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4. Biotech-Tag an der FH Bingen

04.04.2008 - (idw) Fachhochschule Bingen

Der 4. Biotech-Tag hatte die ökonomischen Potenziale in der Biotechnik zum Thema. In der gemeinsamen Veranstaltung der Fachhochschule Bingen und des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz wurde die enge Verknüpfung der Wirtschaft mit der Biotechnik als Querschnittstechnologie aufgezeigt. Die wichtigsten Branchen der Biotechnik waren mit praxisnahen Beiträgen vertreten, die "Rote Biotechnik" mit dem Sektor der Gesundheit, die "Grüne Biotechnik" mit dem Bereich der Land- und Energiewirtschaft, sowie die "Weiße Biotechnik" mit dem großen Bereich der industriellen Produktion. Die Veranstaltung wurde von Staatssekretär Professor Dr. Siegfried Englert eröffnet, es folgten acht Vorträge auf zwei Themenblöcke verteilt: "Vielfältige Geschäftsmodelle dank Biotechnik" und "Biotechnik: Motor für viele Branchen".
Begleitend fanden eine Firmenausstellung, bei der sich elf Firmen präsentierten, sowie eine Posterausstellung von Studierenden der Fachhochschule Bingen statt, die ihr Praxissemester vorstellten, das in der Industrie absolviert wurde.

Die Biotechnologie ist insbesondere für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort Rheinland-Pfalz eine große Chance. Hier werden qualifizierte Arbeitsplätze mit hohem Zukunftspotenzial geschaffen. Um die Relevanz und das Potenzial der Biotechnik stärker zu profilieren, hatte das rheinland-pfälzische Wirtschaftministerium gemeinsam mit der Fachhochschule in Bingen zum 4. Mal zum Biotech-Tag eingeladen.

Die Anwendungsmöglichkeiten biologischer Verfahren erstrecken sich auf sehr unterschiedliche Branchen und Wirtschaftssektoren. Die Veranstaltung bot eine große Chance für Mediziner, Biologen, Chemiker, Biophysiker, Biotechnologen, Verfahrenstechniker, Laboranten, Assistenten sowie für Studierende, sich über aktuelle Umsetzungen von biotechnologischen Verfahren und ihre Bedeutung für die Unternehmen zu informieren und auszutauschen.

Die Natur bietet eine Vielzahl an Lebensformen und Überlebensstrategien, die sich die Grüne Biotechnologie zueigen macht, die Potenziale der Natur zu nutzen und die Erde für nachkommende Generationen zu sichern. Die Grüne Biotechnologie stand bei einem Vortrag im Vordergrund; bei zwei weiteren wurde sie mit der Weißen Biotechnologie verknüpft. Reiner Emrich, Geschäftsführer der BASF Plant Sciences, mit dem Vortrag "Pflanzenbiotechnologie als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts" referierte mit einem sehr guten Überblick über die ökonomischen Potenziale der Pflanzenbiotechnologie. Dr. Friedrich Bischoff, Leiter des Drogenpflanzenlabors bei Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co KG, erläuterte mit seinem Beitrag "Gewinnung pharmazeutischer Wirkstoffe aus Pflanzen", wie aus Pflanzen Grundwirkstoffe für Medikamente gewonnen werden können, sowie deren Vorteile und ökonomische Aspekte.

Die Rote Biotechnologie steht für die medizinische Anwendung der Biotechnik. An erster Stelle stehen dabei die Entwicklung neuer Medikamente und Therapieansätze. Die Rote Biotechnologie war am 4.Biotech-Tag durch fünf Vorträge vertreten:
"Individualisierte Medizin - neue Herausforderungen für eine molekulare Diagnostik", vorgetragen von Professor Dr. Jochen Decker, Leiter des Zentrum für Humangenetik des Biosciencia Institut für medizinische Diagnostik GmbH, zeigte die Möglichkeiten der Anwendung der Diagnostik basierend auf den Folgeprojekten des Human Genom Projektes auf. Professor Dr. Paul M. Selzer, Manager der BioChemInformatics von Intervet Innovation GmbH, referierte mit dem Vortrag "Bio- und Chemoinformatik: Eine Schlüsseltechnologie innerhalb der molekularen Medizin". Er zeigte, wie die aktuellen Methoden der Bio- und Chemoinformatik auf dem Gebiet der Life Sciences mittlerweile unverzichtbar geworden sind. Brigitte Pfeiff, Geschäftsführerin des AESKU.KIPP INSTITUTE, zeigte mit dem Vortrag "Interdisziplinäre Kooperation als Motor für die Entwicklung neuer Diagnose- und Therapiekonzepte bei Autoimmunerkrankungen" Konzepte für eine beschleunigte Umsetzung von Wissen in neue Produkte und Verfahren auf dem Gebiet der Autoimmunität auf. Cathrin Pauly, Gründerin von ASPIRAS Project Consulting in Pharma and Biotech, beschrieb mit Ihrem Beitrag "From lab to License - Projektmanagement in der Roten Biotechnologie", wie die Entwicklung einer Projektidee vom Anfang bis hin zur Vermarktung des Produktes ablaufen kann. Hierbei ist von Anfang an ein zielgerichtetes Projektmanagement von der Patentanmeldung bis zur Vermarktung im Wesentlichen ausschlaggebend für den Erfolg eines Unternehmens. Dr. Oliver Engelking, Business Development bei CellSystems®, referiert mit dem Vortrag "Haut in vitro - Ersatz für Tierversuche", wie mit Vollhautäquivalenten alternative Teststrategien ermöglicht werden, die Tierversuche zum Teil ersetzen lassen. Die Vorträge des 4. Biotech-Tages zeigten die Vielfalt der Anwendung der Roten, Weißen bzw. Grünen Biotechnologie auf und machten die technologie- und branchenübergreifende Nutzung deutlich.

Fazit der wissenschaftliche Leiterin der Veranstaltung, Professorin Dr. Marianne Krefft: Die Biotechnologie ist ein wichtiger und nachhaltiger Motor für viele Branchen der Wirtschaft.

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