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Auch Hindenburg war Ehrenbürger der Universität Jena

04.04.2008 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Publikation über außerordentliche Ehrungen an der Universität Jena erschienen Jena (04.04.08) Horst Skoludek, dem Mitbegründer der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität Jena, ist am 26. Mai 1999 die Ehrensenatorwürde der Friedrich-Schiller-Universität Jena verliehen worden. Skoludek, ehemaliger Vorstandssprecher von Carl Zeiss Oberkochen und einst Student der Alma Mater Jenensis, steht damit - vorerst - am Ende einer Reihe, die am 16. Juni 1923 mit Hans W. Behrens begann. Der Direktor der Mitteldeutschen Kohlehandels-Gesellschaft in Gera konnte sich als Erster "Ehrenbürger der Universität Jena" nennen. Auskunft darüber gibt das Buch "Ehrenmitglieder, Ehrenbürger und Ehrensenatoren der Friedrich-Schiller-Universität", das jetzt erschienen ist. Herausgeber des Bandes ist Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke, als Verfasser zeichnen Joachim Bauer, Peter Schäfer und Joachim Hartung verantwortlich.

Im Textteil erzählt der Jenaer Historiker Prof. em. Dr. Peter Schäfer die wechselvolle Geschichte dieser universitären Ehrungen nach. Ganz am Anfang standen François Christophe Florimond de Mercier (1818) und Joseph Maria de Souza-Botelho (1819), denen für ihre wertvollen Schenkungen an die Universität die Würde als Membri honorarii (Ehrenmitglied) verliehen wurde. Bis zur Ehrung Hans W. Behrens' lassen sich dann über 100 Jahre lang keine derartigen Auszeichnungen feststellen. Erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges werden die neuen Ehrentitel wieder verliehen.

Insgesamt 65 Persönlichkeiten werden in dem neuen Band vorgestellt, wobei die dunkle Zeit des Nationalsozialismus nicht ausgeklammert bleibt. Es entspreche "gelebter akademischer Verantwortung", wie sie in der Grundordnung der Universität Jena festgeschrieben ist, sich zur eigenen Geschichte zu bekennen, betont Rektor Dicke im Vorwort. So findet Reichspräsident Paul von Hindenburg ebenso Erwähnung wie Lisa Sauckel, Ehefrau des Gauleiters Fritz Sauckel, die 1940 anlässlich der Geburt ihres zehnten Kindes geehrt wurde. Die Liste der Ehrenbürger und Ehrensenatoren macht deutlich, dass oft die politischen Verhältnisse eine Rolle bei der Auswahl spielten. Wohl bestes Beispiel dafür aus der DDR-Zeit: 1986 wurde Generalleutnant Hans-Joachim Wiesner, Chef der Militärakademie "Friedrich Engels" in Dresden, als Ehrensenator der Friedrich-Schiller-Universität geehrt. Nach dem politischen Umbruch rückten bei der Verleihung der Ehrentitel die Autonomie der Universität und ihr demokratisches Verständnis in den Vordergrund.

Die Liste der Ehrenbürger und Ehrensenatoren enthält einige Künstler, mit deren Namen sich die Universität schmücken kann. Allen voran der Dirigent Wilhelm Furtwängler, der 1929 Ehrenbürger der Universität wurde. Der Lyriker Johannes R. Becher ist ebenfalls auf diese Art geehrt worden.

Abgerundet wird das Buch durch einen umfangreichen Bildteil mit Porträtaufnahmen der Geehrten. Darunter ist ein Foto von Rudolf Paul. Der Präsident und Ministerpräsident des Landes Thüringen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1945 als "Protektor der Universität" ausgezeichnet.

Der neue Band, gefördert von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität, rundet eine Reihe ab, in der bereits die Ehrendoktoren der Naturwissenschaften und der Medizin sowie die Ehrendoktoren der Geisteswissenschaften vorgestellt wurden. Vertrieben wird das neue Buch ausschließlich durch die Jenaer Universitätsbuchhandlung Thalia.

Joachim Bauer, Joachim Hartung, Peter Schäfer, Klaus Dicke (Herausgeber): Ehrenmitglieder, Ehrenbürger und Ehrensenatoren der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 108 S., Selbst-Verlag Universität Jena 2008, Preis: 20 Euro, Alleinvertrieb durch die Jenaer Universitätsbuchhandlung Thalia, Leutragraben 1, Tel. 03641 / 45460.

Kontakt:
Dr. Joachim Bauer
Archiv der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Bibliotheksplatz 2, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 940090
E-Mail: joachim.bauer[at]uni-jena.de
Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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