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Gewebte Poesie: Stadt Senftenberg und FH Lausitz zeigen Bildteppiche von Christa und Günter Hoffmann

27.02.2008 - (idw) Fachhochschule Lausitz

Insgesamt 37 Gobelins und Knüpfteppiche von Christa und Günter Hoffmann zeigen die Stadt Senftenberg und die Fachhochschule Lausitz vom 4. März bis zum 2. Mai 2008. Im Rahmen der Ausstellung "Gewebte Poesie" können sich die Besucher an zwei Standorten - im Rathaus der Stadt Senftenberg, Markt 1, und im Hauptgebäude der Hochschule am Studienort Senftenberg, Großenhainer Straße 57 - mit den Werken des Senftenberger Künstlerehepaares vertraut machen.Zur Eröffnung dieser ersten gemeinsamen Ausstellung von Stadt und Hochschule durch den Bürgermeister Andreas Fredrich und den Präsidenten Prof. Dr. Günter H. Schulz sind am Montag, dem 3. März 2008, alle Interessenten herzlich um 18 Uhr in das Rathaus eingeladen. Die Laudatio hält Dr. Klaus Grehn - Verfasser des Buches "Gewebte Poesie - Die Bildteppichweber Christa und Günter Hoffmann - Künstler aus Senftenberg", der sich mit großem Engagement um die Bewahrung des künstlerischen Erbes von Christa und Günter Hoffmann bemüht.

Christa und Günter Hoffmann waren Bildteppichweber, die von 1947 bis zu ihrem Tod in den Jahren 2000 und 1993 in der Kreisstadt lebten und die alte Kunst der Teppichwirkerei meisterhaft beherrschten. Sowohl national als auch international fanden sie große Anerkennung.

Die am 20. Mai 1924 als Christa Luzinda Ufer in Dresden geborene Christa Hoffmann besuchte die Kunstgewerbeschule in ihrer Geburtsstadt und studierte an der Meisterschule des Deutschen Handwerks in Breslau, wo sie bis 1942 bei Prof. Johanne Rump-Gramatte die Fachrichtungen Entwerfen und Handweben belegte.
Nach den Wirren des Krieges wurden sie und ihr späterer Ehemann, Günter Hoffmann, Malschüler bei Professor Johannes Ufer in Dresden. Der am 21. Februar 1923 im schlesischen Strehlen geborene Günter Hoffmann hatte ebenfalls an der Meiserschule in Breslau studiert und hier bis zu seiner Einziehung zum Kriegsdienst im Jahre 1942 die Fächer Malerei und Wandmalerei bei Prof. Albert Helm belegt.

Im Jahre 1946 heirateten die Künstler. Ein Jahr später zogen sie nach Senftenberg und fassten den Entschluss, gemeinsam mit der Weberei zu beginnen. Grund für den Umzug war die 20 Jahre währende Tätigkeit Günter Hoffmanns als Zeichenlehrer der Senftenberger Rathenau-Schule, deren Direktor er ab 1951 war. Von 1958 bis 1966 gehörte Günter Hoffmann dem Redaktionskollegium der Zeitschrift "Kunsterziehung" an. Christa Hoffmann gab unter anderem viele Jahre Handarbeitsunterricht und leitete eine Arbeitsgemeinschaft Handweben in Senftenberg

In das Jahr 1966 fällt auch der Beginn der freischaffenden Tätigkeit. Christa und Günter Hoffmann webten beziehungsweise knüpften insgesamt zirka 250 Gobelins und Knüpfteppiche, darunter die Zyklen "Der Dichter und seine Welt", "Gewebte Poesie" und "Liebeszyklus".

Viele der Anregungen für ihr phantasievolles künstlerisches Schaffen bot ihnen die Literatur, so die Gedichte von Eichendorff bis Brecht, aber insbesondere auch das Werk von Eva und Erwin Strittmatter, mit denen eine freundschaftliche Verbundenheit bestand. Die Bekanntschaft mit dem Dichter Erwin Strittmatter begann in der Nachkriegeszeit, als dieser in Senftenberg als Kreisredakteur der "Märkischen Stimme" tätig war.

"Der Dichter webt in Worten, der Weber dichtet in Fäden und Farben." schrieb Erwin Strittmatter am 9. Juli 1978 anlässlich der ersten Ausstellung des Zyklus "Der Dichter und seine Welt" im Museumssaal der Stadt Hoyerswerda in das Gästebuch.


Möglich wurde die gemeinsame Ausstellung der Stadt Senftenberg und der Fachhochschule Lausitz durch die Bereitstellung von Leihgaben des Niederlausitzer Heidemuseums Spremberg, das Museums Senftenberg, des Wohnparks Lausitzer Seenland des Arbeiter-Samariter-Bundes in Brieske, aus Privatbesitz einschließlich der in der Fachhochschule befindlichen Bildteppiche. Dr. Klaus Grehn wird gedankt für die Anregung zu dieser Ausstellung und für die Unterstützung.

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