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Die Macht der Sprache in der Wissenschaft

08.04.2008 - (idw) Fachhochschule Brandenburg

Vortrag von Prof. Dr. Karl-Otto Edel in der öffentlichen Hochschulreihe Die Sprache ist das differenzierteste menschliche Mittel zur Kommunikation, insbesondere zur Verständigung über Gedanken, Informationen und Erlebnisse sowie zur Fixierung des Wissens. Die einem Volk gemeinsame Sprache ist Basis und Ausdruck ihrer nationalen Identität. Dass die deutsche Sprache gegenwärtig die ihr angemessene Achtung weder im Inland noch im Ausland erfährt, äußert sich darin, dass deutsche "Bildungspolitiker" u.a. die Auffassung verbreiten, dass die akademische Lehre in deutschen Hochschulen, von deutschen Professoren vor deutschen Studenten, wegen der "Internationalisierung" künftig generell in Englisch vorgenommen werden sollte. In seinem Vortrag "Die Macht der Sprache in der Wissenschaft" am

Mittwoch, 16. April, um 18:00 Uhr im Hörsaal 027 des Informatikzentrums der Fachhochschule Brandenburg (Magdeburger Straße 50)

befasst sich Prof. Dr.-Ing. habil. Karl-Otto Edel mit der Entwicklung der Wissenschaftssprache in den vergangenen Jahrhunderten bis heute.

Vor mehr als 1.000 Jahren trat neben die in der Entstehung begriffenen Nationalsprachen das Latein als gelehrte Zweitsprache. Zu diesem Zeitpunkt war die lateinische Sprache, die Sprache des antiken Römischen Imperiums, nicht mehr die Muttersprache eines bestimmten Volkes, sondern eine so genannte tote, sich aber trotzdem weiterentwickelnde Sprache. Latein bestimmte die Kommunikation in der christlichen Kirche und die Verständigung zwischen den Angehörigen der im Mittelalter entstandenen Universitäten. Um diese universitäre, übernationale Verständigung zu gewährleisten, mussten die frisch Immatrikulierten ihr Studium mit der Grammatik, d.h. dem Erlernen der lateinischen Sprache, beginnen. Die unangefochtene Dominanz der lateinischen Sprache währte an den deutschen Universitäten bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts. Den Versuchen, an den Universitäten die deutsche Sprache als Sprache der akademischen Lehre durchzusetzen, war damals ein bleibender Erfolg nicht beschieden. Erst Christian Thomasius bewirkte mit der Ankündigung einer Vorlesung in deutscher Sprache am Schwarzen Brett der Universität Leipzig am 24. Oktober 1687 den Beginn einer grundlegenden Veränderung der Verhältnisse.
Weitere Informationen: http://www.fh-brandenburg.de/uploads/tx_userfhbtermine/Macht_der_Sprache.pdf - detailliertere Angaben zum Vortragsthema
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