Herstellers. "Für uns entsteht ein Input, den wir auch teilweise nutzen werden", freut sich Christian Hiemisch, Jurymitglied und Leiter der Abteilung "Entwicklung Prothetik und untere Extremität", auf die angehenden Ingenieure.

Den Einblick ins Berufsleben verdanken die Studenten nicht zuletzt den Lehrmethoden am Institut für Maschinenwesen. Professor Armin Lohrengel, seit vergangenem Jahr Leiter des Instituts, hat sich die Gegebenheiten der kleinen, aber feinen Hochschule im Oberharz zunutze gemacht. An Massenuniversitäten wäre eine derart individuelle Betreuung, wie sie für den Wettbewerb im Fach Konstruktionslehre nötig war, kaum zu leisten. So wurde jede der neun Gruppen von einem wissenschaftlichen Mitarbeiter unterstützt. Und den Konstruktionswettbewerb begannen die insgesamt 36 Studierenden, die neben dem Maschinenbau aus dem Masterstudiengang Technische Betriebswirtschaftslehre kamen, mit einer Exkursion zur Firma Otto Bock.

Bis zur Präsentation ihrer Ergebnisse haben die Studierenden jeweils mehr als 50 Stunden investiert. "Ganz entscheidend für den Erfolg war die Teamleistung", sagt Professor Lohrengel. Nach dem positiven Feedback soll das Fach Konstruktionslehre auch in Zukunft mit einem industrienahen Wettbewerb gekoppelt werden. Bei durchschnittlich fast 25.000 offenen Ingenieursstellen hierzulande bietet dieses Projekt Wirtschaftsunternehmen auch die Chance, Nachwuchswerbung zu betreiben.

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