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100% Bologna

27.02.2008 - (idw) Fachhochschule Trier

Neue gestufte Studiengänge an der Fachhochschule Trier stärken Interdisziplinarität und Internationalität. Völlig neu strukturierte Angebote im Bereich Gestaltung schließen die umfangreiche Reform jetzt ab. Bereits 2004, bei der vom damaligen rheinland-pfälzischen Bildungsminister Zöllner veranlassten Strukturreform, nutzte die FH Trier ihre Gestaltungsspielräume und zeigte Eigenverantwortung. Sie nahm das Gutachten zur Struktur der Fachhochschulen in Rheinland-Pfalz zum Anlass, neue Perspektiven zu entwickeln und straffte unter anderem die inneren Strukturen indem sie Ihre zehn Trierer Fachbereiche zu fünf Einheiten zusammenfasste. Das reduziert nicht nur den internen Selbstverwaltungsaufwand sondern schafft auch bessere Möglichkeiten zur gemeinsamen und interdisziplinären Nutzung von Ausbildungsmodulen, Werkstätten und Labors.

FH Trier ganz weit vorne im Bologna-Prozess

In den folgenden Jahren zeigte die Trierer Hochschule, dass Sie auch im Prozess der Umstellung der Studienangebote auf international anerkannte Bachelor- und Masterstudiengänge - der so genannte Bologna-Prozess - und bei der Einführung eines europaweit einheitlichen Systems zur Anrechnung von Studienleistungen (European Credit Transfer System, kurz ECTS) ganz weit vorn liegt:
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung richtete 2005 ein Kompetenzzentrum Bologna ein, welches die Hochschulen im Prozess der Entwicklung eines europäischen Hochschulraums unterstützen sollte. Unter 127 Bewerberinnen wurde die FH Trier dabei als einzige Hochschule in Rheinland Pfalz ausgewählt, welche für die Dauer von zwei Jahren mit einer Bologna-Beraterin ausgestattet wurde. 57 Fachhochschulen, 52 Universitäten, zehn Kunst- und Musikhochschulen und acht private Hochschulen hatten sich damals an der Ausschreibung zur Teilnahme am Kompetenzzentrum Bologna beworben.
Neben der Einführung von gestuften Studiengängen und der Entwicklung des ECTS ging es dabei auch um Einführung von Diploma Supplements. Das sind einheitliche Beschreibungen von Hochschul-Abschlüssen und der damit verbundenen Qualifikationen, die zukünftig Abschlusszeugnissen beigefügt werden, um künftigen Arbeitgebern die Bewertung und Einstufung von Bachelor- und Masterabschlüssen zu erleichtern.

Qualitätsverbesserung von Studium und Lehre

Die FH begriff den Prozess als Chance für die Qualitätsverbesserung von Studium und Lehre, stellte als eine der ersten Hochschulen des Landes konsequent auf die neuen international anerkannten Abschlüsse um und richtetet Ihr Studienangebot noch stärker auf die Bedürfnisse des modernen Arbeitsmarkts aus. 2004 hatte die Trierer Hochschule bereits die ersten Studiengänge auf das neue europäische System der gestuften Bachelor-/Master-Studiengänge umgestellt. Jetzt ist diese Umstellung komplett. "Die von der vorigen Hochschulleitung mit einem ehrgeizigen Zeitziel initiierten und von den Fachbereichen mit großem Elan angegangene Umstellung der Studiengänge ist nicht nur als reine Umwandlung vorhandener Diplom- Studiengänge in fachlich identische Bachelor- und Masterstudiengänge realisiert worden, sondern hat auch zu Entwicklung völlig neuer, fachrichtungsübergreifender Studienangebote geführt", erläutert Präsident Jörg Wallmeier.

Intermediales Design eröffnet breites Spektrum beruflicher Möglichkeiten

Schon zu Beginn der Umstellung setze sich der neue Fachbereich Gestaltung das Ziel, auch die neuen Medien sehr viel aktiver in das Studium an der FH einzubinden. Das neue Studienangebot Intermediales Design (IMD) zeigt, dass dies gelungen ist.

Im Intermedialen Design soll das Themenfeld Digitale Medien weiterentwickelt werden. Dieser neue Bereich soll eine Integrationsfunktion für verschiedene Gestaltungsrichtungen übernehmen und zu einer Keimzelle für neue Gestaltungsfelder heranwachsen. Ziel ist es, eine multi- oder transdisziplinäre Gestaltungswerkstatt zu schaffen, welche verschiedene klassische Gestaltungsdisziplinen integriert.

"Intermediales Design entwickelt an der Schnittstelle von Informationstechnik, Medien und Gestaltung ein interdisziplinäres und vielfach vernetztes Qualifikationsprofil. Dieses durchgängig medienbezogene Studium kann in verschiedene Richtungen, wie derzeit in die Bereiche Neue Medien, Computerspiele oder Edelstein- und Schmuckdesign vertieft werden", führt Professor Franz Kluge, zuständig für den Bereich Neue Medien an der FH Trier, aus. "Parallel hierzu sind Schwerpunktsetzungen in den klassischen Gestaltungsdisziplinen wie Kommunikations- und Modedesign, Architektur und Innenarchitektur möglich." Auf einem soliden Fundament audiovisueller Gestaltungsgrundlagen, praktischer Medienkompetenz, konzeptioneller Fantasie und kultureller Bildung will man so ein breites Spektrum beruflicher Möglichkeiten eröffnen.
In der Praxis sieht das so aus, dass von allen gestalterischen Fachrichtungen der FH Polymodule angeboten werden, welche von Bachelorstudierenden aller Gestaltungsfachrichtungen belegt werden können. So entwickeln beispielsweise Studierende des Modedesigns gemeinsam mit Innenarchitekturstudierenden, angehenden Kommunikationsdesigner und Informatikern ein Computerspiel oder Sie erschließen gemeinsam mit den Studierenden der Architektur die Gestaltungsmöglichkeiten mobiler Medien für Fragen der Stadtentwicklung und des Stadtmarketings.
"So werden die Studierenden erstklassig auf die im Berufsleben übliche interdisziplinäre Teamarbeit vorbereitet und setzen durch ihre Schwerpunktwahl eigene Akzente", erläutert Professor Johannes Conen, Dekan des Fachbereichs Gestaltung, das neuartige Konzept.

Edelstein- und Schmuckdesign mit europaweit einzigartigem Profil

Neben dem zentralen Studienschwerpunkt Intermediales Design wird auch der Studienschwerpunkt Edelstein- und Schmuckdesign mit einem in der europäischen Hochschullandschaft einzigartigen Profil angeboten.
Bei diesem Angebot steht der künstlerische Anspruch im Vordergrund. Auch hier wird aktiv interdisziplinär vernetzt und so eine der ältesten Kunstformen mit den zeitgenössischen Medien verbunden. "In besonderer Weise berücksichtigen wir dabei die Entwicklung von Schmuck zum tragbaren Interface oder Wearable und unterstützen unsere Studierenden bei der Entwicklung einer eigenständigen künstlerischen Persönlichkeit", betont Professor Theo Smeets, Fachrichtungsleiter Schmuck- und Edelsteindesign.

Auf dem Infotag der FH am 27. Februar wird das neue Studienangebot mit den einzelnen Studienschwerpunkten 'Neue Medien', 'Gaming' und 'Edelstein- und Schmuckdesign' erstmals vorgestellt. Im Internet findet man unter http://www.fh-trier.de/index.php?id=6011 und http://intermediales-design.de weitere Informationen.

Internet und digitale Spiele auf dem Vormarsch in die Lehrpläne

Auch im Bereich Informatik gibt es einige neuartige Studienangebote.
Unter anderem konnte die FH den als "Computerspiele-Papst" bekannten Maic Masuch als Professor für den Bereich Digitale Lernspiele gewinnen.
Dekan Andreas Künkler stellt Informatik-Bachelorangebote in den Bereichen Internetbasierte Systeme sowie Digitale Medien und Spiele in Aussicht. Im Bereich der Masterstudiengänge werden Wirtschaftsinformatik-Informationsmanagement sowie ein Master-Fernstudiengang Informatik angeboten werden. Die vier neuen Studiengänge werden voraussichtlich ab kommendem Wintersemester angeboten.

Die FH Trier kündigte bereit 2004 an, sich mit voller Energie und durchdachter Strategie an die Spitzte einer Reformbewegung zu setzen. Nun hat sie beweisen, dass sie in der Lage ist, ihre ehrgeizigen Ziele auch umzusetzen. Zugute kommt dieses vor allem den Studierenden, die in Trier ein innovatives Studienangebot vorfinden.


Abdruck frei, Belegexemplar erbeten. Zeichen: 7.627 Wörter: 927
Weitere Informationen: http://www.fh-trier.de http://www.fh-trier.de/index.php?id=6011 http://intermediales-design.de
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